Ausblick von Michael Kessler KI 2026: Weniger Hype, mehr Nutzen – das können Chefs erwarten

Was verspricht sich das Handwerk von KI 2026? Mehr Nutzen! Michael Kessler, CEO des ERP-Anbieters Hero Software, empfiehlt nahtlos integrierte, agentenbasierte Lösungen in der zentralen Betriebssoftware. Was diese künftig unbedingt können soll.

Im Handwerksbetrieb sollte KI 2026 keine Spielerei sein, sondern echten Nutzen bieten. - © App - stock.adobe.com

Künstliche Intelligenz im Handwerk steckt noch in den Kinderschuhen – und trotzdem überrollt eine Welle an KI-Features und Tools den Markt. Viele davon bieten als Stand-alone-Lösung aber nicht den erhofften Mehrwert. Was Handwerker in Sachen KI 2026 wirklich brauchen: nahtlos integrierte, agentenbasierte Lösungen in der zentralen Betriebssoftware. "Keine Spielereien, sondern digitale Werkzeuge mit spürbarem Impact", beschreibt es Michael Kessler. Für den Gründer und Geschäftsführer von Hero Software bieten KI-Agenten Handwerkerinnen und Handwerkern in folgenden fünf Einsatzfeldern zukünftig echten Nutzen.

1. Kundenkommunikation – klar, schnell, treffend

Ein Agent, der die Kundenkommunikation (zumindest teilweise) übernimmt, macht den Austausch effizienter: Er erstellt und verfeinert E-Mail-Entwürfe in passender Tonalität – von Angebotsanfragen über Nachfassmails bis zu Mahnungen. Er fasst Telefonnotizen und Sprachnachrichten zu klaren Aufgaben zusammen, beantwortet häufige Kundenfragen halb oder vollautomatisch und schlägt Terminslots vor. Ergebnis: weniger Schreibzeit, weniger Rückfragen, ein professioneller, verbindlicher Auftritt.

2. Vom Text zur Aufgabe: So gelingt Projektumsetzung

Ein Agent für die Projektumsetzung macht aus unstrukturierten Informationen handfeste Arbeitspakete: Er verdichtet lange Texte, Protokolle und Chatverläufe zu umsetzbaren Aufgaben, extrahiert Positionen aus Freitext für Angebote und Datenbankeinträge und erstellt Bautagebuch-Einträge aus Fotos, Sprachnotizen und Stichpunkten. So sinken Medienbrüche, Informationen werden schneller zu Aufgaben und Details gehen seltener verloren.

3. Präzise statt pauschale Angebote

Ein Angebots- und Kalkulations-Agent zerlegt Anfragen in kalkulierbare Positionen mit sauberer Leistungsbeschreibung und greift auf historische
Projekte, Standardtexte und Kalkulationsbausteine zu. Das beschleunigt die Angebotserstellung, erhöht die Treffsicherheit und reduziert Nachträge. Beispiel: Aus einer vagen E-Mail entsteht ein Entwurf mit verschiedenen Alternativen samt Preisvorschlägen.

4. Dokumentations-Agent erledigt den kompletten Papierkram

Ein Dokumentations-Agent übernimmt den aufwendigen Papierkram: Er erzeugt strukturierte Bautagebuch-Einträge aus kurzen Inputs und Bildmaterial, ordnet Fotos Projekten, Räumen und Gewerken zu und versieht sie mit automatischen Tags. Er generiert Abnahmeprotokolle und Nachweise in kundentauglicher Form, spart Schreibarbeit und schafft Klarheit. Beispiel: Aus der täglichen Sprachnotiz entsteht ein vollständiger Bautagebucheintrag, relevante Bilder werden zugeordnet und als PDF exportiert.

5. Einkauf: heute schlank, morgen smart

Ein B2B‑Commerce‑Agent wird den Einkauf zukünftig auf ein neues Level heben. Heute läuft es noch so: Die Betriebssoftware beschert dank Schnittstellen schlanke Abläufe im Bestellprozess: Materialbedarf wird aus Projekten abgeleitet, Bestelllisten entstehen mit wenigen Klicks, Preise und Verfügbarkeiten werden geprüft und Bestellungen sauber den Projekten zugeordnet.

Morgen übernimmt die KI den nächsten Schritt: Sie liest Auftragsbestätigungen automatisch aus, gleicht Positionen und Mengen mit dem Projekt ab, bewertet Verfügbarkeit und Konditionen und macht klare Handlungsvorschläge: bestellen, Alternative wählen oder Rückfrage stellen. So werden Entscheidungen schneller, Engpässe seltener und die Abstimmung zwischen Büro und Baustelle spürbar leichter.

Fazit: Wie entwickelt sich KI 2026? Künstliche Intelligenz wird Bestandteil der Betriebssoftware statt loses Tool

Wirklicher Impact entsteht, wenn KI als Agentenebene tief in der Betriebssoftware verankert ist: gemeinsamer Datenkontext statt Insellösungen, eine Oberfläche statt zusätzlicher, entkoppelter Tools und klare Nachvollziehbarkeit durch dokumentierte, korrigierbare Aktionen. Entscheidend ist nicht, was technisch möglich ist, sondern was reale Engpässe bei Zeit, Qualität, Cashflow und Verlässlichkeit löst.

Lasst uns KI nicht um ihrer selbst willen bauen, sondern als Werkzeug, das Handwerker spürbar entlastet: pragmatisch, integriert, wirksam. Die Zukunft des Handwerks ist digital – und KI ist dann wertvoll, wenn sie dort sitzt, wo der Alltag passiert: in der Betriebssoftware. Alles andere bleibt Buzzword-Bingo.

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