Irokese, Karohemd, Zunfthose – und das alles in der Schmiede. Martin Böck, Messerschmied und Mitbetreiber der Rixdorfer Schmiede in Berlin-Neukölln, kleidet sich so, wie er arbeitet: mit klarem Kopf und ohne unnötigen Schnickschnack. Was er trägt, hat immer einen Grund – und manchmal eine Geschichte, die wehtut.
Lange bevor „Der Herr der Ringe“ in die Kinos kam, hatte Martin Böck (54) das Buch über zehnmal gelesen und wollte seitdem unbedingt sein eigenes Schwert schmieden. Nach dem Abitur folgte daher die Ausbildung zum Schneidwerkzeugmechaniker. Weil der Berliner aus einer Pfarrersfamilie stammt, begann er 1996 auch noch, Theologie zu studieren. Im Jahr 2000 machte er dann seinen Meister und entschied sich fürs Handwerk: Seit 2013 betreiben er (Messerschmied) und seine Frau (Goldschmiedin) die Rixdorfer Schmiede in Berlin-Neukölln.
Der orange-rote Irokese: Feuer als Inspiration
Vor 36 Jahren trug Böck seinen aktuellen Haarschnitt schon einmal, damals allerdings noch mit wesentlich mehr Farben. Als Inspiration diente das Element Feuer – ein wichtiger Aspekt seiner heutigen Arbeit. Farbe und Schnitt verpasste ihm seine Tochter an Weihnachten 2024.
Das Langarmhemd: Funktion vor Optik
Beim Schleifen entsteht viel Schmutz, der sich leicht in den Armhaaren verfängt. Daher trägt er schon seit der Ausbildung langärmelige Hemden. In der Brusttasche befindet sich das Polierleder und ist damit jederzeit griffparat. Über dem karierten Baumwollhemd von C&A trägt er bewusst keine Schürze, da diese seine Bewegungsfreiheit beim Arbeiten einschränkt.
Die Zunfthose: Englisch Leder statt Breitcord
Nicht ganz klassisch besitzt das schwarze Modell von FHB weder einen Schlag noch ist es aus Breitcord gemacht. Der dicke, dicht gewebte Baumwollstoff, sogenanntes „Englisch Leder“, gibt eine glatte Textur. „Gerade wenn man sie jeden Tag trägt, hält diese Hose im Vergleich zu anderen am längsten“, so Böck. Den geringen Aufpreis für Maßanfertigungen lobt er ebenfalls.
Der Gürtel: schlicht muss reichen
Ein Accessoire, das für den Schneidwerkzeugmechanikermeister lediglich praktisch sein muss und daher eher schlicht ist – aus Glattleder und ganz ohne Handwerker- oder Wappenzeichen.
Die Sicherheitsschuhe: eine schmerzhafte Lektion
Diese Schuhe haben eine durchtrittfeste Stahlsohle. Warum? Aus Erfahrung! Einst trat er mit einer Plastiksohle auf ein glühendes Metallstück, das sich schmerzhaft durchbrannte.






