Bewerbungszeitraum 2025 läuft! Interview mit Natalie Rosner, Siegerin 'Top Gründer im Handwerk 2023': "Zieht Euer eigenes Ding durch"

Sich nicht beirren zu lassen und den eigenen Weg konsequent zu verfolgen lautet das Erfolgsrezept von Natalie Rosner, Siegerin beim Wettbewerb „Top Gründer im Handwerk 2023“. Im Interview erklärt sie, dass eine Gründung kein Sprint ist und warum sie trotz Wirtschaftsflaute gerade viel investiert.

Natalie Rosner denkt gerne an ihre Auszeichnung als "Top Gründerin im Handwerk" zurück. - © Julian Windscheid
handwerk magazin: Frau Rosner, als unser Chefredakteur Sie darüber informiert hat, dass Sie die Top Gründerin 2023 geworden sind, waren Sie zunächst sprachlos. Hatten Sie denn gar nicht damit gerechnet zu gewinnen?

Rosner: Natürlich geht man immer mit der Hoffnung in einen Wettbewerb, auch eine gute Platzierung zu erreichen. Ich hatte mir angeschaut, wer die letzten Jahre so gewonnen hat, da waren schon echte Spitzenkandidaten dabei. Insofern dachte ich, vielleicht wird das was, vielleicht reicht es aber auch nicht. Als Patrick Neumann dann anrief und sagte „Glückwunsch, Sie haben gewonnen“, war ich zunächst wirklich total überrascht. Es ist halt was anderes, an einen möglichen Gewinn zu denken, als ihn dann tatsächlich zu erleben.

Wie war Ihre Stimmung auf dem Weg zur Preisverleihung nach Frankfurt?

Auf jeden Fall war da vor allem eine sehr große Vorfreude auf das, was uns erwartet. Schon der Videodreh im Vorfeld war für uns total spannend. Die vielen Kameras und die ganze Abstimmung, so etwas kannten wir bislang gar nicht. Da wir auch nicht genau wussten, wer die anderen Preisträger sind und welche Szenen tatsächlich in das Siegervideo hineinkommen, gab es zudem vor Ort noch ­einige Überraschungsmomente.

Wie haben Sie den Abend erlebt?

Die Stimmung im Ruderclub vor der Frankfurter Skyline sorgte für eine tolle Atmosphäre. Ich fand besonders den Austausch mit den anderen Preisträgern super interessant. Jeder war aus einer anderen Branche und ich finde es immer toll, wenn man branchenübergreifend so ein bisschen philosophieren kann, wie die anderen gewisse Themen angehen. Top-Gründer-Preisträger Markus Mack hat mir etwa erzählt, wie er mit den Bewertungen von Google umgeht. Gleich nach der Rückkehr von der Preisverleihung habe ich dann das Kundenmarketing intensiviert, ein Jahr nach dem Kauf der Brille erhält der Kunde jetzt eine Einladung zum Augencheck. Das wird super angenommen.

Die Siegerin 2023:

Klassisches Handwerk mit moderner Technologie zu verbinden und sich damit ein Alleinstellungsmerkmal am Markt zu verschaffen: Natalie Rosner, Augenoptikermeisterin und Geschäftsführerin der Brillenhelden GmbH in Worbis, hat sich mit ihrem innovativen Konzept den mit 7.000 Euro dotierten ersten Platz in der Kategorie Top Gründerin 2023 gesichert. Die Jury beeindruckte sie nicht nur mit einer ausgezeichneten wirtschaftlichen Entwicklung, sondern auch mit medizinischer Beratung der Kunden sowie zahlreichen digitalen Angeboten. So können Brillenkäufer am eigenen Avatar sehen, wie ihnen ein Modell steht, die Brillenproduktion im 3-D-Druck ermöglicht zudem eine schnelle Versorgung vor Ort.

Dann sind Sie also nach der Preisverleihung gleich wieder schwungvoll in den Alltag gestartet?

Auf jeden Fall. Erst mal war natürlich auch viel Öffentlichkeitsarbeit gefragt. Die Termine mit dem Tagesgeschäft zu koordinieren war schon einigermaßen herausfordernd. Zudem mein Mann Franz und ich kurz nach der Preisverleihung auch beschlossen hatten, das Geschäft um die Hörakustik zu erweitern. Aktuell bin ich gerade dabei, zusätzlich auch den Meistertitel in diesem Handwerk zu erwerben. Die Erweiterung war zwar schon lange geplant, der Preis hat uns jetzt noch mal bestätigt, dass wir damit auf dem richtigen Weg sind.

Natalie Rosner (Mitte), Top Gründerin im Handwerk, freut sich mit Top Gründer Markus Mack (Mitte) und den Top-Geschäftsidee-Preisträgern Nanetta Ruf und Sebastian Pascal Scheffel über die Auszeichnung bei einem der renommiertesten Wettbewerbe im Handwerk.
Natalie Rosner (Mitte), Top Gründerin im Handwerk, freut sich mit Top Gründer Markus Mack (Mitte) und den Top-Geschäftsidee-Preisträgern Nanetta Ruf und Sebastian Pascal Scheffel über die Auszeichnung bei einem der renommiertesten Wettbewerbe im Handwerk. - © Bert Bostelmann
Sie sind also trotz der allgemeinen Wirtschaftsflaute auf Wachstumskurs?

Die Nachfrage von den Kunden zu Leistungen im Bereich der Hörakustik ist schon lange da, viele warten nur darauf, dass es endlich losgeht. Nachdem wir bei der Optik schon unfassbar digitalisiert aufgestellt sind, wollen wir das in der Hörakustik natürlich auch so machen. Erst nur einige Grundleistungen anzubieten und dann später umständlich zu digitalisieren entspricht einfach nicht unserer Philosophie. Deshalb gehen wir jetzt gleich in die Vollen und investieren auch noch mal ein paar Euro mehr als eigentlich notwendig.

Das klingt sehr mutig, Haben Sie gar keine Angst vor großen Zahlen?

Eine Gründung ist kein Sprint, bei dem man schnell vorankommen muss. Wir sind seit der Geschäftseröffnung 2019 stetig gewachsen und konnten so Schritt für Schritt auch ein Gefühl für die Zahlen entwickeln. Dabei lernt man auch mit großen Beträgen entspannter umzugehen. Mein Motto lautet: Lieber etwas tun, auch wenn man nicht sicher weiß, ob es klappt. Denn wenn ich es nicht versuche, werde ich nie eine Antwort bekommen.

Was können Sie anderen Gründern empfehlen?

Auf jeden Fall einfach sein eigenes Ding zu machen, egal, was andere darüber sagen. Auch wenn scheinbar viele Steine auf dem Weg liegen und es immer mal wieder besser oder schlechter läuft, gibt es nichts Schöneres, als diesen Weg beschritten zu haben!

Top Gründer im Handwerk:

"Macher. Machen. Mut!“ – nie war das Award-Motto treffender als in diesen fordernden Zeiten. Klar, die Wirtschaft schwächelt und die politische Großwetterlage scheint schwierig. Doch gerade deshalb sind (Gründer-)Mut, Innovationsgeist und Durchhaltevermögen besonders gefragt.

Bei der 19. Ausgabe des renommierten Awards „Top Gründer im Handwerk“ zeichnet handwerk magazin mit seinen Partnern – der Signal Iduna Gruppe sowie Lexware – wieder außergewöhnliche Macherinnen und Macher aus. Der Wettbewerb steht auch im Jahr 2025 unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK).

Sie sind in der Handwerksrolle eingetragen oder haben in den letzten fünf Jahren einen Betrieb übernommen? Sie haben ein tolles Gründungskonzept? Sie strotzen nur so vor Innovationskraft? Sie überzeugen mit Ihrem Service- oder Marketingkonzept? Sie sind stolz auf Ihren wirtschaftlichen Erfolg? Die langfristige Perspektive und finanzielle Sicherheit sind bei Ihnen gegeben?

Dann freuen wir uns auf Ihre aussagekräftige Bewerbung. Oder Sie kennen eine Person, auf die diese Beschreibungen zutreffen. Dann einfach die Gründerin oder den Gründer vorschlagen.

Eine hochkarätige Jury mit Experten aus Handwerk, Verbänden und Unternehmen wertet die Bewerbungen unter strikter Einhaltung des Datenschutzes aus. Die Preisverleihung erfolgt am 20. September 2025 im feierlichen Rahmen des Bundeskongresses der Junioren des Handwerks in der Zeche Hansemann in Dortmund.

Kategorien:
# Top Gründerin
# Top Gründer
# Top Geschäftsidee

Preisgeld:
Insgesamt 17.000 Euro

Einsendeschluss:
15. Juni 2025

Bewerbungsunterlagen:
handwerk-magazin.de/topgruender2025

Zugehörige Themenseiten:
Frauen im Handwerk, Geschäftsideen und Top Gründer