Altersvorsorge Weltspartag: Das Alter mit strategischem Vermögensaufbau absichern

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Altersvorsorge und Vermögensaufbau

Heute ist Weltspartag. Seit fast 100 Jahren wird an diesem Tag weltweit auf die Bedeutung der finanziellen Vorsorge aufmerksam gemacht. Die Verantwortung für die Sicherung des eigenen Lebensstandards im Alter zu übernehmen, ist nicht nur eine Herausforderung, sondern – wenn der Vermögensaufbau strategisch erfolgt – auch eine Freude. Hier steht, wie’s gelingt.

Altersvorsorge: Damit zu anderen Sorgen keine finanziellen hinzukommen. – © sara – stock.adobe.com

Das Alter hat seine Mühen, keine Frage. Das Alter hat aber auch seine Highlights: Es gibt weniger von dem, was man tun muss und mehr von dem, was man tun mag. Doch das ‚Mögen‚ muss auch finanzierbar sein. Und das gelingt umso leichter, desto früher der Sparer damit beginnt, Geldfür die Altersvorsorge zurückzulegen.

Unschlagbar: Die Aktie für den Vermögensaufbau

„Aus sehr vielen Gründen ist die Aktie das richtige Anlageinstrument für den Vermögensaufbau“, sagt Robert Peres, Vorstandsvorsitzender der Initiative Minderheitsaktionäre, die sich für die Stärkung von Aktionärsrechten und besseren kollektiven Rechtsschutz einsetzt. In der aktuellen Lage sei sie der beste Inflationsschutz. So lassen sich in der anhaltenden Phase niedriger und zum Teil gar negativer Zinsen auskömmliche Renditen fast nur noch mit Aktien erzielen. Zumindest gilt für die Vergangenheit, dass die durchschnittliche Rendite des Deutschen Aktienindex DAX für den Zeitraum 1980 bis Ende 2020 bei über acht Prozent pro Jahr lag. „Eine internationale Betrachtung der Aktienindizes kommt auch für längere Zeiträume auf durchschnittliche Aktienrenditen von sechs bis neun Prozent„, so Peres.

Sparanlagen bringen keine Rendite

Sparbuch, Fest- und Tagesgeld bringen keine vernünftige Rendite. Genutzt werden sie von Anlegern trotzdem. Dem Nachteil keiner oder gar negativer Zinsen, steht der Vorteil großer Sicherheit gegenüber. Wer einen Teil seines Vermögens in diese Sparformen steckt, möchte also vor allem sein Vermögen gegen große Verluste absichern. Dafür sind diese Anleger bereit, einen (kleineren) realen Vermögensverlust durch die Inflation zu akzeptieren.

Kapitalanlagen: Diese Arten gibt es

Sinnvoller und mehr Rendite bringen andere Anlagen für die Altersvorsorge. Doch auch sie haben Vor- und Nachteile. Grundsätzlich gibt es:

  • Anleihen
  • Edelmetalle wie Silber und Gold
  • Rostoffe
  • Aktien
  • Immobilien

Anlage: Die richtige wählen

Die Verbraucherzentrale (VZ) hat drei grundlegende Gedanken formuliert, denen Investoren vor der Entscheidung für eine Kapitalanlage nach gehen sollten.

So sollten Anleger erstens für sich klären, wie lange sie welchen Betrag anlegen möchten. Grundsätzlich gilt dabei, dass Schuldentilgung wichtiger ist als Kapitalanlage. Und sie sollten für sich klären, welches Risiko sie bereit sind zu tragen: Konkret: Wie viel zwischenzeitlichen Kursverlust kann ein Anleger aushalten, ohne dass es ihn um seinen Schlaf bringt?

Zweitens rät die Verbraucherzentrale zu Skepsis gegenüber Verkäufern von Finanzprodukten. Wer einen Verkäufer nutzt, sollte am besten, das Gesagte dokumentieren oder einen Zeugen zum Beratungsgespräch mitnehmen. Wer Zweifel hat, kann seine regionale Verbraucherzentrale um eine Zweitmeinung bitten.

Drittens weißt die VZ daraufhin, dass die wichtigsten Erfolgskriterien einer Geldanlage die breite Risikostreuung und niedrige Kosten sind.

ETF: Mit diesen Fonds gelingen Risikostreuung und Kostenminimierung

Indexfonds – Exchange Traded Funds (ETF) – sind Publikumsfonds, die jedermann kaufen kann. Sie bilden immer einen Index ab, der aus mehreren, manchmal über 1.000 Wertpapieren, besteht. Da diese Fonds, je nach zugrundeliegendem Index, also sehr breit streuen, ist ihr Risiko grundsätzlich geringer als bei der Einzeltitelwahl für ein individuell zusammengestelltes Depot. Wer beispielsweise einen MSCI World-ETF kauft, investiert in rund 1.600 Unternehmen aus aller Welt. „Neben Aktien können Sie mit ETFs auch in viele andere Anlageklassen investieren. Aufgrund dieser Vielfalt und ihrer spezifischen Eigenschaften sind ETFs perfekte Bausteine für die private Geldanlage“, so die Experten von JustETF.com.

Im Vergleich mit aktiv gemanagten Fonds ist die Risikostreuung der ETF nicht grundsätzlich größer – denn beide investieren in viele verschiedene Titel. Jedoch sind die ETF auf der Kostenseite im Vorteil: Da sie keinen Fondsmanager haben, verursachen sie geringere Kosten. „Das ist wichtig, denn die Kosten belasten die Rendite von Fondsinvestments“, so Markus Jordan, Gründer der Plattform extraETF.com

Entscheiden: Welche Branchen möchte ein Anleger unterstützen

Grundsätzlich macht ein Investments in Fonds also mehr Sinn, als eine Einzelaktienauswahl. Das liegt vor allem daran, dass ein Privatanleger kaum die Zeit hat, sich in Bilanzen und Geschäftsmodelle von börsennotierten Gesellschaften einzuarbeiten und deren Entwicklung dauerhaft im Blick zu behalten. Trotzdem müssen sich Anleger Frage beantworten: Welchen Fonds wollen sie wählen? Sie können dabei zwischen Aktien-, Anleihen- oder Immobilienfonds wählen, zudem gibt es Themenfonds (Beispiel Nachhaltigkeit), Branchenfonds (Beispiel regenerative Energien), Regionenfonds (Beispiel Asia) oder Währungs- und anderen Spezialiätenfonds wählen. Wer hier genauer einsteigen möchte, findet auf der Seite des Bundesverband Investment und Asset Management e.V. BVI detaillierte Erklärungen.

Übrigens: Das Thema Nachhaltigkeit ist bleibt das Trendthema der Kapitalanlage. Wer einen Nachhaltigkeits-ETF sucht und dabei sicher sein möchte, dass es sich um ein geprüftes Konzept handelt, sollte auf das FNG-Siegel des Forums Nachhaltige Geldanlage (fng) achten. Ein guter Service dieses Forums ist auch diese Seite: https://www.forum-ng.org/de/fng-nachhaltigkeitsprofile. Dort hinterlegen die Fondsanbieter ihre Nachhaltigkeitsprofile, sodass Anleger nach vielen verschiedenen Kriterien den für sie besten Fonds finden können. Diese Nachhaltigkeitsprofile werden vom fng nicht überprüft.

Die Gesamtkostenquote

Die Gesamtkostenquote wird oft herangezogen, um einene Kostenvergleich von verschiedenen Fonds zu ermöglichen. „Die sogenannte Total Expense Ratio – kurz: TER – repräsentiert den Teil der Kosten, die jährlich vom Anbieter für die Indexnachbildung dem ETF entnommen wird. Dies kann alle möglichen Kosten beinhalten, vom Marketingbudget bis hin zu Depotbankgebühren und Lizenzkosten für den Index“, fassen die Experten von extraETF zusammen. Aber: „Nicht in der TER enthalten und dennoch extrem wichtig sind die Handelskosten, die für den Investor entstehen, die sogenannte Geld-Brief-Spanne, auch Spread genannt. Diese Handelsspanne wird bei allen Börsengeschäften berechnet und ist ein nicht zu unterschätzender Faktor“, ist auf der Plattform nachzulesen. Wer kaufen will, bezahlt den höhren Briefkurs, wer verkauft, erhält den niedrigeren Geldkurs.

Fazit: Sich selbst erkennen – um die richtige Wahl zu treffen

Jeder Anleger kann die für ihn passende Kapitalanlage für die Altersvorsorge selber finden. Denn wer seine eigenen Präferenzen und seine Risikoneigung klar definiert, kann das riesige Informationsangebot im Netz nutzen und passende Fonds finden. Wer trotzdem oder zusätzlich den Rat eines Experten einholen möchte, kann sich an seinen Bankberater wenden – er berät kostenlos. Bei freien Finanzberatern sollten Anleger unbedingt die entstehenden Kosten vor der Beratung eindeutig und schriftlich klären. Wer Stundensätze vereinbart, sollte die zu erwartende Anzahl an Beratungsstunden festlegen und einen Hinweis verabreden, wenn diese Stundenzahl überschritten wird.