Mit dem Projekt "Flow 18" will Betriebschef Heinz Hasenkamp seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Wertschätzung entgegenbringen. Der knapp 14 Millionen Euro schwere, neue Firmensitz ist nicht nur umweltfreundlich als nachhaltiger Gewerbebau angelegt, sondern soll auch den Zusammenhalt im Team fördern.

Zu den Schafen auf dem Dach gesellt sich eine Giraffe aus Stahl. Die Tiere – die natürlichen wie die angefertigten – befinden sich auf der 1.000 Quadratmeter großen Grünfläche des neuen Firmensitzes des SHK-Betriebs Hasenkamp in der Steiger-Stein-Straße 2 in Bochum-Hiltrop. So hat es Geschäftsführer Heinz Hasenkamp zumindest geplant: Denn der 13,8 Millionen Euro teure Neubau (brutto), in den seine gesamten Ersparnisse fließen samt Kreditrückzahlungen, wird erst im kommenden Mai fertig sein – bereits gute 16 Monate nach Spatenstich.
Als Vorzeigeprojekt soll das energieeffiziente Gebäude (A++) zeigen, wie Unternehmen nicht nur modern und umweltfreundlich bauen können, so wünscht es sich der Handwerkmeister: „Unser nachhaltiger Firmensitz soll unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vor allem auch Wertschätzung entgegenbringen.“
Nachhaltiger Gewerbebau als Wertschätzung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
- Angefangen bei einer eigenen Kantine, die alle Mitarbeitenden mit frischen und gesunden Speisen versorgt. Die Kantine wird betrieben durch die hauseigene Gastronomie Lisas Palmengarten, die bereits seit über 15 Jahren zum Betrieb der Hasenkamp GmbH gehört.
- Als eine „Alternative zum Homeoffice“, wie der SHK-Chef sagt, hat er Rückzugsräume im neuen Gewerbebau geplant, in die sich Mitarbeiter begeben können, wenn sie mal für sich sein möchten.
- Die Dachterrasse mit intensiver Begrünung samt Schafen und Giraffe sowie Hängematten ist zum Relaxen da. „Auch Kinder der Mitarbeiter können dort nach der Schule zum Spielen kommen, schildert Hasenkamp, der auch über einen Betriebskindergarten nachdenkt.
All das spiegelt einen bedeutenden Teil der Firmenphilosophie von Heinz Hasenkamp und seiner seiner Partnerin Lisa Pötter, Geschäftsleiterin für den Bereich „Bad und Wellness“ bei Hasenkamp, wider. Lisa Pötter leitet die mehrfach prämierten Bäderausstellungen an den Standorten in Bochum, Köln und Hattingen. „Körper, Geist und Seele in Einklang bringen“, so der Betriebschef. Wichtig ist ihm auch Weitsicht. Eine Eigenschaft, die die Giraffe auf dem 16 Meter hohen Firmendach symbolisieren soll, die von ihrer Höhe am besten in die Ferne blicken kann.
"Flow 18": Gut durchdachtes Konzept für die Generationen von morgen
Daher hat Hasenkamp für seinen neuen nachhaltigen Gewerbebau auf einer Gesamtfläche von 10.000 Quadratmetern den höchsten Punkt Bochums gewählt. Die Form des Gebäudes ist dem Kreuzfahrtschiff Aida nachempfunden. „Wir möchten lieber vordenken als hinterherdenken“, sagt er. Statt nur zurückzublicken, geht es ihm darum, gemeinsam mit dem Team vorauszuplanen und motiviert in die Woche zu starten. „Dazu gehört auch, den Montag mit einer positiven Einstellung zu beginnen“, scherzt er.
Die Philosophie, die Hasenkamp verfolgt, seitdem er 1987 die Geschäftsführung von seinem Vater übernahm, kommt offenbar gut an. Die Anzahl der Mitarbeiter ist von acht auf insgesamt 144 stark angestiegen. Erst im vergangenen Jahr hat er 30 Azubis eingestellt. „Da wir als innovativ und modern gelten, müssen wir uns um Nachwuchs nicht bemühen“, sagt der Geschäftsführer. Seine neue Firmenzentrale hat er übrigens auf den Namen "Flow 18" getauft. "Flow", weil das Leben im Fluss ist, "18" für das Jahr 2018, als die Idee für die neue Zentrale entstand.
Photovoltaik, erneuerbare Energien und intelligente Systeme
Wie sich Firmenhistorie sich im Verlauf des Lebens geändert hat, schildert Hasenkamp anhand der knapp 100-jährigen Geschichte seines Betriebs. Nachdem sein Großvater die Firma 1929 gründete, wurde sie nach dem zweiten Weltkrieg zerstört und mit Hilfe der Großmutter als erster Klempnermeisterin in Deutschland wieder aufgebaut. Auch habe der Großvater nur das gebaut, das viele Jahre lang Bestand hat, so Hasenkamp. So will auch er als Enkelsohn auf Konzepte und Materialien setzen, die nachhaltig und energieeffizient sind sowie eine zukunftsweisende Bauweise ermöglichen.
- Dazu zählt eine moderne Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 95 kWp, die in Kombination mit Wärmepumpen und Brennstoffzellen für 85 Prozent Energie-Autarkie des Gebäudes sorgen
- Zusätzlich benötigte Energie wird über das Fernwärmenetz eingespeist, dessen Energiequellen größtenteils aus erneuerbaren Energien stammen
- Die Fußbodenheizung sorgt im Winter für Wärme und temperiert das Gebäude im Sommer über eine passive Kühlung
- Ein intelligentes Rollladensytem sorgt je nach Jahres- oder Tageszeit für die benötigte Verschattung oder Beleuchtung. Diese smarte Gebäudesteuerung erhält seit einigen Jahren immer mehr Zuspruch
- Das integrierte KNX-System steuert und vernetzt die verschiedenen Funktionen der Firmenzentrale wie beispielsweise Beleuchtungssteuerung, Heizungssystem, Sicherheit- und Zugangskontrolle oder Energiemanagement
- Die Holzböden so konzipiert, sodass sie sich bis zu sieben Mal abschleifen lassen, was ihre Lebensdauer erheblich verlängert und eine nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen ermöglicht
- Im Gebäude werden spezielle Fliesenteppiche verlegt, die bei Bedarf partiell ausgetauscht werden können. Dadurch muss nicht der gesamte Teppich erneuert werden, was Ressourcen schont und zur Nachhaltigkeit beiträgt.
Hasenkamp selbst möchte Nachhaltigkeit auch im Privaten leben und seinen ökologischen Fußabdruck verkleinern. Im Mai, wenn "Flow 18" fertiggestellt ist, zieht er mit seiner Partnerin von derzeit 180 Quadratmetern Wohnfläche in eine 75 Quadratmeter große Betriebswohnung im neuen nachhaltigen Gewerbegebäude.
