Anerkennung, Sinn und faire Vergütung: Der „Isotec-Handwerkskompass“ zeigt, wie Wertschätzung die Beschäftigten im Handwerk motiviert und an die Betriebe bindet.

„Wenn Menschen im Handwerk bleiben sollen, brauchen sie mehr als einen sicheren Job – sie brauchen das Gefühl, dass ihre Arbeit Sinn hat und gesehen wird“, betont Horst Becker, Geschäftsführer der Isotec GmbH. Der Isotec-Handwerkskompass zeigt: Neben einer fairen Bezahlung ist es vor allem die Anerkennung, die Handwerker motiviert.
Doch zwischen Anspruch und Realität klafft eine Lücke. Die Studie zeigt deutlich: Bei Aspekten wie individueller Vergütung – etwa nach Erfahrung oder Leistung –, Sonderleistungen oder der sichtbaren Förderung der öffentlichen Wahrnehmung, besteht Nachholbedarf. Das schmälert nicht nur die Attraktivität vieler Betriebe, sondern wirkt sich auch direkt auf die Mitarbeiterbindung aus – vor allem bei jungen Fachkräften, die Sinn, Entwicklung und eine wertschätzende Führung erwarten.
Wie Betriebe Wertschätzung vermitteln
Attraktive Arbeitgeber im Handwerk setzen nicht allein auf monetäre Anreize, sondern auf eine gelebte Kultur der Wertschätzung. Die Isotec-Studie liefert fünf konkrete Empfehlungen, wie das in der Praxis gelingt:
- Transparenz und Förderung: Nachvollziehbare Gehaltsmodelle und gezielte Weiterentwicklung schaffen Vertrauen.
- Feedbackkultur und Teilhabe: Ein Betriebsklima, in dem Feedback selbstverständlich ist und Mitarbeiter mitgestalten können, stärkt das Miteinander.
- Sichtbarkeit schaffen: Wer Mitarbeiterleistungen öffentlich würdigt – etwa auf Social Media oder im Kundendialog –, sendet ein starkes Signal an die Belegschaft und fördert zugleich die öffentliche Wahrnehmung.
- Sinn erlebbar machen: Arbeitgeber im Handwerk können den Wert der Arbeit sichtbar machen, indem sie Vorher-Nachher-Fotos, Kundengeschichten oder persönliches Feedback nutzen. So erkennen Mitarbeiter konkret, welchen Unterschied ihre Arbeit macht – das fördert Identifikation und Stolz.
- Sonderleistungen: Zusatzangebote wie ein Diensthandy, ein Führerscheinzuschuss oder alltagsnahe Benefits werden bislang selten genutzt – bieten jedoch enormes Potenzial. Sie erhöhen die Attraktivität eines Betriebs, insbesondere für junge Fachkräfte.
Faire Vergütung sollte im Handwerk ein Hygienefaktor sein
„Darüber hinaus sollte eine faire Vergütung – leistungsgerecht, transparent und zukunftssichernd – im Handwerk ein Hygienefaktor sein und nicht zur Debatte stehen. Handwerk ist von Menschen für Menschen – und verdient echte Anerkennung, die weit über Geld hinausgeht“, fasst Horst Becker zusammen.
Anerkennung und Gehalt: Was Mitarbeiter im Betrieb hält
In dieser Grafik ist „Arbeit, die voll und ganz durch die genannte Anerkennung gekennzeichnet ist“ (vorhandene Attraktivität) auf der x-Achse dargestellt – und der „grundsätzliche Wert der Anerkennungen für die Attraktivität des Handwerks“ (notwendige Attraktivität) auf der y-Achse. Je weiter rechts ein anerkennender Aspekt für Mitarbeiter zu finden ist, desto besser wertschätzen Betriebe schon heute ihr Team.

Infos zur Analyse "Isotec-Handwerkskompass"
Die Studie "Isotec Handwerkskompass" untersucht und analysiert die Megatrends und Herausforderungen des Handwerks in sechs besonders attraktivitätsrelevanten Themenfeldern, nämlich der beruflichen Tätigkeit und der Rahmenbedingungen, der betrieblichen Organisation und der Führung, der Arbeitsplatzgestaltung und der Gesundheit, den beruflichen Perspektiven und der Karriere, dem Gehalt und der Anerkennung sowie dem Sinn und der Bedeutung. Sie formuliert ausgehend von dieser Analyse Ableitungen zur weiteren Steigerung der Attraktivität des Handwerks.

