Das ist einmalig: Beim vollelektrischen Ford Transit City gibt es kein einziges Extra. Genau richtig für den Handwerker-Fuhrpark?

Die Preisliste des Ford Transit Custom umfasst 94 Seiten. Beim neuen Ford Transit City genügen 13 Seiten inklusive technischer Daten. Ohne ein einziges Extra, beim Chassis – Nettopreis 37.990 Euro – ist nicht mal die Farbe wählbar, Weiß muss genügen. Das könnte Handwerkern passen, bei denen Funktion und Kosten im Mittelpunkt stehen.
Der neue Ford bietet Varianten wie Kastenwagen mit Hochdach und das Fahrgestell mit Fahrerhaus, die es beim feineren und individuelleren Bruder nicht gibt. Auch sonst fällt er aus dem Rahmen: sehr zurückhaltendes Markenzeichen, durchweg vollelektrisch angetrieben, von Ford auf Basis eines chinesischen Elektrotransporters entwickelt und in Fernost gefertigt.
Ford Transit City verfügt über reichlich Platz in der Fahrerkabine
Der Rundgang zeigt vorne schlichte Halogen-Scheinwerfer, aber Außenspiegel mit zusätzlichem und verstellbarem Weitwinkelglas. Dann Ford-untypische Klapptürgriffe und hinten einen Leiterrahmen mit sechs Querträgern, drunter eine simple Starrachse mit Zweiblatt-Parabelfedern. Hinein in die gute Stube, in der Einstiegs-Haltegriffe fehlen, das Lenkrad starr ist, das Handschuhfach ohne Deckel auskommt und der Beifahrer-Doppelsitz ohne Gepäcktruhe. Aber sonst ist alles da, jede Menge offene Ablagen, elektrische Feststellbremse, Klimaanlage und ein Bündel Assistenzsysteme – passt. Die Materialien wirken schlicht, wichtiger ist reichlich Platz.

Vorne zieht eine E-Maschine mit 110 kW/150 PS, zwischen den Achsen – Radstand 3.360 Millimeter – ruht der Batteriekasten. Die nutzbare Kapazität der robusten LFP-Batterien beläuft sich auf 55 kWh. Genug für Kurzstrecken, für sie ist der Transit mit Zunamen City gedacht. Eher matt wirkt die Schnellladeleistung von 87 kW, also besser über Nacht ran an die Wallbox auf dem Betriebshof.
Aufbauten: Pritsche und Koffer sind aktuell verfügbar
Bei Aufbauten setzt Ford auf Einrechnungsmodelle mit Komplettfahrzeugen aus einer Hand. Gesetzt sind eine Pritsche von Scattolini und Koffer von Junge. Für 2027 plant Ford einen Kipper sowie einen Kühlkoffer von Spier. Der wird über eine eigene Batterie verfügen, das schont die Reichweite. Für derlei Aufbauten fehlt noch der elektrische Nebenabtrieb, daher die Verzögerung.
Nutzer sollten ihr Augenmerk auf die Gewichtsbilanz richten. Die zulässige Gesamtmasse beläuft sich auf 3,27 Tonnen, das bedeutet 1,6 Tonnen für Fahrer, Aufbau und Fracht. Jedoch beläuft sich die Addition der zulässigen Achslasten auf lediglich 3,36 Tonnen, also Vorsicht bei ungleicher Lastverteilung. Ausweichen auf Anhänger klappt nicht. Dafür wäre eine Anhängekupplung notwendig. Doch Extras sind beim Ford Transit City bekanntlich nicht vorgesehen.
