Preisverleihung in Dortmund Top Gründer im Handwerk 2025: Drei Unternehmen machen mit "Tradition 4.0" Nachfolger-Träume wahr

Zum mittlerweile schon 19. Mal haben handwerk magazin, die Signal Iduna Gruppe sowie Lexware die innovativsten Gründungen, Geschäftsideen und Konzepte mit dem Award "Top Gründer im Handwerk" ausgezeichnet. Bei der emotionalen Preisverleihung in der Dortmunder Zeche Hansemann feierten die Siegerinnen und Sieger 2025 gemeinsam mit den Junioren des Handwerks eine stimmungsvolle Party.

Top Gründer im Handwerk 2025: Uhlig, Steiert, Vonderstraß, Ambach, Ferda, Hofmann, Kruse
Die Preisträger 2025: "Top Gründer" Philipp Steiert (2.v.l.) und Dennis Vonderstraß (3.v.l.) mit Laudator Torsten Uhlig (li.), "Top Gründerin" Britta Ambach (4.v.l.) mit Laudator Jan Peter Kruse (re.) und der für seine "Top Geschäftsidee" ausgezeichnete Lino Ferda (3.v.r.) mit Laudatorin Sara Hofmann (2.v.r.). - © Markus J. Feger

Besser hätte das Timing am 20. September 2025 nicht sein können. Während Britta Ambach, Lino Ferda, Dennis Vonderstraß und Philipp Steiert auf der Award-Bühne stolz ihre Top-Gründer-Pokale vor die Smartphone-Screens hielten, feierte sich der Wirtschaftszweig mit seinem bundesweiten Aktionstag selbst. Tag des Handwerks gleich Tag der Sieger! Zumal der diesjährige Aktionstag ganz im Zeichen von Gesundheit, Zufriedenheit und Zukunftsperspektiven im Arbeitsleben stand. Als hätten die sympathischen Gründer, die sich in Dortmund von den gut 100 Teilnehmern der Preisverleihung für ihren Mut, ihre Kreativität und ihre Innovationsfreude hochleben ließen, hier als Role Model gedient.

Schon bei der ersten Kontaktaufnahme, als Chefredakteur Patrick Neumann zum Hörer griff und die Jungunternehmer über ihren jeweiligen Sieg in der Kategorie „Top Gründerin“, „Top Gründer“ oder „Top Geschäftsidee“ informierte, wurde es richtig emotional. „Das ist wirklich so heftig“, entfuhr es Top-Geschäftsidee-Gewinner Ferda. Auch Handwerkschef Vonderstraß freute sich „riesig, ich bin total aufgeregt!“ Und bei Siegerin Ambach konnte man spüren, wie stolz die Holzblasinstrumentenmachermeisterin auf die eigene Leistung ist: „Das ist richtig toll!“ Ein bisschen Ungläubigkeit ob des eigenen Erfolges schwang da bei allen noch hörbar mit.

Schlagfertige Preisträger, gut gelauntes Publikum

Und am Abend der Sieger? Da machte sich in der schicken Event-Location, der Dortmunder Zeche Hansemann, ganz viel Zuversicht breit. Egal ob im lockeren Talk mit Moderator Neumann oder in der Fragerunde mit den Laudatoren – auf die Fragen von Signal-Iduna-CEO Torsten Uhlig, Holzmann-Medien-Verlagsleiter Jan Peter Kruse oder von Sara Hofmann, die wenige Stunden zuvor zur neuen Bundesvorsitzenden der Handwerksjunioren gewählt worden war, antworteten die Preisträger schlagfertig und mit einer Klarheit, die auch das gut gelaunte Publikum überzeugte. „Wir feiern Macher“ – der Slogan auf der großen Video-Wand unterstrich das einmal mehr.

Ferner zeigte das Top-Gründer-Event, das wie all die Jahre im Rahmen des Bundeskongresses der Handwerksjunioren stattfand, mit welchem klaren Plan die ausgezeichneten Gründerinnen und Gründer Ambach, Ferda, Vonderstraß und Steiert durchstarten wollen und wie sie ihre Träume verwirklichen, ohne dabei mit Traditionen und Werten zu brechen – sozusagen "Tradition 4.0". Noch dazu in einem Wirtschaftszweig, der laut Statistischem Bundesamt im Jahr 2023 einen Umsatz von 766 Milliarden Euro erzielte. Ein Plus von 6,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Rahmenbedingungen könnten deutlich schlechter sein.

Top Gründerin: Holzblasinstrumentenmachermeisterin Britta Ambach (Musikhaus Ambach), Winnenden

Top Gründerin Britta Ambach ging nach der Meisterprüfung im Holzblasinstrumentenmacher-Handwerk zunächst in die Schweiz, um im für sie „schönsten Beruf“ als Angestellte zu arbeiten. Doch es zog sie zurück in die Heimat, wo sie – mangels Jobangeboten in ihrer Branche – zunächst als Werkstattleiterin in einer feinmechanischen Werkstätte arbeitete. Als sie angesprochen wurde, ob sie nicht ein Musikhaus in Winnenden weiterführen möchte, nutzte die Handwerksmeisterin die Chance, endlich in ihren Traumberuf selbstbestimmt und nach eigenen Maßstäben zu arbeiten. Deshalb kaufte sie vom Vorbesitzer lediglich den Bestand und spezialisierte sich auf Holzblasinstrumente, die sie von der Blockflöte bis zum Fagott auch selbst spielt. Ein Alleinstellungsmerkmal, das ihre Kunden sehr schätzen. Zumal sie durch den Einsatz von KI in Rechnungswesen und Kommunikation ausreichend Zeit für die Kundenberatung auf Augenhöhe hat.

Top Gründer: Malermeister Dennis Vonderstraß (Steiert GmbH), Kirchzarten

Top Gründer Dennis Vonderstraß und sein Geschäftspartner Philipp Steiert wussten schon während der gemeinsamen Meisterprüfung im Malerhandwerk: „Wenn wir später mal beruflich etwas zusammen machen, wird das super.“ Die Unternehmer aus Kirchzarten konnten ihrer Vision von einem innovativen Handwerksbetrieb mit familiärem Miteinander, einer wertschätzenden Unternehmensführung und einer professionellen Organisation schließlich 2022 durch den Kauf des Familienbetriebs von Philipp Steiert einen Schritt näherkommen. Sie digitalisierten Lagerhaltung und betriebliche Prozesse, erweiterten das Leistungsspektrum um die Bereiche Stuckateur und Gerüstbau und professionalisierten das Marketing. Ein echter Kraftakt, der die Bezeichnung „super“ mehr als verdient hat: Der Betrieb ist in drei Jahren von neun auf 60 Mitarbeiter gewachsen und erzielte 2024 über sechs Millionen Euro Umsatz.

Top Geschäftsidee: SHK-Unternehmer Lino Ferda (HEEET HOLDING GmbH), Siegen

Top-Geschäftsidee-Preisträger Lino Ferda und seinem Vater Peter war klar: Wer künftig die begehrten Fachkräfte im SHK-Handwerk (Sanitär, Heizung, Klima) für sich gewinnen möchte, muss professionelle Strukturen schaffen und den Mitarbeitern attraktive Arbeitsplätze bieten. Um das zu schaffen, kam der Bachelor of Engineering auf eine ungewöhnliche Idee: Er fragte den Chef seines ehemaligen Ausbildungsbetriebs, ob er nicht mit dem Familienbetrieb der Ferdas fusionieren wolle. Aus dem Gedankenblitz entstand aus zwei Familienbetrieben mit HEEET in Siegen eine schlagkräftige, moderne Marke, bei der ambitionierte Fachkräfte gerne arbeiten.

Die "Top Gründer" zeigen, wie Nachfolge im Handwerk neu gedacht wird

„Die innovativen Lösungen der Preisträger zeigen, dass eine Übernahme oder Nachfolge auch ein vielversprechender Weg sein kann, die eigene unternehmerische Vision zu verwirklichen“, erklärte Patrick Neumann, Chefredakteur von handwerk magazin, bei der Preisverleihung in der Dortmunder Zeche Hansemann. An dem Wettbewerb, der auch in diesem Jahr wieder unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie stand, haben sich knapp 50 Gründer und Nachfolger aus allen handwerklichen Gewerken mit ihren Konzepten beteiligt. Diese wurden von einer unabhängigen Jury mit Vertretern aus Handwerk, Verbänden, Industrie und der Start-up-Szene auf Basis der eingereichten Businesspläne sowie der Umsatz- und Mitarbeiterentwicklung geprüft und bewertet.

Impressionen der "Top Gründer im Handwerk"-Preisverleihung in der Dortmunder Zeche Hansemann

Wie Sie sehen, stehen die diesjährigen "Top Gründer im Handwerk" fest. Zum zweiten Mal nicht als Erst- bis Drittplatzierte, sondern erneut in den neuen Kategorien "Top Gründerin im Handwerk", "Top Gründer im Handwerk" und "Top Geschäftsidee im Handwerk". Insgesamt haben wir also drei Handwerksbetriebe, die sich über die begehrte Auszeichnung freuen können. Und dementsprechend groß war die Begeisterung – und vor allem auch die Freude und die Emotionen – bei der Preisverleihung am 20. September 2025 im großen Saal des Bildungszentrums Hansemann in der Zeche Adolf von Hansemann der Handwerkskammer Dortmund, das sich in Dortmund-Mengede befindet. Die schönsten und erinnerungswürdigsten Impressionen haben wir für Sie noch einmal in einer Bildergalerie zusammengefasst. Klicken Sie sich durch und genießen Sie noch einmal die besten Eindrücke der Veranstaltung:

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