Ransomware bleibt die Bedrohung Nummer eins, doch die künstliche Intelligenz macht den größten Sprung im Risikoranking der Versicherer – von Platz 10 auf Platz 2, so das Ergebnis einer Befragung der Allianz zu den wichtigsten Geschäftsrisiken für 2026.

Das Allianz Risk Barometer erfasst die wichtigsten Unternehmensrisiken für das Jahr 2026, die von 3.338 Risikomanagement-Experten aus fast 100 Ländern und Regionen gewählt wurden. Aus Deutschland nahmen 451 Personen an der Studie teil.
Risikoranking: Welche Gefahren beschäftigen Risikomanager 2026 am meisten?
Wichtigstes Ergebnis: Cybervorfälle dominieren auch 2026 die Sorgen der Unternehmen weltweit. Zum fünften Mal in Folge führen sie das Allianz Risk Barometer an. 42 Prozent der befragten Risikoexperten nannten Cyberattacken als größte Gefahr für ihr Unternehmen.
So erfolgen Cyberattacken
Cyberattacken werden meist mithilfe von Ransomware durchgeführt. Das ist eine Art Schadsoftware (auch Malware genannt), die sich in fremden Computern festsetzt und dort Dateien sperrt, indem sie diese verschlüsselt. Oft wird auch mit einer Veröffentlichung der Daten gedroht. Das Ziel ist es meist, ein Lösegeld (Ransom) zu erpressen, um im Gegenzug den Zugriff wiederherzustellen. Die Zahlungen werden zunehmend in Kryptowährung gefordert.
Ransomware verbreitet sich über bösartige E-Mail-Anhänge, Links oder manipulierte Webseiten.
KI-Risiken springen auf Platz 2 im Risikoranking
Die eigentliche Überraschung des Rankings ist jedoch der rasante Aufstieg der künstlichen Intelligenz: Von Platz 10 im Vorjahr katapultierte sich das Thema auf den zweiten Rang. 32 Prozent der Befragten bewerten KI inzwischen als hohes Risiko – branchenübergreifend.
Die Bedenken sind vielschichtig: KI birgt operative und rechtliche Risiken, kann aber auch die Reputation von Unternehmen gefährden. Dennoch überwiegt bei vielen der Optimismus: Fast die Hälfte der Befragten glaubt, dass KI ihrer Branche mehr Vorteile als Risiken bringt. "Ein Fünftel ist jedoch gegenteiliger Meinung, während der Rest der Meinung ist, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen ist. Ausbildung, Umschulung und Weiterbildung sind die wichtigsten Maßnahmen, die Unternehmen als Reaktion auf die zunehmende Einführung von KI in der Belegschaft ergreifen", schreibt die Allianz in ihrer Analyse. Unternehmen müssten zudem die richtigen Risikomanagement- und Governance-Rahmenbedingungen implementieren, um die Chancen der KI erfolgreich zu nutzen.
Sowohl Cyberrisiken als auch KI gehören nun in jeder Region und in fast allen in der diesjährigen Umfrage analysierten Branchen zu den fünf größten Risiken. Eine Cyberversicherung ist für Unternehmer deshalb heute das, was früher die Feuerversicherung war: ein Muss.
Existenzretter Cyberversicherung
Eine Cyberversicherung kann im Ernstfall existenzrettend sein – etwa bei Verlusten durch Datenmanipulation oder Betriebsunterbrechungen.
Eine Cyberpolice sollte folgende Kosten abdecken:
- Wiederherstellung von Daten und IT-Systemen (dies sollte der IT-Experte des Versicherers übernehmen)
- Ertragsausfälle durch Betriebsunterbrechung
- Haftungsfälle bei Datenschutzverletzungen
- Forensische und rechtliche Unterstützung im Krisenfall
Laut Allianz Commercial geraten zunehmend kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in den Fokus, da Angriffe durch KI-gestützte Suche nach Schwachstellen automatisiert erfolgen. Wer dann nicht ausreichend technisch oder versicherungstechnisch abgesichert ist, riskiert wirtschaftliche Schäden bis zur Existenzgefährdung.
Deutschland: Cyberattacken und Regulierung als neues Toprisiko
In Deutschland zeigt sich ein ähnliches Bild mit einigen Besonderheiten: Cyberattacken und Betriebsunterbrechungen belegen unverändert die Plätze 1 und 2. Neu auf dem dritten Rang sind jedoch Änderungen in Gesetzgebung und Regulierung – ein Hinweis auf wachsende Sorgen vor bürokratischen Pflichten und regulatorischer Unsicherheit.
KI-Risiken steigen in Deutschland direkt auf Platz 4 ein. Überraschend: Politische Risiken und Gewalt fielen von Platz 6 auf 10 zurück – trotz zahlreicher politisch motivierter Anschläge auf die Bahn-Infrastruktur und zuletzt in Berlin.
Betriebsunterbrechungen erstmals nicht in den Top 2
Zum ersten Mal seit Jahren gehören Betriebsunterbrechungen nicht mehr zu den beiden größten Risiken und fallen auf Platz 3 zurück. Sie bleiben dennoch relevant, da sie häufig als Folge anderer Risiken auftreten – etwa nach Cyberattacken, Naturkatastrophen oder Extremwetterereignissen.
Naturkatastrophen selbst rutschten nach einer vergleichsweise ruhigen Hurrikan-Saison 2025 auf Platz 5. Dagegen kletterten politische Risiken und Gewalt angesichts zunehmender geopolitischer Instabilität von Rang 9 auf 7.
Diese Risiken fürchten Risikomanager für 2026 am meisten
Wer mehr zum Risk Barometer der Allianz lesen möchte, findet hier weitere Ergebnisse der Befragung. Dies sind weltweit die größten Geschäftsrisiken für 2026:

