Interview mit Amir El-Attar Baustellenüberwachung: So schützen Sie Ihre teuren Geräte effektiv mit RFID, Barcodes und GPS

Baustellenüberwachung mit Sicherheitspersonal oder aber RFID, Barcodes sowie GPS? Um Geräte und Werkzeuge auf Baustellen am besten abzusichern, rät Amir El-Attar, Partner der Geschäftsführung beim Sicherheitsdienstleister SSB aus Esslingen am Neckar, zu einem Mix.

Immer im Blick: Bei einer gezielten Baustellenüberwachung lassen sich teure Geräte und Werkzeuge über GPS tracken. (Bild generiert mit KI) - © Kristina - stock.adobe.com

Herr El-Attar, ihre Firma bietet Baustellenüberwachung an. Wie gehen Sie dabei vor – überwiegend mit Personal oder vor allem mit Technologie?

Amir El-Attar: Es ist tatsächlich mittlerweile ein Zusammenspiel zwischen beidem. Zum einen verwenden wir technische Überwachung in Form von Zugangskontrollen oder Videoüberwachung. Neue, große und teure Werkzeugen werden häufig auch mit GPS-Trackern ausgestattet, damit nachvollziehbar ist, wo sie sich derzeit befinden. Technik allein ist sehr zeitversetzt und Personal allein zu intransparent. Die Mischung beider Bestandteile variiert je nach Größe der Baustelle.

Wie sieht eine Baustellenüberwachung mit Personal aus?

Dabei kommt es darauf an, was der Bauherr möchte. Natürlich bieten wir eine permanente Überwachung der Baustelle – vor allem natürlich nachts – als beste Lösung an, doch scheitert dies häufig an den Kosten. Daher werden die meisten Baustellen zwei- oder dreimal pro Nacht vom Personal aufgesucht. Hinzu kommen eine klassische Revierkontrolle mit Online-Wächterkontrollsystemen. Das ist natürlich auch eine Versicherungsthematik, da man über diese Bestandteile eine gewissenhafte Überwachung nachweisen kann.

Sie sprechen da vor allem von größeren Geräten. Wie sieht es bei kleineren Werkzeugen aus?

Die kleineren Werkzeuge werden ja meist im Material-Container untergebracht. Im besten Fall gibt es eine Inventarliste an Werkzeugen, die morgens ausgegeben und abends wieder zurückgenommen werden. Dann weiß man genau, wer hat es entgegengenommen und wer hat es auch vollständig wieder zurückgebracht hat. Denn, das muss man leider so sagen: Die meisten Werkzeuge und Geräte kommen innerhalb des eigenen Unternehmens abhanden.

Wie viel Werkzeuge gehen denn im Schnitt von Baustellen verloren?

Auf jeder Baustelle kommt etwas weg, allerdings werden viele Diebstähle und Verluste nicht gemeldet, daher gibt es eine hohe Dunkelziffer.

Amir El-Attar, Partner der Geschäftsführung beim Sicherheitsdienstleister SSB aus Esslingen am Neckar. - © SSB – Sicherheit, Service, Beratung GmbH

Bitte erklären Sie nun die Technik, die Sie neben Video Baustellenüberwachung verwenden.

Da verwenden wir gerne die GPS-Tracker, die satellitengebunden sind. Im Gegensatz zu Tags, die übers Internet funktionieren, und daher nur bei Netzstabilität zuverlässig Geräte tracken können, zeigt GPS über Satellitenkoordinaten den Standort jeweils ganz exakt an. Der Schwachpunkt der Technologie ist allerdings die Akku-Laufzeit. Das heißt, man muss immer wieder checken, ob sie noch halten. Da gibt es einfache Tracker, deren Akku wirklich nur ein paar Tage läuft, und komplexere Signalgeber, die allerdings größer und damit schwieriger am Werkzeug anzubringen sind. Außerdem ist die Technologie natürlich kostspielig.

Es gibt ja auch andere Systeme wie RFID- oder Barcode-Tracking.

Bei GPS haben wir eben den großen Vorteil, dass wir den Aufenthalt der Werkzeuge in Echtzeit nachvollziehen können – ganz egal, wo sich das Werkzeug auf der Welt befindet. Das ist bei anderen Technologien, die nur eine begrenzte Reichweite haben oder keine konkrete Ortung zulassen, natürlich nicht möglich. Bei einem Werkzeug-Container oder sehr teuren Geräten, die ab einigen Tausend Euro aufwärts kosten, ist daher GPS durchaus das Mittel der Wahl.

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