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Geldanlage Investmentfonds: Grüne Energie ist der Renner an der Börse

Immer mehr Fonds-Anleger sind der Auffassung, dass sich Nachhaltigkeit und Rendite keineswegs ausschließen. Sie investieren vor allem in Grüne Energie. Beweis: Der Google-Trend-Score für Global Clean Energy zeigt einen Anstieg von rund 300 % seit Oktober 2020. Besonders beliebt sind Exchange Traded Fund (ETF) - manche legten in einem Jahr über 150 Prozent an Wert zu.

Topic channels: TS Altersvorsorge und TS Geldanlage

Grüne Energien liegen im Trend bei der Kapitalanlage. Denn Investments in Sonne, Wind und Wasser bringen sehr ordentliche Renditen. So erzielte im vergangenen Jahr der meist verkaufte ETF in dieser Kategorie eine Wertsteigerung um über 122 Prozent. Der iShares Global Clean Energy ETF konnte seinen Wert mehr als verdoppeln und wurde bei den ETP Awards, die von der Börse Stuttgart und dem ETF Extra Magazin vergeben werden, zum ETF des Jahres gewählt. Wer die Wertentwicklung vom 04.02.20120 bis 04.02.2021 anschaut, kommt auf ein Plus von über 153 Prozent. Zum Vergleich: Der Deutsche Aktienindex DAX schaffte im Jahr 2020 ein Plus von 4,4 Prozent. Und bei der Wertenwicklung in den vergangenen zwölf Monaten: +6,81 Porzent.

Der ishares Global Clean Energy strebt die Nachbildung der Wertentwicklung eines Index an, der aus 30 der größten Unternehmen weltweit besteht, die im Sektor der sauberen Energie tätig sind. ETF steht für Exchange Traded Fund. Dieses ist eine Fondsvariante, bei der ein Index abegildet wird. So kann der Fonds auf einen Fondsmanager verzichten, was die Kosten enorm drückt.

Grüne Energie ist Zukunftsthema

Der Grund für die starken Kurszuwächse: Eine ü berwältigende Mehrheit der Kapitalanleger wünscht sich mehr grüne Energie. So erreichte Anfang des Jahres der Google-Trend-Score für das Suchbegriffspaar „Global Clean Energy“ den Maximalwert von einhundert. Dieser Wert gibt das relative Suchvolumen an. Noch im vergangenen Oktober notierte der Score bei 25. Das ist ein Anstieg von bis zu 300 Prozent innerhalb weniger Wochen.

Ist die Energiewende wichtiger als die Rendite?

Der Trend zu mehr Nachhaltigkeit in der Kapitalanlage zeigt sich aber auch in einer Studie aus Amerika. Gemäß einer Umfrage aus dem Hause „Renewable Energy World“ wünschen sich bis zu 86 Prozent der US-Amerikaner mehr grüne Energie. „Der Trend hin zu nachhaltigen Investments zeigt sich nicht nur hierzulande, sondern global“, fasst Raphael Lulay, Analyst beim Themenportal Block-Builders.de für Finanzen und Blockchain zusammen.

Unterschiede gibt es allerdings bei den Generationen: Bei den 18 bis 24-Jährigen vertritt jeder Zweite die Auffassung, dass ihm bei dem Thema Geldanlage die Rendite wichtiger als Klima- und Umweltschutz ist. Bei den 55 bis 73-Jährigen gewichten lediglich 35 Prozent der Anleger die Rendite höher. Angesichts der Tatsache, dass die Renditen bei nachhaltigen Investments zuletzt überproportional hoch ausfielen, könnten sich nun also alle Generationen für grüne Investments interessieren.

Indizes der Nachhaltigkeit

Grüne Aktienindizes sind der Wegweiser durch die Vielzahl an möglichen Nachhaltigkeits-Investments. Sie enthalten eine Auswahl an nachhaltig und sozialverträglich wirtschaftenden Unternehmen.

  • Zu den granz großen gehört beispielsweise der Dow Jones Sustainability World (DJSI), der auf fast 1.000 weltweit tätige Konzerne setzt. Dabei werden die besten zehn Prozent der 2 500 weltgrößten Unternehmen des Dow Jones World Index nach ökonomischen, ökologischen und sozialen Kriterien ausgewählt. Dabei werden die Spitzenreiter aller Branchen (best-in-class) berücksichtigt. Es gibt diverse regionale Unterindizes auf den DJSI.
  • Zu den ganz kleinen gehört der Aktienindex Öko-Dax, der gerade mal zehn Aktien von kleinen deutschen Unternehmen aus der Branche der Erneuerbaren Energien hält. Ihn gibt es seit 2007. Seine Wertsteigerung in den vergangenen zwölf Monaten: 123 Prozent.
  • Der älteste Nachhaltigkeitsindex ist der Domini 400 Social Index von KLD Research & Analytics aus Boston. Ein Großteil der Zielunternehmen stammen aus dem amerikanischen S&P 500-Index. Ausgeschlossen sind Unternehmen, die ihr Geld mit Alkohol, Glücksspiel, Kernenergie oder Rüstung verdienen. Der Rest wird wegen seines besonderen gesellschaftlichen Engagements aufgenommenx.
  • Der britische Indexanbieter FTSE hat die Nachhaltigkeitsindex-Familie FTSE4Good am Start. Ausgeschlossen werden Hersteller von Tabak oder Waffensystemen, Eigentümer oder Betreiber von Kernkraftwerken und Anlagen zur Urangewinnung und -herstellung sowie Unternehmen, die strategische Elemente oder Dienstleistungen zur Herstellung nuklearer Waffensysteme liefern. Deutsche Unternehmen wie BMW, Volkswagen oder SAP sind übrigens sowohl im DJSI als auch im FTSE4Good vertreten.
  • Der Natur-Aktienindex (NAI) enthält 25 kleinere- und mittlere Unternehmen aus der ganzen Welt, die als Öko-Pioniere gelten.

Tipp: Wer in einen Nachhaltigkeitsfonds investieren möchte, sollte sich die Zielunternehmen des Fonds gut ansehen. Nicht jeder Fonds ist konsequent nachhaltig in der Auswahl seiner Papiere.

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