Fördermittel BEG-Förderung – effiziente Nichtwohngebäude: Jetzt wieder Anträge stellen

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Seit 22. Februar 2022 können wieder Anträge auf Förderung von Effizienzmaßnahmen an Gebäuden (BEG-Förderung) gestellt werden. Die bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bis zum 23. Januar 2022 eingegangenen, förderfähigen BEG-Anträge werden laut Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck bereits abgearbeitet. 9,5 Milliarden Euro sind nun neu in den Fördertopf geflossen.

Werkstatt energieeffizient umbauen
Wer eine Werkstatt energieeffizient baut oder umbaut, kann mit finanzieller Unterstützung durch den Staat rechnen. – © industrieblick – stock.adobe.com

„Die Förderbedingungen für Sanierungsmaßnahmen bleiben unverändert“, informiert das Bundeswirtschaftsministerium. Bereits am vergangenen Mittwoch wurden die geplanten 9,5 Milliarden Euro für die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) bereitgestellt und damit die Wiederaufnahme der kurzzeitig gestoppten Sanierungsförderung ermöglicht.

Nach dem kurzfristigen Stopp der KfW-Förderung am 24. Januar und dem folgenden Sturm der Entrüstung bei Bauherren und Wohnungsbranche, hat Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) nun den Fördertopf wieder gefüllt.

Energiekosten zu senken und das Klima zu schützen sind die Ziele der staatlichen Förderung bei Bau und Sanierung von Gebäuden – auch als Einzelmaßnahme. Nun wurde am 24. Januar das dafür aufgelegte Förderprogramm BEG kurzfristig gestoppt: Die Nachfrage ist so groß, dass die finanziellen Mittel erschöpft sind.

Am 26. Januar bezog Wirtschaftsminister Robert Habeck im Bundestag Stellung zur kurzfristigen Notbremsung bei den BEG-Förderprogrammen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Allein im Zeitraum November 2021 bis 24. Dezember 2021 sind bei der KfW Anträge in Höhe von über 20 Milliarden Euro Fördervolumen eingegangen – so viele Mittel waren nicht bereitgestellt worden. Habeck machte nochmal klar: Vom Förderstopp betroffen sind Neubau- und Sanierungsbereich. Aber: Die BEG-Förderprogramme der BAFA laufen unverändert weiter. Nach intensiven Beratungen läuft das Förderprogramm nun also weiter, und dies zu gleichen Konditionen wie bisher.

So funktioniert die BEG-Förderung

Nichtwohngebäude energetisch zu sanieren, ist zwar in Zeiten des Klimawandels das Gebot der Stunde, aber es ist auch immens teuer. Um Unternehmer trotzdem zum Handeln zu bewegen, förderte der Staat großzügig. Im Bereich der Nichtwohngebäude ist es vor allem die am 1. Juli 2021 in Kraft getretene Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG), die Unternehmer nutzen konnten. „Eigentlich sollte erst ab 1. Februar 2022 keine Förderung für die Effizienzgebäude-Stufe 55 bei Neubauten mehr gewährt werden – nun ist dieses vorgezogen worden“, informiert Klaus Weiler. Er ist Vorstand im Bundesverband deutscher Fördermittel-Berater (BvdFB) in Berlin. Als ergänzendes Fördertool gab es bisher auch den Zuschuss für Brennstoffzellen.

Bisherige Regelung: Was wurde gefördert?

Bei allen Nichtwohngebäuden – seien es Neubauten als oder Komplettsanierung zum Effizienzgebäude – werden Energiesparmaßnahmen per Kredit und zugehörigem Tilgungszuschuss oder per direktem Zuschuss für Einzelmaßnahmen von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gewährt. Der Tilgungszuschuss ist, neben den Baumaßnahmen, für Fachplanung, Baubegleitung und Nachhaltigkeitszertifizierung gedacht. Er reduziert die Darlehenssumme. Zusätzlich gibt es einen Zuschuss für Einzelmaßnahmen, den das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gewährt. „Die Zuschusshöhe ist jedoch immer gleich“, weiß Weiler.

Wie wurde Neubau gefördert?

Die Höhe der Förderung durch die KfW orientierte sich an der Nettogrundfläche des Gebäudes. Unternehmer erhielten bis zu 2.000 Euro Kredit pro Quadratmeter Nettogrundfläche, insgesamt aber maximal 30 Millionen Euro. Der Zinssatz für den Kredit hing von der Bonität des Antragstellers ab. Der Zuschuss war umso höher, je energieeffizienter das Gebäude ist, bei Neubauten konnte er bis zu 22,5 Prozent der Investitionssumme betragen. Die Förderung bei Neubauten ist gestrichen.

Wie wurde Altbau gefördert?

Die Konditionen für den Kredit bei Kauf oder Sanierung entsprechen denen von Neubauten. Bauantrag oder Bauanzeige müssen zum Zeitpunkt des Antrags allerdings mindestens fünf Jahre alt sein. „Der Zuschuss liegt zwischen 25 Prozent und 50 Prozent der Investitionssumme“, wirbt Weiler für die Nutzung der BEG.

Das bleibt: So werden Einzelmaßnahmen gefördert

Einzelmaßnahmen fördert die BAFA mit einem Kredit inklusive Tilgungszuschuss. Die Förderhöhe orientiert sich an der Nettogrundfläche des Gebäudes: Antragsteller erhalten 1.000 Euro pro Quadratmeter Nettogrundfläche, insgesamt maximal 15 Millionen Euro Kredit. Der Zuschuss beträgt 20 Prozent der förder­fähigen Investitionskosten. Das Mindestinvestitionsvolumen liegt bei 2.000 Euro.

Dies Ausnahme bleibt bestehen: die Förderung bei Heizungstechnik durch die KfW: „Hier kann der Zuschuss bis zu 50 Prozent betragen und es ist ausreichend, wenn ein Fachbetrieb die benötigten Bestätigungen ausfüllt – ein Effizienzberater ist in diesem Ausnahmefall nicht nötig“, sagt Weiler. Aber: Sofern der Zuschuss zusammen mit einer Einzelmaßnahme an der Gebäudehülle und/oder einem Antrag für Anlagentechnik (außer Heizung) beantragt wird, ist die Einbindung eines Energieeffizienz-Experten notwendig.

Fördervoraussetzungen

Gefördert wird nur, wenn der Antrag gestellt wurde, bevor das Projekt begann. „Viele Anträge scheitern, weil der Bauherr bereits Absprachen mit ausführenden Firmen getroffen hat“, warnt Weiler. Zudem muss grundsätzlich ein Experte für Energieeffizienz eingebunden werden, zu finden auf einer Liste der Deutschen Energie-Agentur (dena).

Die Förderung der Effizienzberater-Kosten

Die KfW fördert die Baubegleitung von Sanierung oder Bau durch Effizienzberater bis zu einem Rechnungsbetrag von zehn Euro pro Quadratmeter Nettogrundfläche, wenn eine neue Effizienzgebäude-Stufe erreicht wird. Maximal werden 40.000 Euro pro Vorhaben angerechnet, 50 Prozent davon werden als (Tilgungs-) Zuschuss gewährt – also bis zu 20.000 Euro. Bei Einzelmaßnahmen fördert die KfW bis zu einem Rechnungsbetrag von fünf Euro pro Quadratmeter Nettogrundfläche, aber maximal 20.000 Euro pro Jahr. Davon sind ­wiederum 50 Prozent Tilgungszuschuss, also bis zu 10.000 Euro. Der Antrag für die Baubegleitung wird direkt mit dem Kredit- bzw. Zuschussantrag gestellt.

Fördermittelberatung nutzen

Unternehmer erhalten eine Fördermittelberatung bei ihrer Handwerkskammer. Aber auch die Hausbank und die KfW (kostenfreier Service: 0800-5399001) helfen bei der Antragstellung. „Sinnvoll ist es auch, sich an einen – möglichst in einem Verband organisierten Fördermittelberater zu wenden“, sagt Klaus Weiler. Diese Berater berechnen Pauschalen zwischen 1.200 Euro und 1.400 Euro oder Tagessätze – abhängig von Branche, Komplexität und Standort, „aber nur, wenn sie auch mindestens drei Programme für den Kunden finden“, sagt Weiler. Die Kosten sind bis zu 90 Prozent förderfähig.

Die Förderung durch die KfW – alte Regelung

Die aktuellen Konditionen der KfW im Rahmen der Bauförderung für effiziente Gebäude (BEG). Finanziert werden energieeffiziente Gewerbeneubauten oder Komplettsanierungen.

BEG Kredit (263)
  • Förderkredit ab 0,83 Prozent effektiver Jahreszins für Sanierung und Neubau
  • bis zu 30 Mio. Euro Kredit für Effizienzgebäude
  • bis zu 15 Mio. Euro Kredit für Einzelmaßnahmen
  • zwischen 15 % und 50 % Tilgungszuschuss
  • zusätzliche Förderung möglich, z. B. für Baubegleitung und Nachhaltigkeitszertifizierung
BEG Zuschuss (463)
  • für Komplettsanierung und Bau von Effizienzgebäuden
  • Sanierungszuschuss bis zu 15 Mio. Euro
  • Bauzuschuss bis zu 6,75 Mio. Euro
  • zusätzliche Förderung möglich, z. B. für Baubegleitung und Nachhaltigkeitszertifizierung