Mit Künstlicher Intelligenz (KI) wird es möglich, Werbebotschaften immer gezielter auf einzelne Geschmäcker zuzuschneiden. Durch personalisiertes Marketing können auch Handwerksbetriebe profitieren.

Banner, Videos, Emails und Social Media – immer mehr Marketingbudget fließt in digitale Kanäle, die als sehr effizient gelten. Jeder Euro zahlt sich aus: Von insgesamt knapp 31 Milliarden Euro, die 2024 insgesamt in die Online-Werbung wanderten, kamen pro einem investierten Euro im Schnitt 2,50 Euro Umsatz zurück. Das schildert der Digitalverband Bitkom in seiner Studie zum „Wertbeitrag des digitalen Marketings 2025“, wofür er 1.010 Internetnutzerinnen und -nutzern ab 16 Jahren befragt hat.
Weil es über neue Technologien wie der Künstlichen Intelligenz immer einfacher gelingt, Werbebotschaften auszusteuern und einzelne Messages sogar persönlich zu gestalten, hat Bitkom das Augenmerk auf die Akzeptanz dieser individualisierten Botschaften gelegt. So geht es auf Social Media und per Email zufolge häufig schon persönlicher zu: Laut Studie nehmen Nutzer auf sie zugeschnittene Werbung dort besonders häufig wahr. Auch in Online-Shops ist es möglich, über die Warenkörbe spezielle Präferenzen der Nutzer abzulesen – und zu bedienen. Dazu zählt etwa die Lieblingsfarbe bei Kleidung, oder auch das Hotel zum schon gebuchten Flug.
Kunden mögen personalisiertes Marketing bei alltagstauglichen Produkten
Dabei gilt: Je alltagstauglicher die Produkte und Dienstleistungen sind, desto hilfreicher empfinden die Konsumenten personalisiertes Marketing und die personalisierten Werbeangebote. Im Gegenzug, je höher der Preis von Waren, desto eher schrecken die Nutzer wiederum vor Offerten, die auf ihren eigenen Geschmack zugeschnitten sind, zurück.
Den Zahlen von Bitkom zufolge haben 54 Prozent der Deutschen mindestens einmal ein Produkt online gekauft, nachdem sie personalisierte Werbung dazu gesehen oder gehört haben. 44 Prozent gingen deshalb sogar in ein Geschäft vor Ort. „Personalisierte Werbung ist für die Kundinnen und Kunden oft interessanter und für die Unternehmen effektiver als herkömmliche, nicht-personalisierte Werbung“, schlussfolgert Dr. Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer des Bitkom.
Wie das Handwerk profitieren kann
Den Trend zur Personalisierung können auch einige Handwerksbetriebe für sich nutzen. Für Schreiner wäre es eine Möglichkeit, dem Kunden zum bereits gekauften Tisch passende Möbelstücke anzubieten, die etwa aus dem gleichen Holz gefertigt sind oder ein ähnliches Design haben. Oder ein Raumausstatter könnte neue Interior-Produkte, die zum jeweiligen Kunden passen, in Szene setzen. Und eine Goldschmiedin könnte passende Ohrringe zum bereits gekauften Collier zeigen – selbstverständlich zunächst nur als reines von der Künstlichen Intelligenz (KI) gefertigtes Bild, um im Kunden die Vorstellung zu wecken.
Apropos KI: Dass die Werbung persönlicher wird, geht vor allem auch auf die Supertechnologie zurück. Die Möglichkeiten reichen von automatisierten Tests und Budgetanpassungen im Kampagnenmanagement über eine präzisere Identifikation und automatische Segmentierung in der Zielgruppenanalyse bis hin zu prädiktiven Analysen von Kaufverhalten oder Anzeigenperformances.
Künftig soll die KI für ein immer präziseren Zuschnitt von Anzeigen sorgen. Bitkom-Geschäftsführer Rohleder spricht von Hyperpersonalisierung als der nächsten Stufe des digitalen Marketings: „Mithilfe von Echtzeit-Daten oder präzisen Verhaltensanalysen können Inhalte und Angebote noch genauer auf die Kundinnen und Kunden zugeschnitten werden.“
