Tipps für Verbesserungspotenzial Nachhaltigkeit: 4 Optimierungsmöglichkeiten für Bäcker, Optiker und Tischler

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Die gute Nachricht vorweg: Nachhaltigkeit ist überall auf dem Vormarsch. Trotzdem gibt es vielerorts noch Verbesserungspotenzial. Wie Bäcker, Optiker und Tischler nachhaltige Ansätze aufbauen und ausbauen, zeigt dieser Überblick.

Plastikbecher, Recyclingbecher
Ein altbekanntes Problem: Der beliebte „Coffee to go“ verursacht eine Menge Müll. Clevere Lösungen wie vollständig recycelbare Mehrwegbecher mit Rücknahmeoption schützen dagegen die Umwelt. – © Maksym Yemelyanov – stock.adobe.com

Schon mit wenigen Veränderungen lässt sich viel erreichen und ein deutlicher Unterschied machen. Auch im Handwerk! Wird das Ziel, den CO2-Fußabdruck global zu verringern, von allen Seiten angegangen, können sogar schon relativ kurzfristig nachhaltige Effekte sichtbar werden. Hier jeweils 4 Tipps für die Branchen Bäcker, Optiker und Tischler, an welchen Stellen Verbesserungspotenziale optimal genutzt werden können:

Bäcker

  1. Recycling: Der beliebte „Coffee to go“ in klassischem Gewand verursacht eine Menge Müll. Dieser lässt sich durch clevere Lösungen vermeiden. Vollständig recycelbare Mehrwegbecher mit Rücknahmeoption tun der Umwelt Gutes, ohne dass Kunden auf ihren Kaffee verzichten müssen.

  2. Fair Trade: Apropos Kaffee. Nachhaltig produzierter Kaffee berücksichtigt die Lebens- und Arbeitsbedingungen in den Anbauländern und kümmert sich um den fairen Handel. Eine ressourcenschonende Zubereitung sowie faire Löhne gehen den Nachhaltigkeitsaspekt aus verschiedenen Blickwinkeln an.

  3. Leasing: Zum Kaffee leckere Scones oder andere Naschereien gefällig? Industrielle Boxen zur Lagerung von Backwaren zu kaufen, ist teuer. Außerdem verstopfen die Boxen bei Nichtnutzung die Lagerkapazitäten und binden wertvolles Kapital. Die Leasingvariante lässt sich auf Bedarfsspitzen individuell abstimmen.

  4. Leinensäckchen statt Plastiktüte: Während in manchen Bäckereien die Brötchentüte bereits als Papierlösung mit Sichtfenster aus Plastik (!) daherkommt, ist ein Leinensäckchen eine ausgesprochen nachhaltige und äquivalente Lösung. Sie zeigt sich auch optisch geschmackvoll und kann wiederverwendet werden.

Optiker

  1. Alternative Materialien: Plastikbügel und Plastikgestelle für Brillen sind pflegeleicht, in Sachen Nachhaltigkeit aber alles andere als ein Knüller. Neben der klassischen Metallvariante sind Holzbrillen sowie Hanfbrillen, Baumwollbrillen , Kork- bzw. Seegrasbrillen und Modelle aus Meeresmüll, wie sie beispielsweise der Optiker „Durchblick“ in Winnenden anbietet, eine umweltfreundliche Alternative.

  2. Umweltfreundliche Brillenetuis: Das Brillenetui ist ebenfalls in Kunststoff gearbeitet? Das geht umweltfreundlicher! Holz oder Metall machen einiges her und verwahren die Brille genauso sicher.

  3. Reinigung mit Ultraschall: Für einen nachhaltigen Kundenservice zur Brillenreinigung ist ein modernes Ultraschallbad eine exzellente Lösung. Es ersetzt Einweg-Brillenreinigungstücher, die viel zu oft im Müll landen. Außerdem kann es Kunden ans Unternehmen binden.

  4. Natürliche Materialien für Brillenketten: Brillenketten haben einen praktischen, aber auch optischen Charakter und können gut nachhaltig hergestellt werden. In natürlichen Materialien gefertigt, sind sie ein Highlight und optimieren beim Einsatz von fairem Schmuck (wie beispielsweise bei der „Brilette“ von Lisa Reinheimer und Yamuna Kölsch) die Arbeitsbedingungen im Ursprungsland.

Tischler

  1. Nur so viel verarbeiten, wie nachwachsen kann: Ressourcen zu schonen gehört für Tischler, die Nachhaltigkeitsansätze verfolgen, zum guten Ton. Es gilt, nur so viel Holz zu verarbeiten, wie nachwachsen kann. Durch nachhaltige Fertigungsprozesse zollen sie nicht nur der Umwelt und dem Verbraucher, sondern vor allem auch dem Werkstoff Respekt.

  2. Nachhaltige Forstwirtschaft und Biodiversitätsschutz: Es ist empfehlenswert, Holz aus einer von Nachhaltigkeit geprägten Forstwirtschaft zu verarbeiten. Das bedeutet, dass Wälder nachhaltig gerodet werden sollten. Insbesondere in urbanen Regionen gilt es, den Biodiversitätsschutz aufrechtzuerhalten und so die biologische Vielfalt in städtebaulichen Konzepten zu bewahren. Das nachhaltig gewonnene Holz kann durch urban designte Tischlermöbel auf anderem Weg in den Rohstoffkreislauf zurückgeführt werden.

  3. Vollholz oder Massivholz nutzen: Tischler sollten für die Möbelherstellung mit Vorliebe Vollholz oder Massivholz nutzen. Dieses ist eine echte CO2-Senke. Da es den in der Luft vorhandenen Kohlenstoff effektiv bindet, tragen in Voll- oder Massivholz gefertigte Möbelstücke aktiv zum Klimaschutz bei und reduzieren den ökologischen Fußabdruck.

  4. Saunen mit Elektroofen bzw. Infrarot-Saunen: Ein lukratives Geschäftsmodell liegt für Tischler aktuell in der Fertigung von Saunen mit Elektroofen bzw. Infrarot-Saunen. Diese E-Varianten reduzieren den CO2-Abdruck gegenüber anderen, herkömmlichen Befeuerungsarten deutlich.
*Über Autor Thomas Hoffmann:
 Thomas Hoffmann,  Autor und freier Redakteur
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Autor Thomas Hoffmann ist 1964 in Berlin geboren und dort auch aufgewachsen. Nach seinem Abitur studierte er BWL und arbeitete anschließend als Betriebsberater. Im Zuge dieser Tätigkeit kam er natürlich zwangsläufig in Kontakt mit betriebswirtschaftlichen Themen und eignete sich in diesem Themenbereich umfangreiches Wissen an. Da er schon immer auch einen Hang zum Schreiben hatte, arbeitet er seit Jahren zusätzlich als freier Redakteur. Spezialisiert hat er sich dabei auf Themen rund um Existenzgründung, Buchhaltung und Personalführung .