IHM 2017 -

Tischlerei Kunden profitieren von innovativer Genauigkeit

Spannende Aussteller zum Messe-Motto "Made in Germany" zeigen sich auf der Internationalen Handwerksmesse im März 2017. Unter ihnen Georg Bergmann und Sebastian Bächer, Tischlerei Bächer Bergmann in Köln. Die beiden setzen auf CNC-Maschinen, 3D-Drucker, einen Roboterarm und seit Kurzem auch Virtual-Reality-Brillen.

Sebastian Bächer ist ein Tischler der Zukunft. Bächer leitet zusammen mit seinem alten Schulfreund Georg Bergmann eine Tischlerei mit Sitz in Köln. Bergmann ist derjenige von beiden, der sich schon immer für das Handwerk interessierte, Bächers Herz dagegen schlägt auch für Computer, für digitale Arbeitsweisen, für Experimente. Die beiden setzen CNC-Maschinen ein, 3D-Drucker, einen Roboterarm und seit kurzem auch Virtual-Reality-Brillen. „Natürlich wird die klassische Handwerksarbeit durch den Einsatz der Maschinen nicht überflüssig“, sagt Bächer. „Die Tischlerei ist und bleibt ein Handwerk. Aber die Technik ergänzt unsere Arbeit, sie erweitert und perfektioniert sie.“

Kunden profitieren von der Genauigkeit

Es dürfte bundesweit nur wenige Tischlereien geben, die ähnlich digital aufgestellt sind wie Bächer und Bergmann. Wie viele es genau sind, lässt sich schwer beziffern – Experten kommen mit ihren Schätzungen auf eine niedrige, zweistellige Zahl. „Für uns ist das nicht nur eine Spielerei“, sagt der Tischler. „Wir wollen unseren Endkunden damit etwas bieten.“ Der Endkunde profitiert also von der modernen Software, von den CNC-Maschinen von der Genauigkeit, die durch die Digitalisierung möglich wird.

Ein typischer Auftrag läuft beispielsweise so ab: Ein Kunde kommt in die Tischlerei und beschreibt, was er sich wünscht. Das kann eine neue Kommode sein, ein Tresen für eine Zahnarztpraxis oder eine Gitarre mit Knoten im Hals. Mit Hilfe von 3D-CAD-Software modellieren die Tischler das Projekt zunächst am Computer, bestimmen exakt die Krümmung des Holzes, jede Windung, jede Vertiefung.

CNC-Maschinen fräsen das fertige Produkt millimetergenau

Diesen 3D-Entwurf kann der Kunde sich anschauen, wenn gewünscht per Virtual-Reality-Brille. „Damit können die Kunden erleben, wie das Produkt einmal aussehen wird“, sagt Bächer. „Sie können ihre Kommode, ihren Einbauschrank oder den Designerstuhl umrunden und ihn von allen Seiten betrachten, und sie können uns sagen, ob wir etwas verändern sollen.“ Ist der Kunde mit dem Entwurf zufrieden, fräsen CNC-Maschinen das fertige Produkt millimetergenau aus dem Holz. Anschließend wird es meist noch per Hand zusammengeklebt oder geschraubt, geschliffen und lackiert.

Elf Mitarbeiter beschäftigt die Tischlerei derzeit, deutlich mehr sollen es auch in absehbarer Zeit nicht werden. „Ich bin jetzt Mitte 30“, sagt Sebastian Bächer. „Ich habe noch viele Berufsjahre vor mir, und mich interessiert sehr, wie es weitergehen wird. Vielleicht arbeiten wir zukünftig noch mehr mit Zulieferern zusammen, gerade, wenn es um einfachere Formen geht, vielleicht holen wir uns auch einen Schleifroboter, um die simplen Arbeit noch ein bisschen effizienter zu gestalten.“

Mehrwert für den Kunden

Der Schleifroboter kostet rund 22.000 Euro und hätte sich, verglichen mit den entsprechenden Personalkosten schon nach etwa drei Monaten amortisiert, sagt Bächer. „Um zukunftsfähig zu bleiben, müssen Tischler sich darauf besinnen, wo sie herkommen, also vor allem auf schwierige Sonderfälle.

Und sie müssen den digitalen Wandel akzeptieren und sich daran anpassen.“ Dabei geht es in erster Linie nicht um den Profit, sondern darum, einen Mehrwert für den Kunden zu schaffen und gleichzeitig hohe Qualität anzubieten. „Ich glaube, in unserer Tischlerei sind wir da auf einem ganz guten Weg.“

Hier finden Sie den Betrieb:

Online: www.baecherbergmann.com

Auf der IHM 2017: Themenfläche „Fokus. Made In Germany“, Halle C2.568

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