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Unternehmensberatung Steuerberater: So finden Sie den richtigen Experten für Ihren Betrieb

Während die Steuergesetze ständig komplizierter werden, steht die Branche der Steuerberater durch Digitalisierung und Künstliche Intelligenz vor einem Umbruch. So finden Sie einen zukunftsfesten Steuerprofi, der sein Geld wirklich wert ist.

Themenseiten: TS Steuerstrategien und TS Rechts- und Steuerberatung

Guter Rat ist teuer. Schlechter Rat aber geht so richtig ins Geld. Das hat Tischlermeister Ralf Schröder gelernt – und zwar richtig auf die harte Tour. Als er Mitte der 1990er-Jahre den elterlichen Betrieb in der Nähe von Elmshorn in Schleswig-Holstein übernahm, erbte er mit dem Unternehmen auch den Steuerberater der Eltern. „Schon bei der Betriebsübernahme gab es Probleme, weil der Steuerberater Zahlen nicht rechtzeitig vorlegte“, erinnert sich Schröder. Unter vier Augen hatte er den Vater schon damals gefragt: Ist das wirklich der richtige Mann für uns?

Ganz überzeugt war der Seniorchef von seinem Steuerberater tatsächlich nicht: Der war nämlich immer wieder spät dran mit Zahlen und Berichten. Doch immerhin war der Steuerprofi recht günstig. Und er ließ die Handwerker weitgehend in Ruhe ihre Arbeit tun, fragte nicht viel nach, wenn die Tischler jeden Monat Ordner voller Belege von den verschiedenen Baustellen ins Steuerbüro schickten. Es hatte ja auch schon lange funktioniert. „Bei so einer Übernahme will man erst mal alles möglichst reibungslos über die Bühne bringen, nicht unnötig Unruhe schaffen“, erinnert sich Schröder. Also schob er seine Bedenken zunächst beiseite und ließ den langjährigen Berater im Amt. „Das habe ich dann allerdings ziemlich bald bereut.“ Denn sein Steuermann war nicht einfach nur entspannt mit Terminen. Bald stellte sich heraus: Seine Zahlen stimmten nicht, die Steuerschuld war falsch berechnet. Wäre Schröder ihm nicht rechtzeitig auf die Schliche gekommen – es hätte ihn die Existenz kosten können.

Steuerberater können für Unternehmer im Handwerk vieles sein: Mancher sucht vor allem einen pragmatischen und möglichst günstigen Dienstleister, der sich um die Umsatzsteuer-Abrechnung und die Lohnbuchhaltung kümmert, der einmal im Jahr den Jahresbericht korrekt erstellt und dafür sorgt, dass das Finanzamt keinen Ärger macht. Für andere ist der Steuerberater hingegen auch ein Sparringspartner, der mit seinem betriebswirtschaftlichen Know-how bei der Weiterentwicklung des Betriebs hilft und die Finanzierung des Unternehmens optimiert. Steuerberater können Retter in der Not sein, wenn eine Betriebsprüfung durch das Finanzamt ansteht. Sie erkennen oft früher als die Unternehmer selbst, dass sich Geschäftszahlen nicht in die richtige Richtung entwickeln, wenn wichtige Daten von einer Baustelle fehlen oder Prozesse im Unternehmen nicht mehr zeitgemäß sind.

Hinzu kommt: Die Branche der Steuerberater selbst steht vor großen Umbrüchen: Digitalisierung, die Automatisierung von Tätigkeiten, die bis vor Kurzem noch ein Mitarbeiter machte, steigende Erfordernisse nach immer differenzierteren Spezialkenntnissen stehen den Beratern ins Haus. So wird etwa das Service-Geschäft des reinen Verbuchens künftig deutlich schrumpfen, da es von Apps und Algorithmen teilweise automatisiert erledigt wird. Die meisten Steuerberater werden sich deshalb in den kommenden Jahren deutlich weiterentwickeln oder komplett neu erfinden müssen.

Fest steht: „Ein enger Austausch mit einem kompetenten Steuerberater wird für Unternehmer im Handwerk immer wichtiger“, weiß Daniela Jope, Referatsleiterin Steuer- und Finanzpolitik beim Zentralverband des deutschen Handwerks (ZDH) in Berlin. „Denn die Steuergesetzgebung ändert sich ständig, und die Anforderungen bei der Erfüllung der steuerlichen Pflichten steigen stetig.“

Aktuellstes Beispiel: Die neuen Verfahrensvorschriften und Anforderungen an die Ordnungsmäßigkeit der Kassenbuchführung, die viele Handwerksbetriebe betreffen. „Wer nicht auf dem Laufenden ist und nicht alle Vorgaben erfüllt, riskiert bei einer Betriebsprüfung oder Kassen-Nachschau hohe Nachzahlungen, die sogar existenzgefährdend sein können“, sagt Jope. Es sei wichtig, einen Steuerberater an seiner Seite zu haben, der auch mit spezifischen Themen bestimmter Gewerke vertraut ist. Etwa die Beitragszahlungspflicht an Sozialkassen insbesondere bei Betrieben des Bau- und Ausbaugewerbes und Entlastungsanträge im Bereich der Energie- und Stromsteuer für produzierende Unternehmen.

Problemfall Steuerberater

Geraten Unternehmer an inkompetente, nachlässige oder für die Zukunft schlecht aufgestellte Steuerberater, werden die eigentlich wertvollen Unterstützer zur Bedrohung. So sah sich Tischlermeister Ralf Schröder in seinem Gefühl mehr und mehr bestätigt, dass sein Steuerberater keinen guten Job machte: Die Daten des Beraters schienen mit den Zahlen auf dem Unternehmenskonto nicht übereinzustimmen, aktuelle Daten lieferte der Berater auch auf Nachfrage monatelang nicht: „Ich musste immer wieder nachfragen: Wo bleiben die Zahlen? Wann bekommen wir endlich die Auswertungen der letzten Monate, den fertigen Jahresbericht?“, erinnert sich Schröder. Als die Zahlen endlich mit großer Verspätung aus dem Steuerbüro kamen, stellte sich heraus: Die Saldenlisten, die der Steuerberater zuvor erstellt hatte, waren falsch. Der Gewinn fiel deutlich geringer aus, als Schröder eingeplant hatte. Eigentlich wollte der Handwerker investieren. Doch nun fielen diese Pläne erst mal ins Wasser. Stattdessen musste sich Schröder um Liquiditätsprobleme kümmern, die viel zu spät aufgefallen waren, weil korrekte Zahlen aus der Buchhaltung fehlten. Da zudem eine Steuerschuld falsch gebucht war, beschwerte sich zu allem Übel noch das Finanzamt. „Eine Nachzahlung wurde fällig“, berichtet der Handwerker.

Da hatte er genug: Ein neuer Steuerberater musste her. Dieses Mal einer, auf den er sich verlassen könnte. Schröder wollte auf Nummer sicher gehen: „Es sollte einer sein, mit dem andere Handwerker aus meiner Branche nachweislich gute Erfahrungen gemacht hatten.“ Über die Innung bekam Schröder eine Empfehlung für einen Steuerberater, von dem es hieß, er kenne sich mit der Kalkulation und Buchung von Baustellen gut aus. Sicherheitshalber fragte Schröder die Kanzlei zusätzlich nach Referenzen aus dem Handwerk, erkundigte sich bei Branchenkollegen nach ihren Erfahrungen: „Das hörte sich alles gut an, also habe ich gewechselt.“

Der neue Steuerberater ließ sich alle Zahlen und Unterlagen zeigen, schaute sich sämtliche Abläufe im Betrieb genau an. Er rechnete nach und stellte fest, dass tatsächlich noch einige weitere Fehler und Altlasten in den Steuerunterlagen versteckt waren. Das Unternehmen hatte oft Minus gemacht, ohne es zu merken. „Der Steuerberater empfahl uns, auf ein eigenes digitales Abrechnungssystem mit Kostenstellen umzustellen, mit dem wir selbst jederzeit alle Kosten für jede Baustelle und jeden Kunden im Blick haben und die Buchhaltung selbst führen können“, berichtet Schröder. Ganz schön viel Arbeit sei die Umstellung auf das neue System gewesen: „Vieles von dem, was unser alter Steuerberater für uns gemacht hat, machen wir heute selbst. Meine Frau hat die Buchhaltung übernommen und trägt alle Daten ins System ein“, erklärt der Unternehmer.

Digitalexperte Steuerberater

Statt einfach Belege in Ordner zu packen und zum Steuerberater zu schicken, erfasst das Unternehmen nun selbst in einer Buchhaltungssoftware jede Arbeitsstunde und jedes Stück Material und ordnet es Kostenstellen, Lagerbeständen und direkt den richtigen Baustellen und Kunden zu. „Der Steuerberater und der im Steuerbüro für uns zuständige Sachbearbeiter haben dieses System mit uns gemeinsam aufgebaut“, sagt Schröder. Der Sachbearbeiter kontrolliert inzwischen nur noch die Eintragungen, der Steuerberater macht am Ende des Jahres die Abrechnung. „Jetzt haben wir einen guten Überblick über Kosten und Einnahmen“, findet Schröder. Schon drei Jahre nach dem Steuerberater-Wechsel konnte er so eine große Investition in neue Maschinen stemmen und die Neuausrichtung des Unternehmens endlich angehen. „Ohne die Unterstützung des neuen Steuerberaters und ohne das neue System hätten wir die Kurve nicht gekriegt.“

Wenn Handwerker wie Schröder mehr von ihrem Berater wünschen als das Standardprogramm aus Buchprüfung und dem Erstellen des Jahresabschlusses, müssen sie das ihrem Steuerberater auch klar sagen – und diese Dienstleistungen gegebenenfalls zusätzlich honorieren. Das stellt Jörn Brüggemann klar. Er ist Steuerberater und Partner der Kanzlei BTK Brüggemann Trimpop in Hamburg. Außerdem leitet er als Vorsitzender das Netzwerk Steuerberatung im Handwerk. Das ist ein Netzwerk von Steuerberatern, die sich auf die Beratung von Handwerksbetrieben spezialisiert haben. „Im Verband tauschen wir uns zu aktuellen Themen im Handwerk aus und arbeiten in steuerrechtlichen Fragen mit den Handwerksorganisationen zusammen“, erklärt Brüggemann.

Handwerker hätten oft ein recht diffuses Bild davon, was der Steuerberater genau für sie tun soll und was seine Dienstleistungen konkret umfassen. „Wenn ich beim Steuerberater nur das Standardprogramm Umsatzsteuer, Löhne, Buchhaltung, Jahresabschluss buche, ist das so absolut in Ordnung und reicht für viele kleinere Betriebe auch aus“, sagt Brüggemann. Wer nach einer solchen Standard-Dienstleistung sucht, sollte mehrere Vergleichsangebote verschiedener Kanzleien einholen und sich erkundigen, wie Preisunterschiede zustande kommen.

Dabei rät Brüggemann Folgendes zu prüfen:

  • Kennt die Kanzlei sich mit meinem Gewerk aus, kann sie Referenzen aus der Branche vorweisen?
  • Ist sie technisch auf dem neuesten Stand, setzt sie zeitgemäße Software ein?
  • Geht der Steuerberater auf individuelle Wünsche flexibel ein?
„Außerdem sollte man sich auf jeden Fall die Sachbearbeiter einmal persönlich vorstellen lassen, die am Ende für die Abwicklung der Alltagsaufgaben im Steuerbüro und für den Kontakt zum Unternehmen zuständig sind.“

Risikomanager Steuerberater

Viele Steuerberatungskanzleien haben nämlich ein Problem mit Handwerksbetrieben gemeinsam: Es wird für sie immer schwerer, geeignete Fachkräfte zu finden. Gute Steuerfachangestellte sind knapp und begehrt, Kanzleien versuchen sich gegenseitig die besten Leute abzujagen. „Man sollte also schon hinschauen, ob die Kanzlei ein Team hat, das groß genug ist, um alle Kunden intensiv zu betreuen.“ Ein Hinweis auf eine gut eingespielte Mannschaft: Es gibt in der Kanzlei viele Mitarbeiter, die schon zehn Jahre oder länger dabei sind. Ein persönlicher Besuch in der Kanzlei der Wahl sei immer eine gute Idee, sagt Brüggemann. „Wenn man so eng zusammenarbeitet, muss ja auch persönlich die Chemie stimmen.“

Das gilt besonders für Unternehmer, die eine aktivere Beratung durch ihren Steuerberater wünschen und dabei auch Wert auf betriebswirtschaftliche Tipps und Beratung zu Zukunftsthemen wie der Digitalisierung legen. „Viele Steuerberater bieten eine solche aktivere Beratung der Unternehmer an. Das kostet aber zusätzlich“, erklärt Handwerker-Spezialist Brüggemann. Die Kanzlei überwacht dann etwa die laufenden Auswertungen der Geschäftszahlen, schlägt Verbesserungen vor, hilft bei der Baustellen-Bewertung, berät bei Investitionen und langfristiger Finanzplanung oder der Digitalisierung von Prozesse oder plant mit dem Chef schon einmal langfristig die Unternehmensnachfolge. „Bei solchen Mandanten übernehmen wir als Berater also die Rolle eines strategischen Sparringspartners und nehmen den Unternehmern einige Aufgaben im Controlling und Risikomanagement ab“, erklärt Brüggemann.

Auf diese Weise wird der Steuerberater vom Belege verbuchenden Zahlenkünstler zum Risikomanager und Unternehmensberater für Handwerksbetriebe. Ein Vertreter dieser Allround-Berater ist zum Beispiel Steuerberater Armin Schiehser. Der Geschäftsführer der Kanzlei HSP in Lohr am Main ist Business-Coach, Experte für Wirtschafts- und Ratingberatung und private Finanzplanung, Rating Advisor und Fachberater für Handwerk und Bau. „Für mittelständische Unternehmer wird es immer wichtiger, auch externe Berater zu haben, die sie mit einem Blick von außen und mit Einblicken zu aktuellen Marktentwicklungen und zu Zukunftstrends wie der Digitalisierung unterstützen“, sagt Schiehser.

Denn Märkte, Technologien und Kundenbedürfnisse würden sich immer schneller verändern. „Wenn man sich anschaut, wie wir vor fünf, sechs Jahren noch gearbeitet haben und wie es heute läuft, wird das deutlich“, erläutert Schiehser. „Früher haben die Unternehmer uns Belege abgeliefert – wenn man innovativ war, wurden Belege direkt gebucht und es wurde vielleicht ein Kontoauszugmanager eingesetzt als Vorerfassungssystem.“ Heute berate er Mandanten oft auch zur Frage, welche Software sie zur Kassenführung, zum Scannen von Belegen oder zur Rechnungserstelllung am besten einsetzen. „Da kommt ja kein Unternehmer mehr darum herum heute – man muss nachweisen, dass man all diese Daten transparent und rechtssicher erfasst und abwickelt“, sagt Schiehser. „Die Finanzbehörden sind da inzwischen auch viel strenger und konsequenter in ihren Prüfungen als früher.“

Strategieexperte Steuerberater

Schiehser setzt deshalb zum Beispiel auf Schulungen, bei denen er Handwerksunternehmer zum richtigen Einsatz von Software anleitet, sie zu Themen wie der Neuregelung der Grundsätze zur ordnungsmäßigen Buchführung in elektronischer Form (GoBD) auf den neuesten Stand bringt oder ihnen erklärt, wie sie sich für den Fall einer Prüfung durch Behörden und Finanzämter absichern und wie sie Abläufe und die Zusammenarbeit mit dem Steuerberater effizient und zeitgemäß abwickeln können. „Solche Schulungen finde ich persönlich sehr sinnvoll, weil sie den Unternehmern die Eigenverantwortung für diese wichtigen Themen nicht wegnehmen, sie mit diesen komplexen rechtlichen und technischen Dingen aber auch nicht alleine lassen.“

Denn klar ist: Ein großer und wichtiger Teil der Arbeit und der Verantwortung bleibt auch bei einem umfassenderen Dienstleistungs- und Beratungs-Paket immer beim Unternehmer selbst. „Der Steuerberater wird nicht zum Co-Unternehmer“, bestätigt Steuerberater Brüggemann. Heißt: Wer von der Kanzlei monatlich genaue Auswertungen seiner Geschäftsentwicklung bekommen möchte, muss diese Zahlen im Betriebsalltag eben auch detailliert erheben und erfassen. Wer vom Steuerberater eine engere Beratung wünscht, muss sich auch Zeit nehmen für Beratungsgespräche und für die Umsetzung neuer Prozesse und Strukturen im Betrieb.

Wer einen Steuerberater will, der genau hinschaut und frühzeitig auf Risiken bei Steuer und Finanzen hinweist, darf nicht genervt die Augen rollen, wenn der Steuermann im Alltag ständig nach aktuellen Zahlen fragt. Der Steuerberater ist Coach und Berater – doch mit Zukunftsthemen wie der Digitalisierung müssen sich Unternehmer dennoch selbst auseinandersetzen – auch wenn viele Handwerker wohl gerne solche strategischen, komplexen Fragen einfach outsourcen und sich auf ihr handwerkliches Kerngeschäft konzentrieren würden.

„Die Investition in den Aufbau einer langfristigen Zusammenarbeit mit einem Berater lohnt sich eigentlich immer für beide Seiten“, sagt Brüggemann. „Je besser der Steuerberater und sein Team ein Unternehmen kennen, desto bessere Ergebnisse können sie liefern und desto besser und effizienter können sie beraten.“ Dann ist der Steuerberater am Ende des Tages auch sein Geld wert.

Definition: Das sagen Ihnen die einzelnen Titel

Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Fachberater: Welche Titel tragen die Berater und was bedeuten diese Bezeichnungen eigentlich genau?

  • Die Steuerberater Den Titel Steuerberater dürfen nur Personen tragen, die die Steuerberater-Prüfung bestanden haben und von einer Kammer zum Steuerberater bestellt worden sind. Steuerberater sind gesetzlich verpflichtet, sich regelmäßig weiterzubilden, damit sie in Sachen Steuerrecht auf dem Laufenden bleiben. Steuerberater rechnen gesetzlich vorgegebene Honorarsätze für ihre Leistungen ab.
  • Die Fachberater Viele Steuerberater absolvieren zusätzlich spezielle Weiterbildungen, damit sie einen Fachberater-Titel tragen dürfen. Wer einen amtlichen Fachberater-Titel trägt, hat in einer Prüfung nachgewiesen, dass er im jeweiligen Fachgebiet überdurchschnittlich gute Kenntnisse hat. Interessante Ansprechpartner für Handwerker sind gegebenenfalls zum Beispiel Fachberater für Restrukturierung, für Finanzmanagement und Controlling, für Nachfolge-Management oder für Baugewerbe und Handwerk.
  • Die Wirtschaftsprüfer Wer Wirtschaftsprüfer werden will, muss nach der Steuerberaterprüfung noch ein weiteres Examen ablegen. Wirtschaftsprüfer prüfen die Jahresabschlüsse von Unternehmen und dürfen darüber hinaus Gutachten darüber ausstellen, ob diese ordnungsgemäß erstellt wurden – nicht nur steuerlich, sondern auch betriebswirtschaftlich. Kleinere Mittelständler haben mit den Prüfern nur selten zu tun. Nur größere Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitern und mehr als 12 Millionen Euro Umsatz sind verpflichtet, ihren Jahresabschluss prüfen zu lassen.

Hintergrundanalyse Die Zukunftsthemen der Steuerkanzleien

So erkennen Sie, wie fit Ihre Kanzlei für die Zukunft ist: Im Rahmen des Projektes „Steuerberatung 2020“ analysierte die Bundessteuerberaterkammer relevante Entwicklungschancen und Gestaltungsoptionen, wie sich Steuerberater und Kanzleien weiterentwickeln können.

Geschäftsfelder Zeithorizont bis 3 Jahre Zeithorizont 4 bis 6 Jahre Zeithorizont 7 Jahre plus
Steuerberatung im engeren Sinne Professionalisierung der ­Steuerberatung

Digitalisierung der Geschäfts­prozesse
Zielgruppenspezialisierung, Lösungsspezialisierung

Telepräsenz (u.a. virtuelle Beratung)


Systeme zur Selbstberatung, Software
Rechtsberatung Kooperationen mit einer ­Rechtsberatung Aufbau einer Rechtsberatungs­kompetenz Insolvenzverwaltung
Wirtschaftsprüfung Kooperation Aufbau einer eigenen Wirtschaftsprüfungskompetenz nur
für freiwillige Prüfungen
Betriebswirtschaft­liche Beratung Auswertung, Mahnwesen, Finanzierung, Investition, KER & Controlling Fördermittelberatung, FIS, steueroptimierte fw.
Analyse & Konzept, Coaching & Mentoring
Beteiligung, Benchmarking
Unternehmens­beratung Unternehmens­analyse und -konzept Strategieberatung Organisations- und Prozessberatung
Vorsorge- und Vermögens­beratung Neutrale Vermögensstrukturberatung Beraterhaus: alles unter einem Dach Ganzheitliche Zukunftsvorsorge
Unternehmerberatung Prozessberatung,
Unternehmensnachfolge
Unternehmensberatung nach Gründung, Mediationsberatung
Services Finanz-/Lohnbuchhaltung, ­Gutachter-Services Outsourcing, Finanzübersichten Recruiting /Services für Family Offices

Prüfliste: Weiß der eigentlich, worum es hier geht?

Mit diesen drei Fragen können Sie ganz einfach herausfinden, ob sich der Steuerberater mit Ihrem Gewerk auskennt und ob er sein Honorar wert ist.
  1. Wie viele Handwerksunternehmen beraten Sie?
    Steuerberater spezialisieren sich immer stärker. Denn das Steuerrecht wird immer komplizierter, jede Branche hat ihre Eigenheiten. Daher sollten Handwerker im Erstgespräch immer abklopfen: Kann die Kanzlei Referenzen von Unternehmen im eigenen Gewerk vorweisen? Haben die Berater ein spezielles Zertifikat, etwa den „Fachberater für das Baugewerbe und Handwerk“, oder sind sie Mitglied im Netzwerk „Steuerberatung im Handwerk“, das eng mit den Handwerkskammern zusammenarbeitet? Ist der Berater über aktuelle Entwicklungen in der Branche im Bilde?
  2. Kommen Sie zu einem Vor-Ort-Termin in den Betrieb?
    Egal ob Handwerker einen günstigen Dienstleister für Umsatzsteuer- und Lohnabrechnung suchen oder einen Berater, der auch betriebswirtschaftlich und strategisch berät: Ein persönliches Treffen in der Kanzlei und auch ein Vor-Ort-Termin im eigenen Unternehmen sollten zu Beginn der Zusammenarbeit selbstverständlich sein. Nimmt sich der Steuerberater die Zeit für ein persönliches Treffen? Schaut er sich im Unternehmen die Abläufe genau an, verschafft sich einen Überblick über bestehende Daten, interessiert er sich für den Betrieb und die handelnden Personen? Stellt er auch sein Team und einen möglichen konkreten Ansprechpartner für die alltägliche Zusammenarbeit vor?
  3. Welche Dienstleistungen sind Standard, welche kosten extra?
    Jede Kanzlei hat ihr eigenes Geschäftsmodell und ihre eigene Beratungsphilosophie. Legen die KanzleipartnerInnen viel Wert auf die effiziente und günstige Abwicklung von Alltags-Tätigkeiten wie der Buchhaltung? Oder sehen sie sich eher als ganzheitliche, betriebswirtschaftliche Berater? Wollen sie ihren Kunden viele Zusatzdienstleistungen verkaufen oder haben sie ein eher schmales, aber spezielles Angebot? Können die Berater etwa Zertifikate als Fachberater für Unternehmensnachfolge oder für Controlling und Finanzwirtschaft vorweisen? Und ganz wichtig: Wie stellt sich der Berater selbst für die Zukunft auf? Um herauszufinden, ob eine Kanzlei zu den eigenen Beratungsbedürfnissen passt, sollten Handwerker fragen: Was gehört für die Kanzlei zum Standardprogramm, was zur Kür?

Checkliste Was darf Sie das alles kosten?

Was darf ein guter Steuerberater kosten? Hier finden Sie Informationen zu den in der Branche üblichen Honorarsätzen und Stundenlöhnen.

Wie viel ein Steuerberater für seine Leistungen tatsächlich abrechnen darf, bestimmen gesetzliche Vorschriften, insbesondere die Steuerberatervergütungsverordnung (StbVV).
  • Stundenlohn und Tagessatz Steuerberater können dabei eine Zeit- oder eine Wertgebühr erheben, also entweder nach Stundenlohn und Tagessatz abrechnen oder aber eine prozentuale Gebühr in Rechnung stellen, die sich nach dem sogenannten Gegenstandswert richtet, also der Höhe von Einnahmen oder der Steuerschuld.
  • Ermessensspielraum Dabei hat der Steuerberater allerdings einen Ermessensspielraum: Je nach Aufwand kann er einen niedrigeren oder höheren Satz abrechnen.
  • Pauschalen Steuerberater haben auch die Möglichkeit, Jahrespauschalen zu verlangen, etwa für laufende Tätigkeiten wie Buchhaltung, Steuererklärung und regelmäßige Beratung. Es lohnt sich also, zu verhandeln und im Detail darüber zu sprechen, welche Tätigkeiten im Unternehmen selbst abgewickelt werden sollen und welche Leistungen der Steuerberater konkret erbringen soll.
  • Gebührenverordnung Die vollständige Gebührenverordnung gibt es zum Download auf der Seite der ­Bundessteuerberaterkammer: bstbk.de
  • Online-Rechner Eine erste Einschätzung über die ungefähre Höhe des Steuerberater-Honorars bietet unser Online-Rechner: handwerk-magazin.de/steuerberaterkosten
  • Online-Tools der Steuerberatersuche Digitale Unterstützung, Beratung und Tools zur Wahl eines geeigneten Steuerberaters gibt es zum Beispiel beim Netzwerk Steuerberatung im Handwerk, bei der DATEV und beim deutschen Steuerberater-Verband.
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