Neuer Fußschutz-Trend Sicherheitsschuhe für jede Fußsituation: PSA auch für Problemfüße

Qualitativ hochwertige Sicherheitsschuhe überzeugen nicht nur durch Stabilität, Ergonomie und Rutschfestigkeit, sondern bieten oft auch eine moderne Optik. Doch Fuß ist nicht gleich Fuß, und die üblichen Modelle von der Stange passen bei individuellen Eigenheiten nicht immer ideal. Die gute Nachricht: Einige Hersteller haben darauf reagiert und bieten diverse Lösungen für anspruchsvolle oder schwierige Fußsituationen an.

Mann beim Anziehen eines Sicherheitsschuhs
Hat ein Mitarbeiter Problemfüße, wird das Anziehen der Sicherheitsschuhe oft zur Qual. - © sergey - stock.adobe.com

Gutes Schuhwerk verhindert Über- und Fehlbelastungen, reduziert das Risiko für Stolpern und Rutschen und beugt Schwielen und Blasen vor. Da hochwertiger Fußschutz in vielen Handwerksbranchen vorgeschrieben und damit auch unverzichtbar ist, gibt es im Rahmen der Persönlichen Schutzausrüstung (PSA) inzwischen ein riesiges Herstellerangebot an professionellen Sicherheitsschuhen für Kundendienst, Baustelle, Werkstatt oder Produktion.

Was tun, wenn die Füße nicht der Norm entsprechen?

Schwierig kann es trotz des großen Angebots aber immer dann werden, wenn der Fuß nicht den Normmaßen entspricht, bei der Arbeit aber das Tragen von Sicherheitsschuhen vorgeschrieben ist. In diesen Fällen ist ein Sicherheitsschuh von der Stange nicht immer optimal:

  • bei sehr großen oder sehr kleinen Füßen

  • bei besonders breiten Fußformen

  • bei Fußfehlstellungen wie Plattfüßen, Senkfüßen, Knickfüßen oder Spreizfüßen

  • bei Hallux valgus (Hammerzeh oder Ballenzeh) und anderen orthopädischen Besonderheiten

  • bei Vorliegen eines Fersensporns, das ist eine oft schmerzhafte, dornartige Verknöcherung am Fersenbein

Fußprobleme: Die häufigsten Risikofaktoren sind Übergewicht und Alter

Kommt dann bei den betroffenen Trägern auch noch Übergewicht hinzu, kann das die Probleme massiv verstärken, da die Füße dann eine für den Körperbau unverhältnismäßig hohe Last tragen müssen. Auch in einer alternden Belegschaft nimmt die Neigung zu einer Fußfehlstellung zu, da Muskeln, Sehnen und Bänder sowohl Kraft als auch Stabilität verlieren. Krankheiten wie Arthrose oder Rheuma können noch dazu die Fußprobleme verstärken.

Zum Glück muss sich heute niemand mehr ein Stück vom Zeh oder von der Ferse abschneiden, damit der Schuh – wie im Märchen vom Aschenputtel – auch passt und sitzt. Denn die Hersteller der Fußschutz-PSA bieten inzwischen für viele Arten von Problemfüßen zugeschnittene Lösungen. Dazu zählen:

  • Sicherheitsschuhe mit Mehrweitensystemen

  • Sicherheitsschuhe in extrabreiten Größen

  • Sicherheitsschuhe für Frauen mit Ballenzeh (Hallux valgus) und einem seitlichen Dehnbereich

Weltneuheit bei der PSA: Die ersten Barfuß-Sicherheitsschuhe

Auch Trends aus dem Freizeitschuhbereich wie Schuhe mit Luftkissen oder Barfußschuhe werden von den Herstellern aufgegriffen. Barfußschuhe sollen die Fußmuskulatur stärken und eine natürliche Fußstellung fördern. Schon 2024 stellte das Unternehmen Baak den weltweit ersten Barfuß-Sicherheitsschuh vor.

Das Potenzial von Barfußschuhen im Arbeitsschutz ist noch nicht abzuschätzen. Ein natürliches Laufgefühl mit einem echten Sicherheitsschuh, das heißt mit Zehenschutzkappe und Durchtritthemmung, zu bieten, ist eine Herausforderung. Doch der Trend zu individuellen Lösungen ist nicht aufzuhalten und mehr Optionen beim Fußschutz kommen der Fußgesundheit zugute. Der eine braucht mehr Dämpfung, für den anderen ist Stabilität wichtiger.

Wichtig: Einlagen und orthopädische Zurichtungen für Sicherheitsschuhe nur vom Fachbetrieb anfertigen lassen!

Ist auch unter diesen neueren Entwicklungen kein Modell von der Stange zu finden, das den eigenen Anforderungen entspricht? Dann führt oft kein Weg an orthopädischen Anpassungen vorbei. Ein versierter Orthopädie-Schuhmacher hat viele Möglichkeiten, einen Schuh speziell an die Bedürfnisse seines Trägers anzupassen oder – wie es im Fachjargon heißt – zuzurichten. Das Spektrum dieser Zurichtungen reicht von speziellen Einlagen über Absatzerhöhungen, Ballen- oder Mittelfußrollen, Pelotten (Vorfußeinlagen) und Schafterweiterungen bis zu Fersenkeilen bei Beinlängendifferenzen oder zur Entlastung der Achillessehne.

Fußschutz im Winter: Nicht ohne Spikes und/oder Sohlenwärmer

Angepasster Fußschutz kann sich nicht nur auf den Fuß, sondern auch auf die Tätigkeit oder die Umgebungsbedingungen beziehen. Gerade bei Outdoor-Tätigkeiten bei Kälte, Eis und Schnee kann ein ansonsten bestens geeigneter Sicherheitsschuh an seine Grenzen stoßen. Zwar sind viele Modelle für einen breiten Temperaturbereich vorgesehen, der Tragekomfort kann bei Kälte jedoch nachlassen und die Füße auskühlen.

Speziell gefütterte Sicherheitsschuhe oder wärmende Socken sind dann die bessere Lösung. Für Arbeiten mit Rutschgefahr bieten sich Sicherheitsschuhe mit Spikes an. Einige neuere Modelle erlauben ein Aus- und Einklappen dieser kleinen Metallstifte, ohne dass der Schuh ausgezogen werden muss. Beim Verwenden von Einlegesohlen (Sohlenwärmer) muss sichergestellt sein, dass der Schuh mit dieser Einlage gemäß DGUV Regel 112-191 freigegeben ist. Denn steckt man eine beliebige Einlage in seinen S1-Schuh, gilt dieser nicht mehr als zertifizierter Sicherheitsschuh.

Fazit: Durch individuellen Fußschutz lassen sich Unfälle und Fehlzeiten vermeiden

Beim Fußschutz sollte man niemals sparen, sondern im wahrsten Sinne des Wortes auf Nummer sicher gehen. Hochwertiges und nötigenfalls individuell dem Träger und den Gefahren an seinem Arbeitsplatz angepasstes Schuhwerk schützt nicht nur vor Verletzungen, sondern beugt auch vorschneller Müdigkeit, Verspannungen im Beinbereich sowie Straucheln und Stolpern vor. Nur wer gut und sicher auf beiden Beinen steht, kann auch ergonomisch und effizient arbeiten. Ein hochwertiger und individuell zum Träger passender Sicherheitsschuh ist allemal kostengünstiger als Verletzungen durch Stolperunfälle oder Fehlzeiten wegen Rückenbeschwerden.

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