Corona-Folgen Studie: Arm und Reich driften weiter auseinander

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Die Erkentnisse internationaler Institute zur Wirkung von Corona auf die Gesellschaft zeigen: Die finanzielle Erholung der 1.000 reichsten Milliardäre ließ nach Pandemie-Ausbruch lediglich neun Monate auf sich warten. Bis die ärmsten Menschen der Welt das Vor-Corona-Niveau erreichen, könnten hingegen bis zu zehn Jahre vergehen. Welche Entwicklungen es noch rund um das wirtschaftliche Gefälle zwischen Arm und Reich gibt, hat Block-Builders.de zusammengetragen.

Arm und Reich - die Kluft wird größer
Arm und Reich: Die Kluft wird größer – auch durch die Folgen der Coronavirus-Pandemie. – © erllre – stock.adobe.com

Welche Folgen Corona haben wird, kann heute noch niemald vollumfänglich absehen. Doch es gibt verschiedene Institute und Researcher, die mögliche Auswirkungen in verschiedenen Bereichen analysieren. Ein gesellschaftlich wichtiger Bereich ist der Unterschied in den Lebensverhältnissen von Arm und Reich. Je weiter dieser auseinander driftet, desto instabiler wird das Zusammenleben .

Viele Erkenntnisse ergeben ein Bild

Block-Builders.de , ein Portal für Finanzen und Blockchain, hat die Erkenntnisse verschiedener Institute zusammengetragen und daraus einen Überblick über die unterschiedlichen Auswirkungen verfasst. Hier die Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse:

  • 87 % der Ökonomen erwarten Anstieg der Einkommenskluft wegen Corona

  • Finanzielle Erholung der 1.000 reichsten Milliardäre ließ nach Pandemie-Ausbruch 9 Monate auf sich warten

  • Bis die Ärmsten das Vor-Corona-Niveau erreicht haben, könnten bis zu 10 Jahre vergehen

  • 40 % der Bevölkerung in 23 Ländern des globalen Südens essen seit Corona-Krise weniger und einseitiger

  • Zwischen 2011 und 2017 stiegen Löhne in G7-Staaten um 3 %, wohingegen die Dividenden im Mittel um 31 % erhöht wurden

Die Studien-Ergebnisse im Detail

Daten einer aktuellen Oxfam-Studie zeigen: Die finanzielle Erholung der 1.000 reichsten Milliardäre ließ nach Pandemie-Ausbruch lediglich 9 Monate auf sich warten. Bis die ärmsten Menschen der Welt das Vor-Corona-Niveau erreicht haben, könnte hingegen bis zu 10 Jahre vergehen.

Die 10 reichsten Deutschen waren im Februar 2019 im Besitz von umgerechnet rund 179,3 Milliarden US-Dollar. Im Dezember des vergangenen Jahres waren es hingegen 242 Milliarden Dollar. Und dies in einem Zeitraum, in dem im Angesicht der Pandemie zahlreiche Menschen Not litten .

87 Prozent der Ökonomen gehen davon aus, dass die Pandemie zu einer höheren Einkommensungleichheit führt. Insbesondere in Entwicklungs- und Schwellenländern werden dramatische Folgen erwartet, auch in Deutschland könnte die große Schuldenwelle erst noch bevorstehen. „Die Schuldenwelle kommt erst noch“, befürchtet etwa Schuldnerberaterin Elisabeth Mankertz. Sie erwartet den großen Anstrum im Frühjahr 2021. Doch während hierzulande zumindest ein wirtschaftliches Auffangnetz besteht, zeigt sich das tragische Ausmaß der Pandemie vor allem in den 23 Ländern des globalen Südens. Hier geben 40 Prozent der Bürger an, seit Ausbruch der Pandemie weniger und einseitiger zu essen – so Daten der Welthungerhilfe .

Auch die Anzahl derer, die – weltweit – weniger als 1,90 US-Dollar pro Tag zur Verfügung haben, stieg von 645 auf 733 Millionen, so Daten der Weltbank. In den Jahren zuvor nahm die Anzahl Jahr für Jahr kontinuierlich ab, die Corona-Krise setzte hingegen eine Trendumkehr in Gang.

Geldbringer Börse

Während zahlreiche Unternehmer aus Gastronomie, Einzelhandel und Kultur derzeit um ihre Existenzen fürchten, sieht es auf dem Börsenparkett gänzlich anders aus. Binnen der letzten 12 Monate gab es bei diversen Anlagen eine regelrechte Kursrallye. Die Pandemie scheint Anlegern in finanzieller Hinsicht durchaus in die Karten zu spielen. Einerseits. Andererseits war es in Summe auch bereits vor der Krise lukrativ, in Wertpapiere zu investieren. Zwischen 2011 und 2017 stiegen die Löhne in den führenden 7 Industrieländern im Durchschnitt um 3 Prozent, während die Dividenden im Mittel um 31 Prozent erhöht wurden, so Daten von Oxfam.

„Die Bedrohung von wirtschaftlichen Existenzen sollte ernst genommen werden“, fasst Block-Builders-Analyst Raphael Lulay zusammen. „Dabei sollte jedoch gelten, Arm und Reich nicht gegeneinander auszuspielen, da es sich nicht um ein Nullsummenspiel handelt. Bei allen etwaigen Ungerechtigkeiten sollte zudem nicht vergessen werden, dass Geldanlagen auch wenig Vermögenden mannigfaltige Chancen bieten“.