Umfrageergebnisse "Ausbildung" UFH-Umfrage: Betriebe werben um Azubis mit Teamgeist, Stolz und sicheren Arbeitsplätzen

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Ausbildung und Fachkräftemangel

Die UnternehmerFrauen im Handwerk (UFH) wollten in ihrer jüngsten Umfrage wissen, mit welchen Maßnahmen die Betriebe junge Menschen von einer Ausbildung im Handwerk zu überzeugen versuchen. Wichtig auch: Welche Erfolge erzielen sie damit? Und: Mit welchen Argumenten lehnen junge Menschen eine Ausbildung im Handwerk ab? Hier sind die Antworten der 38 Umfrageteilnehmer.

Für eine Ausbildung im Handwerk werben.
Für eine Ausbildung im Handwerk werben. – © jackfrog – stock.adobe.com

Zum Handwerk zählen rund 1.000.000 Betriebe mit rund 5,57 Millionen Menschen – das sind 12 Prozent aller Erwerbstätigen, informiert der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH). Im Jahr 2021 erreichte der Umsatz im Handwerk rund 668 Milliarden Euro (ohne MwSt).

Die Ausbildungszahlen in den Gewerken sind allerdings seit Jahren rückläufig. Mehr als minus 22 Prozent seit 2009. Damals waren es noch 462.000 Azubis, heute sind es gerade mal 360.000. Dies sind 29 Prozent aller Auszubildenden in Deutschland.

Der jahrelange Rückgang wirkt sich nun in fehlenden Arbeitskräften in den Betrieben aus. Die UnternehmerFrauen im Handwerk wollten deshalb von den Unternehmern wissen, ob und wie sie sich um Nachwuchs für ihren Betrieb bemühen.

Spannend auch die Frage: Welche Maßnahmen wirken – und welche Argumente bringen potenzielle Azubis vor, um eine Ausbildung im Handwerk abzulehnen? Hier haben wir die Ergebnisse der Umfrage jetzt zusammen gefasst.

Fragen an und Antworten aus dem Handwerk:

Wie attraktiv ein Betrieb für einen Azubi ist, hat vor allem etwas mit den Bedürfnissen des Auszubildenden zu tun. Das haben die Betriebe erkannt und werben vor allem mit der Sicherheit des Arbeitsplatzes, dem tollen Team und dem Stolz, den eine handwerkliche Arbeit hervorrufen kann.

1. Mit welchen Argumenten werben Sie für eine Ausbildung in Ihrem Betrieb?

Argumente für Ausbildung
© handwerk magazin/UFH-Umfrage

2. Mit welchen Maßnahmen bemühen Sie sich um Azubis?

Zur Ansprache junger Menschen nutzen die meisten Betriebe ihre eigene Homepage, Instagram und Facebook sowie Besuche in Schulen und Girls‘Days – so zwei Ergebnisse der jüngsten Umfrage der UnternehmerFrauen im Handwerk (UFH).

Maßnahmen zur Azubigewinnung
© handwerk magazin/UFH-Umfrage

3. Wie schätzen Sie die Erfolge Ihrer Maßnahmen ein?

(Schulnoten-Skala von 1 ‚sehr gut‘ bis 6 ‚ungenügend‘)

Bei der Bewertung des Erfolgs der Maßnahmen – die 38 Umfrageteilnehmer konnten Schulnoten vergeben – zeigt sich ein unterschiedliches Bild: Der Besuch von Schulen wird von knapp der Hälfte der Befragten mit „befriedigend“ bewertet. Jeweils zwei Teilnehmer vergaben aber auch eine Eins und eine Sechs.

Besuche in Schulen
Besuche in Schulen?
© handwerk magazin/UFH-Umfrage
Facebook

Die Erfolge über Facebook wurden von rund der Hälfte der Befragten ebenfalls mit „befriedigend“ benotet, acht vergaben eine Zwei. Jeweils vier Befragte waren sehr unzufrieden. Ihr Urteil: „mangelhaft“ oder „ungenügend“.

facebook
© handwerk magazin/UFH-Umfrage
Instagram
Instagram
© handwerk magazin/UFH-Umfrage

LinkedIn

Wenig Erfolg brachte LinkedIn: 15 Befragte vergaben eine Sechs, acht eine Fünf. Aber: Immerhin drei Betriebe hatten mit der Plattform sehr gute Erfolge.

Anzeigen auf der eigenen Homepage

Auch die eigene Homepage bringt befriedigende oder bessere Erfolge.

Anzeigen auf eigener Homepage
© handwerk magazin/UFH-Umfrage
Handwerksmessen

Schulnoten zwischen Eins und Drei vergaben 19 Betriebe für den Besuch von Handwerksmessen. Für neun Betriebe lohnten sich die Messen in Bezug auf die Azubi-Ansprache nicht.

Girls Day

Immerhin 18 Betriebe verzeichneten gute oder befriedigende Ergebnisse mit Girls‘Days, aber zehn Betriebe vergaben eine Fünf oder Sechs für diese Aktion.

4. Welche Argumente hören Sie von jungen Menschen, die gegen eine Ausbildung im Handwerk sprechen?

Und was sagen die potenziellen Azubis? „Körperlich zu anstrengend, zu wenig Gehalt, fehlende gesellschaftliche Anerkennung“ – drei Argumente, bei denen das Handwerk ansetzen kann.

Argumente gegen Ausbildung im Handwerk
© handwerk magazin/UFH-Umfrage

5. Welche Maßnahmen wünschen Sie sich von der Politik, um das Problem fehlender Auszubildender in den Griff zu bekommen?

Bei dieser Frage herrschte große Einigkeit. Die Unternehmer nannten ganz überwiegend: „Anerkennung des Handwerks als tragende Säule des Mittelstandes“, „Wertschätzung des Handwerks“ und die „Staatliche Förderung der Ausbildung im Handwerk“ als Hauptaufgaben der Politik.