Tipps für Chefs und Gründer Fördermittel: So kommen Sie sicher an Zuschüsse, Kredite und Subventionen vom Staat

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Vorschriften, Regeln, Abläufe – wer Fördergelder vom Staat haben möchte, muss sich an die Vorgaben halten. Dabei werden häufig unnötige Fehler gemacht, die die Zusage von Zuschüssen, Krediten oder Subventionen verhindern. Was Unternehmer und Gründer beachten sollten.

Den eigenen Betrieb auf- und auszubauen, kostet Geld. Staat und EU fördern mit Zuschüssen, Subventionen und Krediten. – © MIKHAIL – stock-adobe.com

Geschenktes oder billiges Geld von Bundesländern, Staat oder der EU hilft Unternehmern bei der Umsetzung ihrer Pläne.Fast 2.000 Förderprogramme haben Staat und EU aufgelegt. Und das aus gutem Grund: Immerhin sorgen die Unternehmer für Arbeitsplätze und Steuereinnahmen. Es macht für die Institutionen also Sinn, unternehmerisches Handeln zu unterstützen.

Was wird gefördert?

Grundsätzlich unterstützen die Förderinstitute fast alle Unternehmensbereiche. Das sind sind beispielsweise die energetische Sanierung oder dem umweltfreundlichem Bau von Gewerbebauten, die Digitalisierung und E-Autos und die Qualifikation von Arbeitskräften. Auf der Förderdatenbank des Bundes können Unternehmer über die Suchfunktion per Stichworteingabe nach dem passenden Programm suchen.

Welches Förderprogramm ist das richtige?

Eine Frage, die Unternehmer häufig stellen, ist die nach dem richtigen Programm. „Die Antwort darauf ist einfach“, lächelt Klaus Weiler, Vorstand des Bundesverbandes Deutscher Fördermittelberater. Und er ergänzt: „Es gibt nicht DAS Förderprogramm, das für alle Investitionen oder Betriebsmittel beantragt werden kann. Der Mix machts!“ Erst aus einer Kombination mehrerer Förderprogramme in Form von Förderdarlehen, Subventionen und Zuschüssen können die Handwerker die ideale Finanzierung für ihr Unternehmen erreichen. Wer auf der Suche nach dem richtigen Mix ist, erhält auf der Internetseite des Bundesverbandes Deutscher Fördermittelberater einen guten Überblick.

Wer fördert was?

Um sich im Förderdschungel zurechtzufinden, brauchen Unternehmer nicht viel Vorwissen. Denn die Kammern und Hausbanken, aber auch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) stehen als Ansprechpartner zur Verfügung. Sie kennen nicht nur die Programme, sondern auch die zuständigen Stellen, wo die Anträge eingehen müssen. Wer sich vorab informieren möchte, findet auf den Internetseiten des Bundes das passende Förderinstitut für sein Vorhaben.

Der häufigste Fehler bei der Antragstellung

„Anträge für jede Art von Fördermittel – Förderdarlehen, Subventionen und Zuschüsse – müssen immer vor einer Investition oder Auftragsvergabe gestellt werden“, sagt Klaus Weiler. Wer beispielsweise bereits Absprachen mit einem Auftragnehmer trifft oder Termine für die Auftragsdurchführung vereinbart, bevor er den Antrag gestellt hat, handelt nicht mehr rechtskonform

Achtung: „Bei einigen Förderprogrammen muss zudem auch erst die Genehmigung, in der Amtssprache: Bewilligungsbescheid, vorliegen, bevor der Unternehmer mit seinem Projekt beginnen dar“, erklärt Weiler. Je nach Förderprogramm gilt die auch für Grundstücksgeschäfte und Immobilienkauf.

Grundsätzlich gilt bei allen Fördermitteln: Es gibt keinen Rechtsanspruch auf Förderung. Ist ein Fördertopf beispielsweise leer, gibt es auch dann keine Förderzusage, wenn der Antragsteller alle Anforderungen erfüllt. 

Warum eine gute Bankbeziehung wichtig ist

„Ein häufiger Grund für fehlende Kredit- und Förderzusagen ist fehlende Kommunikation„, bringt Weiler einen weiteren Fehler auf den Punkt.Denn da sei einerseits der Unternehmer. Er denke über eine neue Werkhalle, neue Maschinen, die Umsetzung der Digitalisierung, eine Unternehmensübernahme oder mehr nach. All das sind Gedanken und Pläne, deren Umsetzung der Unternehmer behutsam entwickelt und aufbaut. Aber die Bank bekommt davon nichts mit.“Wendet sich der Unternehmer mit einem größeren Finanzierungswunsch dann plötzlich an seinen Berater, fehlen ihm die notwendigen Informationen“, sagt der Fördermittelexperte.

Notwendige Informationen sind beispielsweise: Wie wird das Unternehmen geführt, welche Entwicklung hat es in den letzten Jahren genommen? Setzt sich die Geschäftsführung realistische Ziele, plant sie solide und ist sie in der Lage, eine passende Umsetzung zu organisieren? „Das sind Fragen, die bei der Kreditvergabe eine Rolle spielen. Auf sie muss der Bankmitarbeiter Antworten finden, was ohne guten Kontakt zum Unternehmer schwierig ist“, so Weiler. Die Folge: Kreditzusage und Förderdarlehen sind gefährdet – und die Konditionen sind schlechter. Sein Tipp: Treffen Sie Ihren Bankberater regelmäßig, mindestens ein Mal im Jahr und bringen Sie ihn auf den neuesten Stand.

Gründerzuschuss: Die fünf häufigsten Stolperfallen

Christian Kannenberg ist Geschäftsführer des EWD Expertennetzwerk Deutschland mit Sitz in Köln. Er begleitet Existenzgründer, kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) und Konzerne auf ihrem Weg der Ideenfindung, Umsetzung oder Finanzierung von Vorhaben. Er nennt die fünf häufigsten Stolperfallen für Existenzgründer bei der Finanzierung mit Fördermitteln.

  1. Voraussetzung: Gründer müssen bei der Agentur für Arbeit angemeldet und mindestens einen Tag arbeitslos sein, damit der Gründerzuschuss gewährt werden kann. Der Zuschuss wird zunächst für sechs Monate in Höhe des bisherigen Arbeitslosengelds plus 300 € gezahlt.

  2. Gespräch mit dem Amt: Das Arbeitsamt prüft, ob die Existenzgründung nachhaltig ist und es keine anderen Möglichkeiten wie etwa eine Festanstellung gibt. Gründer sollten also Bewerbungen schreiben, um zu belegen, dass diese abgelehnt wurden.

  3. Der Antrag: Von den insgesamt 12 Monaten Arbeitslosengeld-1-Förderung müssen bei Antragstellung 150 Tage übrig sein.

  4. Gewerbeanmeldung: Erst wenn der Antrag für den Gründerzuschuss eingereicht ist, darf das Gewerbe angemeldet werden.

  5. Der Businessplan: Ist der Businessplan fehlerhaft oder unvollständig, kommt es schnell zur Ablehnung des Antrags. Wichtig sind: Zusammenfassung des Vorhabens, ausführliche Beschreibung des Geschäftsmodells und der Dienstleistung, Marketing, Zielgruppe, Personalplanung, Markt- und Chancen/Risiko-Analyse und ein Finanzplan.

Fazit: Reden hilft

Klar ist, dass die Förderung durch den Staat nicht ohne Aufwand zu bekommen ist. Wer sich die Zeit nimmt und die kostenlose Unterstützung durch Hausbank, Kammern und die KfW in Anspruch nimmt, kann viel Geld sparen. Mancher mag so ein Vorhaben umsetzen können, zu dem ihm ohne diese Unterstützung die finanziellen Mittel fehlen würden. Wer keine Zeit und Nerven auf die staatliche Förderung verwenden mag oder kann, kann einen Fördermittelberater beauftragen. Er begleitet den gesamten Prozess, von der Antragstellung bis zum späteren Verwendungsnachweis. Allerdings kosten Fördermittelberater Geld. Tipp: Fragen Sie vorab – und lassen Sie sich die Konditionen schriftlich geben – wie hoch das Honorar des Fördermittelberaters ist.