Fahrbericht Peugeot E-Expert: Günstig elektrisch unterwegs in der Umweltzone

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Das Einsatzfahrzeug eines Handwerkers, der hauptsächlich in der Stadt unterwegs ist, sollte möglichst kostengünstig und umweltfreundlich sein. Mit diesem Fokus haben wir den Peugeot e-Expert Kastenwagen Avantage L2 unter die Lupe genommen.

Peugeot e-Expert Kastenwagen Avantage L2
Von Baustelle zu Baustelle: Gerade in der City macht der Peugeot e-Expert eine gute Figur. – © Peugeot

Prinzipiell kennen wir ihn ja schon: den Peugeot Expert. Hier steht er nun in der L2-Karosse vor uns: Er ist handliche 4,96 Meter lang und mit einem 5,3 Kubikmeter großen Laderaum für den handwerkerspezifischen Ausbau gerüstet. Unser Testwagen, die Avantage Edition in „Artense Silber“, trägt allerdings ein großes „E“ auf dem Kennzeichen und ein kleines blaues vor der Modellbezeichnung am Heck des Franzosen. Das steht für den rein batterieelek­trischen Antrieb mit einer Permanent­magnet-Maschine unter der Motorhaube. Sie leistet je nach gewähltem Fahrmodus 60 („Eco“), 80 („Normal“) oder 100 kW („Power“) und stellt 260 Newtonmeter Drehmoment bereit. Besagte Modi aktiviert der Fahrer im e-Cockpit via Taste – im Sparprogramm werden übrigens ­Heizung und Klima zugunsten der Reichweite abgeschaltet.

E-Antrieb mit Spaßfaktor

Wichtig für das speditive Talent des E-Kastenwagens: Der über die seitlichen Schiebetüren sowie zwei Heck-Schwingtüren zugängliche Laderaum lässt sich uneingeschränkt nutzen, weil das Lithium-Ionen-Akku-Paket flach im Unter­boden versteckt ist. Was auch den ­Schwerpunkt absenkt und damit die Fahrsicherheit erhöht. Übrigens macht der e-Expert dank des linearen Dreh­moment-Maximums des Elektromotors und des stufenlosen Direktgetriebes durchweg Spaß. Im zügig durcheilten Geläuf undvor allem beim Beschleunigen. Beispielsweise steht man an der Ampel neben dem Diesel-Transporter eines Kollegen. Und wenn das Signal auf Grün schaltet, geht bei einem selbst die Post ab – und nicht beim Nachbarn. Im sportlichsten Fahrmodus startet der e-Expert fluffig durch und würde in knapp über 13 Sekunden auf Tempo 100 beschleunigen, wäre man nicht in der Stadt – dem bevorzugten Einsatzgebiet dieses nutzwertigen Franzosen.

Alltagstaugliche Reichweite

Die primäre Frage des Gewerbefahrenden: Reicht die Akku-Ladung heute für meinen terminierten Einsatzradius? Die klare Antwort lautet: ja. Die 50-kWh-Batterie ist – nach dem WLTP-Standard – für bis zu 212 Kilometer gut, und mit dem knapp 5.000 Euro aufpreisigen 75-kWh-Package sollte man 316 Kilometer schaffen. Wie beim Kollegen mit Verbrenner relativiert sich die Distanzprognose je nach der Beladung, den Witterungs­bedingungen, dem Zuschalten elektrischer Verbraucher wie Klimaanlage & Co. undvor allem der individuellen Fahrweise. Was sich auf der Peugeot-Website (unter Reichweite & Aufladen) mit einem Modellrechner übrigens recht anschaulich nachvollziehen lässt: Da kann man in eine Maske fast alle diese Faktoren eingeben und erhält einen Reichweiten-Schätzwert. „Fast“ heißt: bis auf den menschlichen Faktor, den der Rechner natürlich nicht kalkulieren kann. Wer es also zu oft eilig hat, sieht den Zeiger der Anzeige schneller sinken als ein gelassener und zeitplanstrukturierter Charakter.

Peugeot e-Expert
Wir füllten die Batterie am öffentlichen SWM-Ladepunkt (Münchener Stadtwerke) bei 0,38 Cent pro kWh für knapp 13 Euro. – © Peugeot

Bei unserem Testzyklus haben wir beide Extreme sowie den Mittelweg inklusive aller Fahrmodi ausprobiert. Nach jeweils nächtlichem „Volltanken“ rollten wir bei moderater Gangart der Testrunde mit einer 110-Kilometer-Restreichweite vor die Ladesäule, bei sportlichem Tagespensum blieben knapp 50 Kilometer. Als Sparfüchse wurden wir mit 145 Kilometern belohnt – und füllten die Batterie am öffentlichen SWM-Ladepunkt (Münchener Stadtwerke) bei 0,38 Cent pro kWh für knapp 13 Euro.

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Attraktive Alternative

Wären wir beim Thema Kosten : Der Preis von 52.161 Euro für unseren umfangreich ausgestatteten Testwagen liest sich auf den ersten Blick zunächst abschreckend. Günstig? Da winkt der budgetierende Handwerker bedenklich ab. Die Summe relativiert sich, wenn man statt der Avantage Edition die Basisversion für 35.250 Euro netto ins Auge fasst: Diese Kaufsumme reduziert sich um insgesamt 9.000 Euro Staats- und Hersteller-Prämie – für das laufende Jahr darf man noch 50 Prozent Sonderabschreibung für E-Nutzfahrzeuge einkalkulieren. Damit hat sich der e-Expert gegenüber seinem rund 10.000 Euro teureren und in der Wartung kostenintensiveren Diesel-­Pendant schon bald amortisiert.

Das Fazit des Tests:

Peugeot e-Expert
Der über die seitlichen Schiebetüren sowie zwei Heck-Schwingtüren zugängliche Laderaum lässt sich uneingeschränkt nutzen. – © Peugeot

Mit einem uneingeschränkt nutzbaren Laderaum, ausreichender Nutzlast, funktionellem Cockpit und unproblematischer Bedienung ist der Peugeot e-Expert Avantage L2 ein praxisgerechter Transporter vor allem für Handwerker in Großstädten .

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