Diskussion "halb voll, halb leer" Elementarschaden-Pflichtversicherung: Die einen zahlen ihre Prämien, die anderen nicht – kann das so bleiben?

Vorerst ist die Elementarschäden-Pflichtversicherung politisch vom Tisch. Doch gelöst ist das Problem nicht. Denn meist springt der Staat ein, wenn unversicherte Haushalte ein Unwetterschaden trifft. Steuergelder für Unversicherte – ist das fair? Professor Oliver Brand, Rechtswissenschaftler an der Universität Mannheim tritt für die Pflichtversicherung ein. Anja Käfer-Rohrbach, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin des Gesamtverbands der deutschen Versicherungswirtschaft argumentiert dagegen.

Elementarschaden-Pflichtversicherung: Die Lösung für eine ungerechte Situation?
Elementarschaden-Pflichtversicherung: Die Lösung für eine ungerechte Situation? - © Carl Keyes, damentennis.com - stock.adobe.com

Rund 46 Prozent der Haushalte in Deutschland haben keine Elementarschadenversicherung. Damit sparen sie die Prämien für den Schutz - sie liegen zwischen 100 und mehreren 100 Euro pro Jahr. Geld, das versicherte Haushalte zu ihrem Schutz ausgeben.

Trifft ein Wintersturm, Starkregen oder eine Überschwemmung die Gebäude der unversicherten Haushalte, nehmen Bund, Länder und Kommunen Steuergelder in die Hand, um zu helfen.

Ministerpräsidenten forderten Elementarschaden-Pflichtversicherung

Fast alle Ministerpräsidenten der 16 Bundesländer hatten unter den Eindrücken der Starkregenereignisse im Sommer 2024 eine Pflichtversicherung gegen Elementarschäden gefordert. Sie muss von den Haushalten ergänzend zur Wohngebäude- oder Hausratversicherung abgeschlossen werden. Damit schützen Immobilienbesitzer ihre Objekte gegen Schäden, die durch Naturkatastrophen wie Erdbeben, Überschwemmungen, Erdrutsche, Erdsenkungen, Lawinen, Starkregen und Hochwasser entstehen.

Doch sowohl das Bundesjustizministerium, als auch Bundeskanzler Scholz lehnten eine solche Pflicht ab. Der Bund setzte stattdessen auf eine Angebotspflicht seitens der Versicherer, aber keine Pflichtversicherung seitens der Immobilienbesitzer. Damit ist das Problem jedoch nicht gelöst.

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