Für die einen hat der Vermögensunterschied zwischen Arm und Reich Sprengkraft für die Demokratie. Für die anderen ist der Lebensstandard der ärmeren Bevölkerung heute so hoch wie nie zuvor. Prof. Daniel Waldenström vom Research Institut of Industrial Economics, Stockholm, stellt die vielen Zahlen zum Wohlstandsgefälle infrage und hat Handlungsempfehlungen für die Politik. Cem Ince, Bundestagsabgeordneter von Die Linke, fordert eine Umverteilung – zum Wohle der Wirtschaft.

"Der Mythos der Ungleichheit – Europa ist gleicher als viele denken."
Zur Person: Daniel Waldenström
Daniel Waldenström ist Professor am Research Institute of Industrial Economics (IFN) in Stockholm, Schweden, und Autor des Buches „Reicher und gleicher: Eine neue Geschichte des Reichtums im Westen“ (Polity, 2024). Zudem berät er die EU-Kommission.
„Weder vergrößern sich die Vermögensunterschiede, noch verschwindet die Mittelschicht“, sagt Professor Daniel Waldenström zu beliebten Behauptungen über den Wohlstand in Europa."
Wirtschaftliche Ungleichheit ist heute eines der am heftigsten diskutierten Themen – oft stößt man dabei auf Behauptungen, dass sich die Vermögensunterschiede vergrößern, die Mittelschicht verschwindet und Oligarchen die Macht übernehmen. Entgegen der landläufigen Meinung zeichnen die Daten ein differenzierteres und in vielerlei Hinsicht optimistischeres Bild. In Ländern wie Deutschland ist das Privatvermögen in den letzten Jahrzehnten deutlich gewachsen. Seit 1990 hat es sich real fast verdreifacht. Gleichzeitig ist die Vermögenskonzentration bemerkenswert stabil geblieben: 1980 besaß das reichste ein Prozent 26 Prozent des Vermögens, 2018 waren es 27 Prozent.
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