Hardware für die Baustelle Laptops, Tablets, Smartphones: Geräte für besondere bis extreme Bedingungen

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Die Tech-Produzenten legen noch eine Schippe drauf: Für Baustellen gibt es nun Geräte, die sogar „Geschützfeuer“ oder Pilzbefall überstehen. Aber auch technologisch können die Rechner deutlich mehr als noch vor zwei, drei Jahren.

Latitude 7220 Rugged Extreme: Das neue Tablet von Dell – © Dell

Hitze oder Minusgrade, hohe Luftfeuchtigkeit, Stürze oder Untertauchen – von den Hardwareherstellern waren Handwerker ja bereits einiges gewohnt, im positiven Sinne. Denn mittlerweile gibt es eine breite Palette an sowohl Laptops als auch Tablets, denen selbst harte Baustellen-Bedingungen rein gar nichts ausmachen. So weit, so bekannt.

Jetzt aber legen die Tech-Produzenten noch eine Schippe drauf. Denn nun gibt es etwa auch Geräte, die sogar „Geschützfeuer“ oder Pilzbefall überstehen. Extrem robuste und widerstandsfähige Rechner, die offensichtlich selbst unter den schlimmsten Bedingungen nicht versagen. Das hat Vorteile für den Baustelleneinsatz.

Preise schnellen in die Höhe

Aber auch technologisch können die Rechner deutlich mehr als noch vor zwei, drei Jahren. Beispielsweise sorgen Displays mit bis zu 700 Nits (ein Nit gibt an, wie viel Licht auf einen Quadratmeter Fläche gestrahlt wird) dafür, dass selbst bei grellem Sonnenschein klare Sicht herrscht.

Die Akkus der Geräte sind jetzt so leistungsstark, dass Handwerker sie erst nach bis zu 36 Stunden wieder an die Steckdose anschließen müssen. Dasselbe gilt mit Abstrichen sogar für Smartphones. Outdoor-Geräte, denen weder Schmutz noch Wasser etwas abhaben können, sind momentan sehr gefragt.

Man mag es nicht Nachteil nennen, aber natürlich lassen sich die IT-Lieferanten diese Robustheit und Ausstattungsvielfalt bezahlen. Die besondere Bauweise, kombiniert mit exzellenten Materialien, reichhaltiger Ausstattung und geringeren Stückzahlen lässt die Preise in die Höhe schnellen. So kosten extrem widerstandsfähige Laptops mit maximalem Komfort schon einmal weit jenseits der 4.000 Euro.

Die vier wichtigsten Kriterien beim Kauf

Deshalb ist vor dem Kauf eine kleine Analyse sehr hilfreich, was tatsächlich notwendig ist. Das für den Käufer nützliche Prinzip ist nämlich, dass sich die meisten Geräte modular anpassen lassen, was den jeweiligen Preis ausmacht. Hier die dafür vier wichtigsten Kriterien.

  1. Schutzklassen: Davon gibt es mittlerweile mehrere gängige. Die bekannteste ist die IP-Schutzart. IP steht für „Ingress Protection“, was für Berührungsschutz/Eindringschutz steht und bedeutet, wieviel Staub und Wasser der Rechner abkann. Darüber hinaus gibt es beispielsweise noch einen militärischen Standard (MIL) und Schutzklassifizierungen nach ATEX, IECEx und NEC500. Letztere bekommen Geräte, mit denen Handwerker auch in explosionsgefährdeten Bereichen arbeiten können. Das ist etwa für Betriebe sehr interessant, die etwa mit einer Raffinerie einen Wartungsvertrag haben. Hier sind solche Geräte schon aus Versicherungsgründen mitunter vorgeschrieben. Aber: „Kein durchschnittlicher Handwerksbetrieb benötigt wirklich derartig zertifizierte Geräte oder diejenigen mit einem hohen MIL-Standard“, sagt Axel Oppermann vom Analystenhaus Avispador aus Kassel.
  2. Wechselkomponenten: Vor allem Akkus und Festplatten lassen sich heute in vielen Geräten so einfach wechseln wie die Kapseln in einer Kaffeemaschine. Einige Geräte haben gar zwei Akkufächer, so dass ein Wechsel auch im laufenden Betrieb möglich ist. Aber auch hier gilt: Die allerwenigsten Betriebe müssen beispielsweise auf Geräte zurückgreifen können, die Saft für den 36-Stunden-Dauerlauf haben. Ganz klar: Wechselkomponenten sind schick, gehen aber ins Geld
  3. Grafikpower: Grundsätzlich unterscheiden lassen sich eingebaute Grafikkarten (kostspieliger) von Grafikchips (preiswerter). Ebenso haben die Displays andere Qualitäten bei der Leuchtkraft (NITS). Aber: Wird der Laptop tatsächlich sehr oft im prallen Sonnenlicht verwendet? Nutzt das Unternehmen eine aufwändige Grafiksoftware etwa für 3D-Modelle? Lassen sich solche Fragen mit einem klaren Nein beantworten, lässt sich hier auch Geld sparen.
  4. Sicherheit und Services: Ausgeklügelte Verschlüsselungsmechanismen oder ein Fingerscanner sind keinesfalls verkehrt. Ebenso können eine besondere Geräteversicherung oder ein Vor-Ort-Service sinnvoll sein – können wohlgemerkt. Auch hier sollten Handwerker prüfen, was für sie wirklich notwendig ist.

Mega hart im Nehmen

Hier eine Auswahl an Laptops, Tablets und Smartphones, die besonders viel abkönnen.

Dell Rugged

Versiegelte Tastaturen, Anschlussmöglichkeiten für den Werkstattwagen oder umfangreiche Sicherheitspakete – Dell bietet für seine neuen Tablets und Laptops sehr individuelle Pakete an. Ein weiteres Plus sind die zahlreichen Servicepakete. Hier starten die Preise bei rund 2.500 Euro und gehen hoch bis weiter über 4.000 Euro.

Panasonic

Auch der japanische Hersteller setzt bei seinem neuen rauen Gesellen auf maximale Modularität. Dazu hat er Einbauschächte an seinem ganz aktuellen Toughbook 40-Laptop verbaut. Vom Arbeitsspeicherüber die Festplatte bis hin zu Akku und Tastatur lässt sich hier vieles flott tauschen. Besonders hervorzuheben ist die hohe Lichtstärke des Geräts und die Möglichkeit, das Display auch mit Handschuhen einfach bedienen zu können. Das Toughbook 40 kommt dieser Tage auf den Markt und kostet ab rund 4.000 Euro.

Samsung

Samsung neues XCover6 Pro Smartphone ist nach der Schutzklasse IP68 wasser- und staubdicht (in bis zu 1,5 Metern Süßwasser für bis zu 30 Minuten) und nach der Zertifizierung MIL-STD 810H besonders widerstandsfähig. Es verfügt über eine nach Herstellerangaben „mehrschichtige Sicherheitsplattform“, die private Daten vor fremden Blicken und Schadsoftware schützen soll. Für Handwerker sicher auch clever: der austauschbare Akku mit einer Kapazität von 4.050 mAh.