Vielfältige Aufbauten MAN TGE: Kipper, Kofferaufbau, Kastenwagen oder ausgefallene Varianten – nahezu alles ist möglich

MAN TGE und vielfältige Aufbauten, das passt zusammen. Gerne zeigt die Münchener Marke, was sie zu bieten hat – eine wahre ­Fund­grube, auch fürs Handwerk.

Der Kipper für den Chef: MAN TGE mit Meiller-Kipper in feiner Variante.
Der Kipper für den Chef: MAN TGE mit Meiller-Kipper in feiner Variante. - © Randolf Unruh, MAN

Ältere Semester erinnern sich noch an diese Spirituosenwerbung: „Zum Kippen zu schade.“ Beim MAN TGE sieht das völlig anders aus. Hier gibt es Kipper mit Aufbauten von Scattolini, Schoon sowie – neu – auch von Meiller. Alle aus einer Hand im Einrechnungsgeschäft direkt vom Münchener Hersteller. Hoch mit der Kippbrücke, zum Kipper-Ballett, das kaum Wünsche offenlässt.

Der MAN TGE als edler Chef-Kipper

Wenn gewünscht, toupiert die Abteilung MAN Individual selbst die Frisur dieser handfesten Arbeiter nach Maß. Bis zum Edel-Kipper für den Chef: rundum Metallic-Lackierung, vorne Chromschmuck, seitlich Kappen der Außenspiegel in Karbondesign, unten schwarze Leichtmetallräder und 235/60er-Bereifung, drinnen fein abgesteppte Sitze. Schließlich unter der Haube eine besondere Maschine: Sie bekommt für rund 4.500 Euro ein Steuergerät von Autoveredler Abt und leistet dann 149 kW/202 PS, abgeschmeckt mit einem Automatikgetriebe. Ein Spielzeug? Von wegen, das Fahrgestell trägt eine kräftige Meiller-Kippbrücke mit den Maßen 3.400 x 2.100 Millimeter. Das passt, siehe Test in handwerk magazin 1-2/2025. Hier stemmt der Edelmann als 3,5-Tonner 880 Kilogramm. Die Kombination fährt sich prima: handlich mit präziser Lenkung, drehfreudiger Maschine, leer überraschend komfortabel, dazu die ­flauschige Achtgang-Automatik.

Alternative für Kostenbewusste könnte ein Hinterkipper von Scattolini sein. 3.600 Millimeter lang, ebenfalls 2.100 Millimeter breit. Dank Alu-Bordwänden einen Hauch leichter. Oder wie wär’s für den Transport von Mannschaft und Material mit einer Doppelkabine plus Vollaluminium-Aufbau von Schoon mit einer Dreivierteltonne Nutzlast. Genügt nicht? Also her mit dem TGE als 5,5-Tonner mit Meiller-Kipper. Der schultert 2,6 Tonnen, reicht an klassische 7,5-Tonner heran. Das Kipper-Quartett ist inklusive heißem Motor typisch für den selbstverständlichen Umgang von MAN mit Aufbauten und Individualisierung, verpackt mit der Schleife einer Werks­garantie für das Komplettfahrzeug.

Viele Einrichter an Bord

Das gilt ebenso für die Zusammenarbeit mit den Fahrzeugeinrichtern Bott und Sortimo für rollende Werkstätten. Oder für Koffer von Junge sowie Spier. Und einen Frischdienst-Ausbau von Kerstner für jene, die mit verderblichen Lebensmitteln zu tun haben. Der Kühl-Kasten mit Hochdach ist sechs Meter lang und trägt sein Aufdach-Kühlaggregat unter einer schnittigen Abdeckung. Damit die Kälte drinnen bleibt, verwendet Kerstner Polyurethan-Formteile für den Isolier-Ausbau und doppelte Dichtungen der Türen. Zu den Extras zählt eine Standkühlung – gut bei Sommerhitze. Der Laderaum fasst beim TGE mit Vorderradantrieb 9,0 Kubikmeter und trägt 800 Kilo.

Manche Ideen klingen ganz einfach, man muss aber daraufkommen. Zum ­Beispiel auf den TGE als Kastenwagen mit geteilter Ladebordwand von Bär, ein Fall für den Transport von Rollbehältern von B wie Bäckerei bis W wie Wäscherei. Zusammengeklappt bleibt die Hecktür auf der Bordsteinseite frei. Zur Be- und ­Ent­ladung von Transportbehältern wird die Ladebordwand abgesenkt, dann auf volle Breite entfaltet. Zwei kompakte Klapprampen überbrücken die Lücke zum ­Laderaum. Trotz Ladebordwand trägt der Kastenwagen als 3,5-Tonner knapp 900 Kilogramm.

Von einem ganz anderen Kaliber ist ein Riesen-TGE, auch er aus einer Hand von MAN. Der Lulatsch mit Chassis von BE-Combi und Koffer von Junge erreicht sieben Tonnen zulässige Gesamtmasse und schluckt beachtliche 28 Kubikmeter. Da kommt kein klassischer Transporter ran. Als Fahrerlaubnis genügt die Klasse BE, die Erweiterung der Klasse B um den Anhängerschein. Basis ist ein TGE-Fünftonner, abgelastet auf 3,5 Tonnen mit ­angetriebener Hinterachse, Zwillings­bereifung und Sattelkupplung. Die Kombination ist starr, fährt sich wie ein Solofahrzeug. Achtung: Da es sich um eine Zugkombination handelt, fällt der Riese unter das Wochenend-Fahrverbot.

Der MAN TGE in ausgefallenen Varianten

Geradezu unerschöpflich sind hochspezialisierte Auf- und Ausbauten im Zweirechnungs-Geschäft auf Basis des TGE. Ausgefallene Beispiele machen neugierig. Aufbauer Schutz liefert einen Leicht­baukoffer auf Tiefrahmen-Fahrgestell für zahlreiche Gewerke, für Frischdienst, Pflanzentransport oder als Möbel­koffer. Das Fahrgestell des Fronttrieblers liegt 190 Millimeter unter dem Maß des üb­lichen Rahmens, da genügt häufig eine Rampe statt Ladebordwand. Die Breitspur-Hinterachse minimiert störende Radkästen, die Luftfederung lässt den üppigen Transporter ladungsschonend über die Straßen gleiten. Der Aufbau fasst knapp 22 Kubikmeter, trägt dank Leichtbau­wänden 0,9 Tonnen.

Eher schmallippig sind die Informanten angesichts eines TGE als Geldtransporter von Apprich Secur. Handwerksbetriebe werden ihn für ihre Kasse kaum benötigen, doch starre Seitenfenster und Luken im Laderaum sorgen für Aufmerksamkeit. MAN lässt sich allein die Nutzlast von rund 500 Kilogramm entlocken. Das entspricht 66.666 Ein-Euro-Münzen oder 50 Millionen Euro in Hunderterscheinen. Mehr als genug für ein üppiges Kipper-Ballett.

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