IAA Transportation 2026 VW Nutzfahrzeuge auf der IAA 2026: Update statt Umbruch

VW Nutzfahrzeuge auf dem Messeparkett der IAA Transportation in Hannover – das heißt Evolution statt Revolution, viele Neuheiten für Handwerker und ziemlich spannende Aussichten.

Lang gemacht: 250 Millimeter Zuwachs für den ID. Buzz mit langem Radstand.
Lang gemacht für VW Nutzfahrzeuge: 250 Millimeter Zuwachs für den ID. Buzz mit langem Radstand. - © VW Nutzfahrzeuge/Uli Sonntag

Was 250 Millimeter nicht alles bedeuten können: Schuhgröße 40, etwas mehr als die Handspanne von Torwart Manuel Neuer, die Zylinderbohrung des ersten funktions­fähigen Motors von Rudolf Diesel. Hier sind’s 250 Millimeter mehr Achsabstand und somit Gesamtlänge für den VW ID. Buzz Cargo mit langem Radstand. Mit diesem Schritt wächst der Cargo auf das aktuell gängige Längenmaß von fünf Metern der kompakten Transporter heran.

Endlich, werden Interessenten des E-Transporters sagen, die das Großformat von der Pkw-Ausführung kennen. Unter neuer Führung von Volkswagen Nutzfahrzeuge gehen Dinge, die vorher nicht möglich schienen. Und so dehnt und streckt sich der lange ID. Buzz Cargo, nimmt 4,4 Kubikmeter Ladung auf. Nicht üppig – wegen der hohen Ladekante aufgrund des Heckmotors –, aber immerhin ein halber Kubikmeter mehr. Weil die Schiebetür mitwächst, passt nun eine Europalette längs durch die seitliche Öffnung. Auch gibt VW dem langen Cargo einen robusten Boden mit und eine zweite Schiebetür. Verschwunden ist dagegen das Fach unter dem Frachtboden für das Ladekabel.

ID. Buzz Cargo: 86-kWh-Aggregat oder mehr Fracht?

Wegen des Radstands von 3.289 Milli­metern passt eine Batterie mit 86 kWh ins Kellergeschoss. Das bedeutet viel Reichweite, sogar mehr als mancher benötigt. Vorschlag: Wie wär’s alternativ mit einer Kompaktausführung der Batterie, einem niedrigeren Preis und höherer Nutzlast? Denn sie beläuft sich auf maximal 700 Kilogramm, nicht eben viel. Schauen wir genau hin: zulässige Gesamtmasse 3.250 Kilo, die Vorderachse trägt 1.530 die hintere 1.820 Kilo, der Cargo stößt an Grenzen. Der etwas größere Wendekreis – rund 11,8 statt 11,1 Meter – lässt sich angesichts der enormen Handlichkeit des E-Transporters verschmerzen.

Damit nicht genug. Das Einstiegs­modell ID. Buzz Cargo Pure trägt nun eine Batterie von 58 kWh und leistet 140 kW/190 PS statt 125 kW/170 PS. Die Allrad­variante namens 4Motion zieht 1,8 Tonnen, als Langversion 1,6 Tonnen. Per Adapter lassen sich E-Geräte mit einer Leistung bis zu 2,0 kW anschließen oder aufladen. Es gibt einen Einpedal-Fahr­modus mit kräftiger Rekuperation, leistungsfähigere Assistenzsysteme erkennen rote Ampeln, bremsen davor automatisch ab.

Caddy Cargo: DoKa-Pritsche oder Aufbauten?

Auch bei den Geschwistern des ID. Buzz Cargo tut sich was. Da wäre der aufgefrischte VW Caddy Cargo, er blickt freundlicher in die Arbeitswelt. Der ­Caddy profitiert ebenfalls von der Ampelbremse, zusätzlich vom weiterentwickelten Cockpit. Oder der VW Transporter, dessen rare Variante Doka mit Pritsche – Hersteller Scattolini – inzwischen zu bekommen ist. Sie gibt’s in zahlreichen Antriebsvarianten als Diesel und Elektriker. Bei der Nutzlast heißt es Obacht, sie beläuft sich auf nur rund 700 Kilo.

VW Nutzfahrzeuge bietet nun Fahrgestell und Aufbau aus einer Hand

Überdies öffnet sich VW Nutzfahrzeuge den Aufbauern. Das Stichwort heißt Einrechnungsfahrzeug, sprich Fahrgestell und Aufbau aus einer Hand vom VW-Händler. Beispiele sind Crafter mit Kofferaufbau von Junge und Spier oder hier der Kipper in Zusammenarbeit mit Schoon. Der Rahmen der Dreiseiten-Kippbrücke ist feuerverzinkt, die Bordwände mit handfesten Verschlüssen bestehen aus Aluminium, alternativ Stahlblech. In den stählernen Boden sind eine gute Handvoll Zurrösen eingelassen. Maximal eine Tonne Nutzlast als 3,5-Tonner oder bis zu knapp 2,5 Tonnen als schweres Kaliber trägt der Kipper. Diesel mit unterschiedlichen Leistungen, Schalt- oder Automatikgetriebe, auf Wunsch 4x4, zwei Radstände, Einzel- und Doppelkabine – da kann man angesichts von 40 Grundfahrzeugen im Konfigurator versinken. Praktisch: Das Auf und Ab der Kippbrücke funktioniert per Tastendruck im Fahrerhaus – der Hersteller lässt ­Kipperfahrer nicht im Regen stehen.

Material drin oder nicht? VW Nutzfahrzeuge bastelt am "Intelligent Loading Space"

Das gilt im übertragenen Sinne ebenso für Transporter von morgen. Nein, es geht nicht um e-Caddy und e-Crafter, das dauert noch. Es geht um das, was sich im und rund um den Laderaum abspielt. Siehe das Projekt Crafter ILS, ausgeschrieben „Intelligent Loading Space“, eine beispielhafte Vernetzung, dargestellt mit Sortimo. Ist der Tagesplan für den Monteur geladen, erkennt der Transporter, ob das nötige Material an Bord ist. Er weiß, ob bestimmte Werkzeuge oder Ma­schinen in anderen Transportern des Betriebs lagern und untereinander getauscht werden können. Ebenso meldet ILS am Ende des Arbeitstags fehlendes Verbrauchsmaterial. Dies hilft beim Auffüllen, kann in die Rechnungsstellung einfließen. Sicherheit kommt nicht zu kurz, durch Überwachung des Laderaums per Kamera oder Fernverriegelung der Schubladen durch Tastendruck auf den Autoschlüssel, das verringert die Fehlquote durch Diebstahl bei geöffneter Tür.

Das zweite Stichwort heißt „Transport as a Service“, kurz Taas. VW Nutzfahrzeuge verwandelt mit dem Mobilitätsdienstleister Moia einen autonom fahrenden ID. Buzz AD („Autonomous Driving“) in eine rollende Packstation. Der Transporter weiß, wo welche Sendung abgeliefert wird, fährt autonom zum Ziel. Mittels einer App kann der Empfänger die Schiebetür öffnen und die vorsortierte Box mit seiner Sendung – und nur diese – entnehmen. Dieser ­Service eignet sich vermutlich vor allem zur Belieferung in Gewerbegebieten. Wobei wir wieder beim Handwerk ange­kommen sind.

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