Betriebsteuern -

Tipps für junge Gründer Was lässt sich alles von der Steuer absetzen?

Manchmal ist es gar nicht so leicht den Überblick zu behalten: Was kann alles von der Steuer abgesetzt werden? Oft übersieht man die kleinen Beträge - die am Ende aber eine ganze Menge ausmachen können. Lesen Sie hilfreiche Tipps und Informationen für Ihre Steuererklärung.

Themenseite: Steuerstrategien

Unzählige Zettel sammeln sich in Kartons auf dem Schreibtisch, die Frist beim Finanzamt steht schon wieder an und die Woche lässt neben den Aufträgen keine Luft für den Papierkram. Wenn es dann schnell gehen muss, passieren leicht Fehler und so werden auch Beträge, die sich steuerlich absetzen lassen, einfach übersehen. Doch auch jeder noch so kleine Betrag kann im großen Ganzen ein enormes Steuersparpotential ergeben. Finanzexperte und Geschäftsführer vom Online-Buchhaltungsprogramm Billomat Paul-Alexander Thies zeigt, was speziell Handwerksbetriebe im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben alles steuerlich absetzen können und damit die Steuer so gering wie möglich halten.

Die Werbungskosten: Lager, Laptop oder Bohrmaschine

Um am Ende des Jahres satte Gewinne zu erzielen, gilt es einiges zu investieren. In Handwerksbetrieben geht es dabei nicht nur um Bürobedarf, sondern vor allem um Arbeitsmittel wie Werkzeug, Material oder Geräte und sichere Arbeitskleidung. Doch auch jeder Stift, Textmarker oder Satz Druckerpapier zählt am Ende des Jahres!

Denn grundsätzlich gilt: Alles was investiert wird, um die Einnahmen zu erzielen, kann gegenüber dem Fiskus abgesetzt werden. Dazu zählen die Rechnungen für Internet und Telefon oder den neuen Wasserkocher, genau wie die Miete für Büro- oder Lagerräume. Ein gutes Geschäft mit Second-Hand-Gegenständen gemacht? Auch diese können als steuermindernde Werbungskosten geltend gemacht werden.

Abschreibung trifft Nutzungsdauer

Größere Betriebsausgaben können nicht im Jahr der Anschaffung und Bezahlung komplett abgesetzt werden. Laptop, Handy, Arbeitsgeräte, Büromöbel und Co. unterliegen der AfA (Absetzung für Abnutzung) und werden über mehrere Jahre von der Steuer abgezogen. Das Finanzamt stellt hier genaue Vorgaben, über wie viele Jahre eine Betriebsausgabe abgesetzt werden muss.

Geringwertige Wirtschaftsgüter dagegen, (GWG), also alle Anschaffungen unter 800 Euro, können noch im selben Jahr geltend gemacht werden. Gegenstände zwischen 150 und 1.000 Euro können dabei als sogenannte Pool- oder Sammelabschreibung, also als gemeinsamer Posten, abgesetzt werden.

Dienstfahren und Verpflegungspauschale

Mit dem Sprinter auf dem Weg zum Kunden? Auch die Kosten für Dienstreisen, Hotels oder die Anfahrt zum Kunden lassen sich steuerlich absetzen. 30 Cent pro zurückgelegten Kilometer werden vom Finanzamt zurückgezahlt. Doch es muss nicht immer der Firmenwagen sein: Auch die Bahncard oder Tickets für öffentliche Verkehrsmittel können abgesetzt werden. Wird das Auto jedoch auch privat genutzt, muss der Privatanteil von den Ausgaben abgezogen werden.

Auf der Raststätte das Jägerschnitzel oder ein Kaffee zwischendurch? Bei längerer Abwesenheit aus dem Büro können selbständige Handwerker sich einen pauschalen Verpflegungsmehraufwand in der Steuererklärung anrechnen lassen.

Digitales von der Steuer absetzen

Auch wenn im Handwerk eher auf Schweiß und Handarbeit gesetzt wird, kommt auch der meist beschäftigte Meister um einige Stunden am Schreibtisch pro Woche nicht herum. Ob Rechnungssoftware, Virenscanner, Kosten für Logo und Website oder monatliche Kontoführungsgebühren – digital kann einiges in der Steuererklärung als Betriebsausgabe verrechnet werden. Wer sich zudem weiterbildet oder Zusatzqualifikationen erlangt, gewinnt sogar doppelt: Während sich die eigene Expertise erweitert, verringern Bildungsangebote die Abgaben an den Fiskus.

Versicherungen, Kirchensteuer und außergewöhnliche Belastungen

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Selbständige sehen sich zahlreichen Beiträgen für Versicherungen und Kammern sowie größeren Risiken als Festangestellte gegenüber. Doch Rentenversicherung, Altersvorsorge, die berufliche Haftpflichtversicherung sowie die Kranken- und Pflegeversicherung – egal ob gesetzlich oder privat – sind absetzbar und auch die Kirchensteuer senkt als Sonderausgabe das zu versteuernde Einkommen.

Handwerksbetriebe sind zudem in der Handwerkskammer oder in der Industrie- und Handelskammer eingetragen, deren Beiträge in der Steuererklärung aufgezeigt werden sollten. Zudem können außergewöhnliche Belastungen, wie zum Beispiel Krankheitsfälle oder Ausgaben für Beerdigungen, die gerade Selbständige vor große Probleme stellen können, verbucht werden.

Pflege der Geschäftsbeziehungen: Businesslunch und Weihnachtsgeschenk

Auch im Handwerk sind manchmal echte Softskills gefragt, denn wer Aufträge an Land ziehen will, muss die eigene Expertise auch verkaufen können. Ein Kaffee zwischendurch oder der gemeinsame Lunch können hier geschäftsentscheidend sein. Doch wer zahlt? Diese Ausgaben für Kunden, Lieferanten oder Geschäftspartner werden als Bewirtungsbeleg beim Finanzamt eingereicht. Und auch Spenden, Geschenke für Mitarbeiter oder Partner und Provisionen sollten in der Steuererklärung bedacht werden.

Das Fazit für junge Gründer zum Thema 'Steuern sparen'

Akribisches Zettel- und Belege sammeln, Beschriften, Kopieren, Aufkleben und dann Stunde um Stunde vor der Rechnungssoftware: Buchhaltung und Steuererklärung sind für die meisten Handwerksbetriebe eher lästige Nebensache. Der wöchentliche Satz Papierkram sollte jedoch nicht unterschätzt werden. Ob Büro, Lagerräume, Werkzeug, Arbeitsgeräte und Transporter oder Software, Versicherungen und die Altersvorsorge: Wer weiß, wo die eigenen Steuersparpotentiale liegen, wird mit einer möglichst geringen Steuer und einem zufriedenen Finanzamt belohnt.

Über Billomat 

Billomat ist ein webbasiertes Buchhaltungsprogramm, mit dem Kunden ihre Buchhaltung von überall schnell, sicher und effektiv erledigen können. Mithilfe der mobilen App und der SSL-verschlüsselten Cloud-Technologie können Rechnungen und Mahnungen bequem von unterwegs verwaltet werden. Das Ziel von Billomat ist es, Buchhaltung für Startups, Unternehmen und Selbständige so leicht wie möglich zu gestalten, damit die Nutzer mehr Raum für die wichtigeren Seiten des Geschäftslebens haben.

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