Toyota krönt sein Transporterprogramm mit dem Toyota Proace Max. Der Newcomer bekommt handwerksgerechte Aufbauten. So fährt er sich mit Automatik.
Warum denn so grimmig? Oder ist’s einfach Tatendurst? Der neue Toyota Proace Max schaut energisch in die Transporterwelt. Vielleicht, weil er der größte der europäischen Toyota-Transporter ist. Oder weil er sich gegen zahlreiche Platzhirsche einschließlich der vier identischen Baureihen von Citroën, Fiat, Opel und Peugeot durchsetzen muss.
Mit dem Proace Max treten die Toyota-Transporter in eine neue Ära ein. Mehr Transporter war nie, das betrifft das Format des 3,5-Tonners ebenso wie seine Variantenvielfalt. Auch der neue dicke Brummer ist wie seine kleineren Geschwister Proace und Proace City ein Ableger der entsprechenden Stellantis-Modelle. Generika sozusagen. Ohne diese Kooperation könnte selbst der Automobilriese Toyota nicht ansatzweise mit einer solchen Flotte aufwarten.
Der Toyota Proace Max bietet eine große Auswahl fürs Handwerk
Sie ist speziell beim Proace Max sehr üppig. Kastenwagen in drei Längen von 5,4 bis 6,4 Metern und in drei Höhen, Fahrgestelle mit Leiterrahmen und Flachboden.
Maßgeschneidert fürs Handwerk sind außerdem Pritschen von Scattolini aus Italien und Dreiseitenkipper aus Aluminium vom französischen Fabrikat JPM. Ein ganz schön strammer Max also. Doch Vorsicht: Im Unterschied zu den Kollegen macht Toyota bei 3,5 Tonnen Schluss. Schwerere Kaliber gibt es nicht, ausgenommen die E-Variante mit 4,25 Tonnen, die mit ihrer dicken Batterie von nominell 110 kWh sonst unter Nutzlast-Entzug leiden würde.
Getestet wird der Toyota Proace Max als 140-PS-Diesel
Dazu gibt es die Auswahl unter drei Diesel-Leistungsstufen von 88 kW/120 PS bis 132 kW/180 PS, zwischen Sechsgang-Schalter und Achtgang-Automatik. Die Redaktion hat sich für eine erste ausgiebige Proberunde für die mittlere Motorisierung mit 103 kW/140 PS und Automatikgetriebe entschieden. Ein echter Alleskönner, der nahezu jegliche Einsätze abdeckt. Und mit Automatik von einem Drehmomentzuschlag profitiert, macht 380 Nm statt deren 350 beim Schalter. Das Getriebe stammt vom japanischen Hersteller Aisin, dort bedienen sich auch die Wettbewerber VW Crafter/MAN TGE.
Die acht Gänge sind fein abgestimmt, das heißt ordentlich Zugkraft unter allen Bedingungen. Bei Tempo 100 dreht die Maschine rund 2.000 Touren, da hat das durchzugsstarke und akustisch stets präsente Triebwerk ordentlich zuzusetzen. Die Automatik wechselt die Gänge flink und schlagsahneweich. Verhaspelt sich auch nicht in Kreisverkehren mit schnellen Lastwechseln. Allenfalls bei sehr niedrigem Tempo vertraut sie nicht so recht auf den bulligen Motor und schaltet unnötig früh zurück in den Anfahrgang.
Programmierbare Armaturen
Verfolgen kann dies der Fahrer sehr schön anhand der digitalen Armaturen. Sie sind programmierbar, mit großem Tacho oder kleiner Navigation in der Mitte. Oder dem Bordrechner, der mit seiner wechselnden farbigen Anzeige für den Dieselverbrauch an einen klassischen Bandtacho aus den Sechzigern erinnert. Wenig gelungen ist allein der verspielte Drehzahlmesser mit seiner groben Anzeige in 500er-Schritten. Beim Proace Max Automatik spielt dies nur eine Nebenrolle, beim Schalter ist es ärgerlich.
Dies wie andere Themen unterscheidet sich nicht vom baugleichen Stellantis-Quartett. Da wären das leer brettharte Fahrwerk – strammer Max, und wie – und die fein abgestimmte, elektrisch unterstützte Lenkung. Die froschähnliche Sitzposition speziell für große Fahrer und das überraschend üppige Angebot an Assistenzsystemen – immerhin feierte das Basismodell seine Premiere vor inzwischen 18 Jahren. Oder die etwas luftig wirkende Karosserie mit riesiger Schiebetür, vorbildlicher Raumausnutzung im Laderaum sowie günstiger Nutzlast.
Ausführliche Qualitätschecks für den Toyota Proace Max im Stellantis-Werk
Und warum Toyota und nicht Citroën, Fiat, Opel oder Peugeot? Vielleicht deshalb: Toyota-Mitarbeiter überprüfen den Proace Max nach einem Kriterienkatalog mit rund 80 Punkten in den beiden Stellantis-Werken in Italien und Polen. Toyota hat schließlich einen Ruf als Qualitätsmarke. An den Start geht der größte Toyota in Deutschland bei den 37 Professional-Händlern mit weiteren 19 Stützpunkten. Flächendeckend ist das nicht, die Zahl soll parallel zum Proace Max wachsen. Auch daher der grimmige Blick mit reichlich Tatendurst.
Pick-up unter Strom: Toyota Hilux
Viele sind gekommen und wieder gegangen, er ist geblieben: Der Toyota Hilux gehört zu den wenigen Konstanten in der Pick-up-Szene. Jetzt setzt Toyota ihn unter Strom, jedenfalls ein wenig: Ab Frühjahr geht der Hilux als Mild-Hybrid an den Start.
Eine kleine Batterie mit 4,3 Ah speichert Strom beim Bremsen und stellt ihn beim Anfahren wieder zur Verfügung. Angetrieben wird ein E-Motor mit 12 kW/16 PS sowie einem Drehmoment von 65 Nm.
Klingt angesichts des 2,8-Liter-Diesels mit 150 kW/204 PS und 500 Nm nicht viel. Hat aber praktische Vorzüge: Die Leerlaufdrehzahl sinkt von 720 auf lediglich 600 Touren, das Anfahrverhalten wird harmonischer, der Verbrauch sinkt. Dazu fehlen noch Angaben.
Hinzu kommt erstmals beim Hilux Multi Terrain Select, eine Vorwahl unterschiedlicher Einstellungen des Allradantriebs je nach Untergrund. Bis zur Automatik: Dann erfassen Sensoren den Fahrbahnzustand und passen die Reaktionen des Antriebs an.


