Geldanlage ETF-Investment: Besser Blockchain als Bitcoin

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Die zweitgrößte ETF-Einführung der Börsengeschichte fand am 19. Oktober 2021 statt: Der ProShares Bitcoin Strategy ETF (BITO) ist in New York an der Wall Street in den Handel gestartet. Gleichzeitig ist der Indexfonds (Exchange Traded Fund – ETF) eine Weltpremiere: Er ist der erste, der jemals auf eine Kryptowährung aufgelegt wurde. Es ist ein riskantes Investment. Wer weniger Risiko, aber die Chance auf große Erträge möchte, setzt lieber auf die dahinter stehende Technologie: die Blockchain. Auch auf sie gibt es einen ETF.

Bitcoin – ein heißes, vielleicht zu heißes Investment. – © Alexander Limbach.stock-adobe.com

Stürmisch begann der erste Handelstag des ersten Bitcoin-ETF: Von einem Höchststand von 42,55 US-Dollar bis zu einem Tiefststand von 40,94 Dollar innerhalb der ersten Stunde fegte der Kurs hoch und runter. Dann legte sich die Aufregung und der jüngste ETF beendete seinen ersten Börsentag mit einem Kurs von 41,94 US-Dollar. Rund eine Milliarde US-Dollar Volumen und ein Wertzuwachs von 2,5 Prozent hat der ETF an seinem ersten Handelstag verbucht.

ETF – grundsätzlich ein solides Investment

Traditionell gelten die Indexfonds (Exchange Traded Funds – ETF) als konservative Investments: Sie haben meist ein breites Anlagespektrum, sodass sich das Kursrisiko auf sehr viele verschiedene Titel und Branchen verteilt. Im Durchschnitt schwanken die Kurse eines ETF daher nur wenig.

Ein weiterer Vorteil der ETF sind ihre geringen Kosten: Da sie keinen Fondsmanager haben, der bezahlt werden muss, sondern den Index abbilden, den sie in ihrem Namen führen. So beispielsweise der iShares Global Clean Energy – er investiert weltweit in Unternehmen, die sich mit sauberer Energie beschäftigen. Oder der Vanguard FTSE All-World, der versucht, die Wertentwicklung des FTSE All-World Index nachzubilden. Dieser Index besteht aus Aktien von großen und mittelgroßen Unternehmen in entwickelten und Schwellenmärkten. Die drei größten Werte im Fonds sind aktuell Apple, Microsoft und Amazon. Die Schwankungsbreite seines Kurses ist gering.

Bitcoin-ETF: Eine riskante Variante

Der erste Bitcoin-ETF BITO gehört jedoch nicht in die Liga der risikarmen, breit streuenden ETF. Er investiert überwiegend in Bitcoin-Futures. Zusätzlich kann der ETF auch Anteile an ausländischen ETF und Anlageinstrumente kaufen, die Bitcoin direkt besitzen.Damit fehlt die Breite des Anlagespektrums, die für Stabilität in der Kursentwicklung sorgen könnte. Der Bitcoin legte zwar in diesem Jahr rund 428 Prozent (Stand: 21.10.2021) an Wert zu, er ist aber sehr volatil. Das heißt, der Kurs schwankt stark – auch innerhalb eines Tages. Und es sind keine außergewöhnlichen Ereignisse notwendig, um den Kurs stark abfallen oder stark steigen zu lassen. Die Marktteilnehmer wissen das und reagieren schnell. Das macht die Kryptowährung besonders risikoreich und ist für Privatanleger zum Vermögensaufbau nicht zu empfehlen.

Mehr Bitcoin-ETF – und ein Krypto aus Europa

Die gleiche Kosten- und Anlagestruktur wie der BITO hat der demnächste an der Nasdaq startende Valkyrie Bitcoin Strategy ETF (BTFD). Auch er investiert überwiegend in Bitcoin-Futures. Die bereits erfolgte Zulassung auch dieses ETF wirkt auf den Kurs des Bitcoin. Er stieg am Zulassungstag um sieben Prozent.

Und es gibt künftig einen europäischen Bitcoin-ETF: „Der Iconic Funds Sicav, Plc hat von der maltesischen Finanzaufsichtsbehörde MFSA die Genehmigung erhalten, den Iconic BITA20 XA Crypto Asset Index Fund an der Malta Stock Exchange zu notieren“, informiert Patrick Lowry, Geschäftsführer von Iconic Funds und der Cryptology Asset Group. Er wird der erste europäische Fonds mit direktem Engagement in Kryptoanlagen sein, der an einem regulierten Markt notiert ist.

Die Strategie des europäischen Krypto-ETF

„Der Fonds verfolgt eine passive Management-Strategie, die die Wertentwicklung des BITA20 XA Index, einer Benchmark für die Wertentwicklung des Krypto-Asset-Marktes, nachbildet. Der Fonds orientiert sich am Zielindex, indem er im Wesentlichen sein gesamtes Kapital in die 20 wichtigsten Krypto-Vermögenswerte, aus denen sich der Index zusammensetzt, mit derselben Gewichtung investiert“, so Lowry.

Überdies kann er Renditen erwirtschaften, indem er – je nach Verfügbarkeit – Coins auf Staking- und verzinste Konten bei seriösen Gegenparteien einzahlt. Der Fonds steht nur für professionelle Anleger offen. Wer sich beteiligen möchte, muss also in einen Publikumsfonds investieren, der diesen ETF in sein Portfolio aufnimmt.

Alternative: Blockchain-ETF

Wer weniger auf die Kryptowährungen und mehr auf die dahinter liegende Technologie – die Blockchain – abstellen möchte, findet dafür aktuell 14 Fonds und einen ETF. So gibt es seit zwei Jahren den Invesco Elwood Global Blockchain UCITS ETF (WKN:  A2PA3S). Im verganenen Jahr erzielten seine Anleger eine Rendite von rund 85 Prozent. Die Zielunternehmen stammen aus Industrie- und Schwellenländern, die rund um die Blockchain-Technologie aktiv sind oder künftig partizipieren könnten. Er ist darauf ausgelegt, an dem potenziellen Wachstum der Blockchain-Technologie zu partizipieren. Bei dein Einzelwerten handelt es sich schwerpunktmäßig um wachstumsstarke kleine bis mittelgroße Unternehmen.

Im Gegensatz zu Kryptowährungen ist der Indexfonds deutlich weniger volatil. Auch die Korrelation zwischen den im Index enthaltenen Werten und dem Krypto-Markt ist relativ gering. „Das macht den ETF besonders für Anleger spannend, die vom technologischen Potenzial profitieren möchten, ohne das hohe Risiko von Kryptowährungen in Kauf nehmen zu müssen“, sind die Experten von extraETF.com überzeugt.

Die Kosten der ETF

Der neue Bitcoin-ETF hat eine Kostenquote (Total Expanse Ratio TER) von 0,95 Prozent. Der Blockchain-ETF von Invesco liegt bei 0,65 Prozent. Für einen ETF sind beide relativ teuer. Da die Kosten einer Kapitalanlage ihre Rendite belasten, ist es wichtig, auf die Gesamtkosten pro Jahr zu achten. Grundsätzlich können sich Anleger an der TER orientieren. Auf deutsch heißt sie Gesamtkostenquote und ist ein Prozentsatz, „der die jährlichen laufenden Kosten eines ETF angibt“, so die Experten von JustETF.com. Davon unabhängig entstehen Kosten für die Ordererteilung und Sparplanausführung beim Kauf. Obwohl die TER dem Namen nach die Gesamtkosten abbildet, erfasst sie doch nicht alle Kosten.

In der TER enthalten sind

  • Verwaltungsgebühren (Kosten für Portfolio-Management, Wirtschaftsprüfung, Revision und sonstige Betriebskosten)
  • Depotbankgebühren (die Wertpapiere, in die der ETF investiert, werden in einem gesonderten Depot aufbewahrt. Dafür fallen Kosten bei der Depotbank des ETF an)
  • Lizenzgebühren, die er ETF-Anbieter an den achgebildeten Index bezahlen muss
  • Vertriebsgebühren, etwa für die Vermarktung und die Erstellung von Fondsdokumenten und Broschüren.

Nicht in der TER erfasst sind

  • Swap-Gebühren
  • Wertpapierleihe-Erträge (Gewinne, die mit der Verleihung von Wertpapieren erzielt werden).
  • Transaktionskosten auf Fondsebene: Diese entstehen, wenn der ETF sein Portfolio umschichtet, also auf den Index anpasst, oder Erträge reinvestiert. Dazu gehören zum Beispiel Broker-Gebühren und Spreads (Geld-Brief-Spannen). Da sich die Zusammensetzung der meisten ETFs kaum ändert, sind solche Transaktionskosten wesentlich geringer als bei aktiven Fonds.