Seit rund 35 Jahren führt Andreas Hillebrand seine Tischlerei, vor sechs Jahren ist zudem sein Sohn Timo Hillebrand eingestiegen. Eine Spezialität der beiden Tischlermeister: Nachhaltige Grillzangen aus Holz, die in der eigenen Manufaktur in Handarbeit gefertigt werden. Ein Verkaufsschlager, der so nie geplant war.

Ungeplant zum Geschäftsführer
Im Jahr 1991 schlüpfte Andreas Hillebrand unerwartet in die Rolle des Geschäftsführers seiner heutigen Bielefelder Tischlerei Hillebrand, als sein Chef krankheitsbedingt aufhören musste. 2019 stieg dann auch Sohn Timo nach seiner eigenen Meisterausbildung als Tischler in den Betrieb ein.
Für Familie Hillebrand hat das Handwerk und die Tradition eine große Bedeutung. Geschäftsführer und Inhaber Andreas Hillebrand hatte die Tischlerei ursprünglich als Möbeltischlerei geführt und später durch Aufträge im Bereich der Sanierung von Versicherungsschäden das Geschäft ausgebaut. „Vor etwa vier Jahren mussten wir mit unserer Firma umziehen, weil uns der Vermieter rausgekegelt hat. Das war zwar erstmal ein Rückschlag, aber gleichzeitig eine Chance, uns breiter aufzustellen. Seitdem bieten wir alles an – vom Rohbau bis zum fertig eingerichteten Objekt: Fenster, Türen, Böden, Trockenbau, Fensterreparaturen, Fensteraustausch – einfach alles“, erzählt Tischlermeister Timo Hillebrand.
Die Tradition im Handwerk spielt für den Betrieb nach wie vor eine zentrale Rolle, auch wenn moderne Technologien nicht unbeachtet bleiben. Im Möbelbau etwa wird auf altbewährte Techniken wie das Verleimen von Schrankseiten gesetzt, während gleichzeitig moderne Maschinen wie die CNC-Technik zum Einsatz kommen, um die Produktion effizienter zu gestalten. Trotzdem bleibt es Tischlerei Hillebrand wichtig, die grundlegenden Prinzipien des Handwerks zu bewahren.
Lehrlingsprojekt: Grillzange aus Holz
Ein ungewöhnliches Produkt, das aus dem Familienunternehmen hervorgegangen ist, ist die Grillzange. Ursprünglich als kleines Nebenprojekt für Lehrlinge entstanden, hat sie sich inzwischen zu einem besonderen Highlight des Unternehmens entwickelt. Die Geschichte der Grillzange begann, als der Geschäftsführer in einem Sommerloch nach einer Idee suchte. Er wollte sich bei seinen Geschäftspartnern und Kunden in Erinnerung rufen. Er entschied sich, eine Grillzange zu bauen, die als kleines, aber persönliches Werbegeschenk verteilt werden sollte. Zuerst in bescheidenem Umfang, wurde die Grillzange schnell populär – so sehr, dass bald Kunden anfragten, wie sie selbst eine solche Zange erwerben könnten. „Wir haben das Ganze stetig weiterentwickelt und vertreiben die Grillzange heute hauptsächlich als Werbegeschenk. Mit unserem eigenen Laser können wir jedes Firmenlogo oder jeden Schriftzug individuell lasern und haben auch eine maßgeschneiderte Geschenkverpackung dafür."
Das Highlight: Die Grillzange integriert mit einem Flaschenöffner und Magnet, der den Kronkorken festhält – die 6.0 Grillzange in Vollendung. Tischlermeister Andreas Hillebrand ging mit einer Skizze zu einem Maschinenbauer aus der Umgebung, um das Konzept zu verwirklichen. Der Flaschenöffner befindet sich schließlich unterhalb der Fingermulden. So kann man beim Grillen gleichzeitig ein Getränk öffnen, was die Grillzange noch praktischer und vielseitiger macht.
Die Grillzange als Marketingprodukt
Die Grillzange hat sich in den letzten Jahren nicht nur als praktisches Werkzeug etabliert, sondern auch als exzellentes Werbemittel. Sie wird gerne von Unternehmen genutzt, um ihre Marke auf eine kreative Weise zu präsentieren. Das Besondere daran: Grillen ist eine Freizeitaktivität, die nahezu jeden begeistert – ganz gleich, ob man Vegetarier oder Fleischliebhaber ist, ob Mann oder Frau. Jedes Mal, wenn die Grillzange verwendet wird, ist das Unternehmen mit seiner eigenen Lasergravur präsent. Das macht sie zu einem nachhaltigen Werbeträger, der über Jahre hinweg immer wieder ins Blickfeld der Kunden rückt. „Und wir haben wirklich Kunden, die ihre Grillzangen nach 15 Jahren immer noch nutzen“, erzählt Timo Hillebrand stolz.
In Sachen Material setzt die Tischlerei hauptsächlich auf Buche, aber auch Esche und Nussbaum kommen für die Grillzangen zum Einsatz. „Buche ist unser Hauptmaterial, da es robust und langlebig ist, aber auch gut verarbeitet werden kann“, so Timo Hillebrand. Die Nussbaum-Version ist besonders edel und wirkt fast zu schön, um sie beim Grillen zu benutzen. Eiche hingegen ist aufgrund ihrer Gerbsäuren, die bei hohen Temperaturen problematisch sein könnten, nicht geeignet. „Die Buche hat sich als das beste Material herausgestellt“, sagt er. Im Spitzenjahr verkaufte Hillebrand über 5.000 Stück. Auch in schwierigen Zeiten blieb die Verkaufszahl mit etwa 3.000 bis 3.500 Zangen jährlich bisher stabil.
Abwechslung im Arbeitsalltag
Doch die Tischlerei ist nicht nur für ihre Grillzangen aus Holz bekannt. Der Betrieb ist breit aufgestellt und bietet neben Möbelbau auch Reparaturen von Versicherungsschäden sowie Arbeiten im Bereich Fenster, Türen und Trockenbau an. Die Vielfalt und Abwechslung in den Aufträgen machen die Arbeit in der Tischlerei besonders spannend. „Man hat nie einen langweiligen Tag“, so Hillebrand, „den einen Tag baut man Fenster, am nächsten Möbel und dann muss man sich um Reparaturen kümmern."
„Das Schätzchen unserer Firma ist einfach die Grillzange“, schwärmt Timo Hillebrand. Es ist ein Produkt, das mit viel Liebe zum Detail entwickelt wurde und auch heute noch eine zentrale Rolle spielt. "Die Grillzange ist das Baby meines Vaters. Er hat sie groß gemacht und immer weiter perfektioniert. Und es ist immer wieder faszinierend, wie er es schafft, die Grillzange in jedes Gespräch einzubringen – selbst auf einem Silvesterfeuerwerk hat er es geschafft, eine Zange zu verkaufen."
