Netzunabhängige Energie Baustrom-Produkte: Fernab von Steckdosen und fester Infrastruktur sicher arbeiten

Als zuverlässige Stromquelle für Bauarbeiten in abgelegenen Gebieten oder Montagearbeiten „auf der grünen Wiese“ sind Notstromaggregate unverzichtbar. Eine neue Information der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) erklärt, was für die Auswahl von Baustrom-Produkten und das sichere Betreiben von Stromerzeugern wichtig ist.

Baustrom sicher bereitstellen
Bei abgelegenen Baustellen ohne reguläre Stromversorgung muss der Baustrom über eine eigene Anlage vor Ort erzeugt werden. - © bluedesign - stock.adobe.com

Immer wenn die reguläre Stromversorgung nicht zur Verfügung steht – ob ausgefallen, abgeschaltet oder gar nicht vorhanden –, werden andere Quellen benötigt, um den Bedarf an elektrischer Energie vor Ort zu decken. Diese Niederspannungsstromerzeugungsanlagen, wie sie die DGUV-Information 203-032 nennt, sind auch unter den salopperen Bezeichnungen Generator oder Notstromaggregat bekannt.

Baustrom-Produkte: Von der tragbaren Power Station bis zum Container-Aggregat

Die Produktpalette ist bei den Stromerzeugern breit. Sie reicht von tragbaren Geräten in handlichen Größen für private Haushalte und Gärten bis hin zu modularen Systemen in Containerbauweise, die Dieselmotoren mit Photovoltaikanlagen und Batteriespeichern kombinieren. Die DGUV-Information 203-032 ist im Juli 2025 neu erschienen. Das Dokument beschreibt, was beim Auswählen und Betreiben solcher Ersatzstromerzeuger zu beachten ist. Der Umfang der Neuausgabe ist um acht Seiten auf nunmehr 44 Seiten angewachsen, was vor allem am großzügigeren Layout liegt.

Neu: Warnung vor Brandrisiken bei Baustrom-Energiespeichern mit Li-Ionen-Akkus

Durch die Überarbeitung sind keine neuen Vorschriften an die Stromerzeugung auf Baustellen dazugekommen. Die Umschreibungen relevanter Begriffe wie Anschlusspunkt und Übergabepunkt, Isolationsüberwachungseinrichtung (IMD) oder Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (RCD) sind geblieben.

Hinzugefügt wurden im Abschnitt „Anforderungen an den Aufstellort“ einige Warnhinweise für elektrochemische Energiespeicher bezüglich deren Brandgefahr. Gemeint sind die als Alternativen zum Dieselgenerator entwickelten Energiespeicher auf Basis von Li-Ionen-Akkus, die als Power-Ports oder Power-Boxen angeboten werden.  

Achtung Brandgefahr! Darauf müssen Anwender bei Power-Ports oder Power-Boxen achten

Bei allen mit Li-Ionen-Akkus ausgestatteten Baustrom-Lösungen müssen die Anwender darauf achten, dass schon leichte Verformungen oder Beschädigungen des Gehäuses durch mechanische Einwirkungen von außen einen Brand verursachen können. Darüber hinaus muss für die Geräte bei hohen Außentemperaturen unbedingt ein Schattenplatz ausgewählt werden, um einem Überhitzen vorzubeugen.

Inbetriebnahme der Baustrom-Erzeuger: Ablauf hängt von der verwendeten Technik ab

Wichtig ist, bei den technischen Ausführungen zwischen Stromerzeugern mit Schutzpotenzialausgleich und solchen mit Erdungsanschluss zu unterscheiden. Das hat Folgen für die Inbetriebnahme, was die DGUV-Information anhand von Ablaufschemata darstellt. Darüber hinaus informiert die Informationsschrift zu den unterschiedlichen Betriebsarten, Gefährdungen und Schutzmaßnahmen sowie den Anforderungen an Prüfung und Wartung.

Übersichten und Musterdokumente in den Anhängen

Die Anhänge machen fast die Hälfte des Dokuments aus und können für Anwender hier und da durchaus hilfreich sein. Wer etwa beim Deuten von Kurzzeichen und Symbolen auf elektrischen Betriebsmitteln unsicher ist, findet in Anhang 1 Unterstützung. Anhang 2 fasst die Einteilung der Schutzarten gemäß VDE 0470-1 zusammen, Anhang 3 stellt die Kennzeichnungen von Kabeln und Leitungen vor.

Ein vierseitiges Musterprotokoll findet sich in Anhang 5. Dieses ausführliche Prüfprotokoll lässt sich nun direkt im PDF ausfüllen. Es bietet zuständigen Elektrofachkräften eine Orientierung zu den Prüfanforderungen.

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