IAA Transportation 2026 Elektrotransporter aus China: Marktübersicht der aktuellen Modelle

Die Auswahl fürs Handwerk wächst – denn jetzt kommen Transporter von gleich neun Marken aus China. Wir haben uns die Elektrotransporter aus China auf der IAA Transportation in Hannover genau angeschaut.

Herausforderer aus Fernost: Elektrotransporter aus China drängen auf den europäischen Markt. - © Dzmitry - stock.adobe.com

Nach den Pkw rollen nun die Elektrotransporter aus China an. Gleich neun Marken drängeln sich vor der Tür. Große Namen, neue Ableger von Autoriesen, bekannte Größen und unbekannte Hersteller. Alle elektrisch angetrieben, vieles optisch ähnlich. Hier ist das chinesische Transporter-Alphabet.

Elektrotransporter aus China in der Marktübersicht:

BYD: Wer mit Pkw durchstarten will, der kann auch Transporter? - © Randolf Unruh
1. BYD – E-Vali

Es beginnt mit „B“ wie BYD und dem E-Vali. Der kastenförmige Transporter mit kerzengeraden Wänden ist wahlweise sechs oder sieben Meter lang, fasst 13,5 oder 17,5 Kubikmeter Volumen, wird durch scheunentorgroße Türen beladen. Weitere Daten: 3,5 oder 4,25 Tonnen zulässige Gesamtmasse sowie 700 bis 1.450 Kilogramm Nutzlast, Batterie mit 80,64 kWh Kapazität, Hinterrad- oder Allradantrieb. Organisa­torisch hat sich BYD bereits mit einem Transporterchef für Deutschland aufgestellt.

Cavan: Der Truck-Hersteller hat sich einen deutschen Importeur gesichert. - © Randolf Unruh
2. BAIC Foton – Cavan

Cavan heißen die Transporter des chinesischen Truck-Herstellers BAIC Foton. Importiert von Brock Kehrtechnik – „Member of Foton Motor“. Der Cavan C1 tummelt sich bei den kompakten Dreitonnern. Er tritt in drei Varianten in Längen von 4,9 und 5,2 Metern sowie flachem Dach knapp unter zwei Metern sowie einem milden Hochdach an. Das Ladevolumen beläuft sich auf 6,6 bis 8,4 Kubikmeter. Mit 1,0 bis 1,2 Tonnen ist die Nutzlast ansehnlich. Die Batteriekapazität beträgt 50,2 oder 66,7 kWh. Hintergrund: BAIC ist an Mercedes beteiligt und in China ein Pkw-Kooperationspartner der Marke.

Delivan: Chery-Tochter mit üppigem Angebot und französischen Aufbauten. - © Randolf Unruh
3. Chery – Delivan

Delivan ist das junge Transporterfabrikat des Vielmarkenkonzerns Chery, verfügt als Sprungbrett nach Europa über eine Dependance in Großbritannien und arbeitet mit dem französischen Aufbauer Gruau zusammen. Das Angebot ist üppig: 3,5-Tonner-Kastenwagen mit Vorderradantrieb in zwei Längen von 5,0 und 5,5 Metern und zwei Höhen – auch als Kastenwagen-Doppelkabine. Macht 6,9 bis 11,6 Kubikmeter Volumen. Hinzu kommt ein Fahrgestell mit Hinterradantrieb. Je nach Modell beträgt die Batteriekapazität 50,5 oder 68,7 sowie 97,4 kWh. Das ergibt beim Kastenwagen eine Nutzlast zwischen 0,8 und 1,4 Tonnen. Alle Varianten dürfen bis 2,5 Tonnen ziehen.

Farizon: gleich zwei Baureihen von der Geely-Tochtermarke. - © Randolf Unruh
4. Geely – Farizon

Auch Farizon ist als Marke neu, nicht jedoch die Muttergesellschaft Geely. Der Farizon V7E (Foto, rechts) zielt mit knapp fünf Metern Länge und einem schlanken Wuchs aufs Kompaktsegment. Farizon nennt knapp sieben Kubikmeter Ladevolumen. Der E-Motor treibt die Vorderräder an, gespeist von Batterien mit 50,2 oder 66,7 kWh. Je nach Batterie beträgt die Nutzlast ­zwischen gut 1,2 und knapp 1,4 Tonnen.

Der größere Farizon SV ist ein 3,5-Tonner mit Frontantrieb in gleich fünf Karosserievarianten, vom knapp fünf Meter langen L1H1 mit 6,95 Kubikmetern Laderaum bis zum knapp sechs Meter langen L3H3 mit 13 Kubik. Der Verzicht auf eine klassische B-Säule auf der Beifahrerseite macht Platz beim Be- und Entladen. Beachtlich sind Batterien mit 83,7 kWh oder 100,8 kWh sowie eine Nutzlast zwischen 1,0 und 1,3 Tonnen. Pikant: Geely-Chef Li Shufu hält rund 9,7 Prozent der Anteile an Mercedes. Zur Verbindung gehört ebenfalls die 50:50-Beteiligung an Smart. Für Transporter hat das Unternehmen eine Zentrale in Frankfurt und ein Teilelager im badischen Gaggenau eingerichtet.

JAC: Erfahrener Importeur trifft auf neue Marke. - © Randolf Unruh
5. JAC Motors – Sunray Pro

JAC Motors hat mit dem vielfach engagierten Importeur RSA einen Partner, einst für Maxus in Norddeutschland tätig. Sunray Pro heißt der schicke Transporter, ein 3,5-Tonner mit 1,3 Tonnen Nutzlast im Maximum. Der Transporter ist wahlweise 5,0 oder 5,4 Meter lang, es gibt gleich drei Höhen, ausgehend von 1,98 Metern. Daraus resultiert ein Laderaum von 7,3 bis 11,25 Kubikmetern. Mit einer Batterie von 83,7 kWh ist der Sunray Pro gut bestückt.

Maxus: nun mit eigenem Import. Der neue Koffer sieht doch aus wie ...? - © Randolf Unruh
6. SAIC – Maxus

Längst bekannt ist Maxus aus dem Konzern SAIC. Bisher gab’s zwei Importeure, das hat mit der Gründung von SAIC Motor Deutschland in Neu-Isenburg bei Frankfurt ein Ende gefunden. Zur vorhandenen Flotte gesellt sich jetzt ein Fahrgestell des eDeliver5. Der Erstling erinnerte mit Koffer und postgelber Farbe verblüffend an den Streetscooter. Das Fahrgestell trägt 1,5 Tonnen, die Batteriekapazität ist mit 50 kWh eher knapp bemessen. Bis Ende des Jahres will Maxus in Deutschland auf 170 Servicepartner kommen.

Skyworth: Erst Fernseher und Trucks – jetzt stehen auch Transporter parat. - © Randolf Unruh
7. Skyworth – Hongtu

Vom Fernseher zum Truck, das funktioniert in China fix, siehe Skyworth. Zwischendrin fahren Transporter namens Hongtu. Dies in mannigfacher Ausfertigung, als Kastenwagen 5,5 und 6,0 Meter lang und in Höhen bis zu üppigen 2,7 Metern mit 14 Kubikmetern Ladevolumen. Sie sind auf 4,25 Tonnen zulässige Gesamtmasse ausgelegt, denn unter dem Ladeboden ruht eine Batterie mit 100,9 kWh Kapazität. Ergebnis sind 1,3 bis knapp 1,5 Tonnen Nutzlast. Der Antrieb erfolgt auf die Hinterräder. Hongtu X heißt das Fahrgestell, mit 2,34 Tonnen Tragfähigkeit, aber halber Batteriekapazität von 55,6 kWh.

Up-Van: Transporter vom Miterfinder des Streetscooters. - © Randolf Unruh
8. Streetrunner – Up-Van

Streetrunner vertreibt den chinesischen Up-Van in Deutschland. Dahinter steht Günther Schuh, einst Miterfinder des Streetscooter. Mit 5,14 Metern Länge und 1,9 Metern Breite ist der Up-Van recht handlich, wahlweise 1,99 oder 2,27 Meter hoch. Er schleppt 8,5 bis 10,0 Kubikmeter Fracht, sie darf dank zulässiger Gesamtmasse von 3,42 Tonnen und kompakter Batterie (53,8 kWh) gut 1,6 Tonnen wiegen.

Wisdom Motor: vielfältige Technik unter einer Hightech-Karosserie. - © Randolf Unruh
9. Wisdom Motor – Hyron

Ganz anders geartet ist der Wisdom Motor Hyron T45. Der 4,5-Tonner trägt eine Karosserie aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK), es gibt ihn als Vollelektriker, auch mit Allradantrieb, Verbrenner mit Range Extender sowie als Wasserstoff-Verbrenner. Das erklärt den wuchtigen verchromten Kühlergrill. Der Antrieb erfolgt auf die Hinterachse. Je nach Ausführung sind zwei Tonnen Nutzlast drin, passend zum üppigen, bis zu 17 Kubikmeter großen Laderaum und Batteriegrößen bis 100,5 kWh. Und wem das alles nicht genügt, der wählt das Fahrgestell mit Fahrerhaus.

Welcher Transporter-Hersteller schafft den Sprung auf den deutschen Markt?

Und nun wird’s spannend: Wer schafft den Einstieg nach Deutschland trotz meist schlanker Modellpalette? Wer baut rasch ein gutes Vertriebs- und Servicenetz auf? Wer ist Eintagsfliege, wer Dauerbrenner? Wir werden es bald erfahren.

Zugehörige Themenseiten:
Elektromobilität, Fuhrpark, Messen und Transporter