IAA Transportation 2026 Kia-Transporter: PV5-Familie wächst um weitere Auf- und Ausbauten

Kia baut seine Transporter-Range rasch aus. Darunter sind viele PV5-Varianten fürs Handwerk. Auf der Messe in Hannover folgt das nächste Kapitel der neuen Kia-Transporter.

PV5-Dreiseitenkipper von Gruau: Ein Mitglied der Kia-Transporter-Familie für die Baustelle. - © Kia, Christian Bittmann/Kia
Kurzaus­gabe: Für den kleinsten PV5 schneidet Kia 20 Zentimeter vom hinteren Überhang ab. - © Kia, Christian Bittmann/Kia

Es geht voran: Fast im Monatstakt zaubert Kia neue Modell- und Ausstattungsvarianten seines E-Transporters PV5 aus dem Hut. Vor zwei Jahren noch Konzeptfahrzeug, wächst jetzt eine Familie heran. Mit Blick auf die IAA Transportation im Herbst ist klar: Diese Familie vergrößert sich rasant, auch dank Aufbauern.

Klingt fast wie Morsezeichen: kurz, lang, hoch … Wie wär’s mit einem flinken Stadtflitzer im Fuhrpark? Antwort ist die neue Kurzausgabe des PV5. Kia hat den hinteren Überhang um 20 Zentimeter gekappt. Macht 4,5 Meter Länge, 4,0 Kubikmeter Ladevolumen und eine ­Attacke auf klassische Lieferwagen wie Berlingo, Caddy, Kangoo und Konsorten. Benötigt der Handwerksbetrieb dagegen mehr Platz, rückt der größere, 4,7 Meter lange PV5 mit Hochdach ins Blickfeld. Er bietet Platz für 5,1 Kubikmeter Fracht sowie gut 1,8 Meter Stehhöhe – ist in dieser Klasse eine Rarität.

Bisherige Schwachstelle der Kia-Transporter ist beseitigt

Ein Manko des Kia war bisher die knappe Anhängelast von lediglich einer dreiviertel Tonne. Für die Ausführung mit der größten Batterie gibt Kia jetzt 1,5 Tonnen frei, das kann sich sehen lassen und freut den Fuhrparkchef, wenn eine Palette Fliesen oder Schnellbeton mitfahren soll. Typisch für viele Betriebe sind geringe täg­liche Kilometerleistungen. Dann könnte die neue kompakte Batterie mit 43,3 kWh statt bisher 51,5 oder 71,2 kWh ­passen. Nebeneffekt: Der Einstandspreis laut Liste sinkt um netto 1.260 Euro. Los geht’s nun mit netto 30.244 Euro für den kurzen Kastenwagen in Grundaus­führung.

Auch ein Blick ins Cockpit des auf­gefrischten Kia lohnt sich. Neu im Angebot ist ein Beifahrer-Doppelsitz. Bei der Trennwand wechselt Kia von Stahl auf Verbundmaterial, das wirkt wohnlicher, fasst sich im Winter weniger kalt an und spart ein wenig Gewicht. Praktisch ist die Funktion namens „Walk Away Lock“: Der Kia PV5 Cargo verriegelt sich auto­matisch, wenn sich der Fahrer mitsamt Schlüssel vom Fahrzeug entfernt. Kleines, aber wirkungsvolles Feature ist eine neue Dachantenne: Sie reduziert die Fahrzeughöhe um 24 auf 1.899 Milli­meter.


Ausbau von Sortimo: zusätzlich Platz für eine Europalette, nützliche Schiebetür auch links. - © Kia, Christian Bittmann/Kia

Auf- und Ausbauten im Zweirechnungs-Geschäft zu haben

Im Handwerk wird ein Transporter erst richtig funktionell mit Auf- und Ausbauten. In Verbindung mit dem Kia PV5 sind sie im herkömmlichen Zweirechnungs-Geschäft zu bekommen. Längst bieten die üblichen Verdächtigen Regale für branchengerechte Einrichtungen an. Hinschauen lohnt sich, wie gehen die Ausrüster zum Beispiel mit den Radkästen des PV5 um – überbauen oder umbauen? Und dann wäre da die schlanke Taille des Kia, gut für den Stadtverkehr, aber eine Herausforderung für den Ausbau. Beim System Sortimo SR5 bleibt zwischen den Regalen Platz für eine Euro­palette längs. Wachsende Nachfrage meldet Sortimo für Transporter mit Schiebetür auch auf der linken Seite. Vorteil ist der deutlich bessere Zugang zu vorn gelagertem Material und Werkzeug. Wer die Angelegenheit optimiert, wählt gar einen Drehblock.

Ausbau 1: Frischdienst-Koffer

Zu den Raritäten in der Gewichtsklasse des Kia zählt das Fahrgestell mit Fahrerhaus. Besonderheiten sind die Tragfähigkeit von maximal einer Tonne, 51,5 kWh Batteriekapazität und eine milde Motorleistung von 89 kW/122 PS.

Das fordert den französischen Kühlfahrzeug-Spezialisten Lamberet zu einem Frischdienst-Kofferaufbau heraus. Damit dehnt sich der Transporter auf fünf Meter Länge aus, die Breite von 1,9 Metern entspricht dem Kastenwagen. Lamberet bietet zwei Fahrzeughöhen an: Das macht 4,3 bis 6,3 Kubikmeter Volumen. Typisch Lamberet ist der neu entwickelte GfK-Aufbau namens Frigoline mit Polyur­ethan-Isolierung und 85 Millimeter starken Paneelen. Das spart Energie und damit Reichweite, denn das unterflur angebaute Kerstner-Kälteaggregat wird von der Traktionsbatterie angetrieben. Praktiker achten auf die Nutzlast von 600 und 550 Kilogramm je nach Aufbauhöhe und sehen die niedrige Ladehöhe von 680 Millimetern, nehmen dafür die Radkästen im Laderaum in Kauf.

Ausbau 2: Dreiseiten-Kipper

Das französische Fabrikat Gruau zählt bei Aufbauten zu den Alleskönnern. Ergebnis ist zum Beispiel eine Dreiseiten-Kippbrücke aus Aluminium für den Kia PV5. Der Aufbau soll rund 280 Kilogramm wiegen, das ergibt eine Nutzlast von knapp einer dreiviertel Tonne. Auf eine seitliche Verkleidung des Fahrgestells zwischen den Achsen hat Gruau verzichtet, das sieht ein wenig grobschlächtig aus. Auch auf Zurrösen beim ausgestellten Modell – da geht noch was.

Suer hat sich für das Fahrgestell des Kia eine geschraubte Aluminiumpritsche einfallen lassen. Hier wertet auf Wunsch eine seitliche Verblendung die Optik des Chassis auf. Der markentypische, seitlich verschiebbare Klapptritt erleichtert den Aufstieg zur Ladefläche. Vorn und seitlich in den Boden integrierte Airline-Schienen dienen als Ladungssicherung. Ein Ausschnitt im Stirnwandgitter – ebenfalls mit Airline-Schiene – gibt den Blick nach hinten frei. Die Innenmaße der Ladefläche belaufen sich auf 2.455 und 1.850 Millimeter. Das entspricht den seitens Kia maximal erlaubten Maßen und bietet Platz für zwei Europaletten in Längsrichtung hintereinander. Das Gewicht der Pritsche liegt bei rund 190 Kilogramm, macht etwa 800 Kilogramm Nutzlast. Auf der Kia-Speisenkarte stehen zahlreiche ­weitere Aus- und Aufbauten, etwa eine Kasten­wagen-Doppelkabine von Snoeks, Kühlausbauten von Kerstner, Kipper von Scattolini sowie Koffer von Sommer.


Neue Größe: Zur IAA Transportation folgt der größere Kia PV7, hier noch mit der Nase als Konzeptfahrzeug. - © Kia, Christian Bittmann/Kia

Kia-Transporter-Familie bekommt mit dem PV7 weiteren Zuwachs

Und es geht weiter. Auf der IAA Transportation 2026 wird Kia aller Voraussicht nach den größeren Elek­tro-Transporter PV7 in Serienausführung zeigen. Er streckt sich auf 5,27 Meter Länge und mit einem milden Hochdach auf 2,12 Meter Höhe. Weitere Daten hält Kia noch zurück. Logisch wären etwa eine Tonne Nutzlast und 3,0 bis 3,2 Tonnen zulässige Gesamtmasse – das würde eine Attacke auf typische Kompakt-Vans von C wie Citroën Jumpy bis V wie Volkswagen Transporter bedeuten – es geht eben ­voran.

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