Fußball-Weltmeisterschaft 2026 Public Viewing: Welche Regeln bei der WM 2026 zu beachten sind

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko bringt wegen der Zeitverschiebung extrem späte Anstoßzeiten mit sich. Wer ein Public Viewing WM 2026 für das Team oder Kunden plant, profitiert von gelockerten Lärmschutzregeln. Was Chefs jetzt zu Arbeitsrecht, Steuern und Lizenzen wissen müssen.

Gemeinsam jubeln trotz Zeitverschiebung: Wer ein Public Viewing zur WM 2026 im Betrieb plant, profitiert von gelockerten Lärmschutzregeln – muss aber auch arbeitsrechtliche Aspekte bei späten Anstoßzeiten beachten.
Gemeinsam jubeln trotz Zeitverschiebung: Wer ein Public Viewing zur WM 2026 im Betrieb plant, profitiert von gelockerten Lärmschutzregeln – muss aber auch arbeitsrechtliche Aspekte bei späten Anstoßzeiten beachten. - © Lydia Geissler - stock.adobe.com

Die Vorfreude auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 steigt. Doch das Turnier, das vom 11. Juni bis zum 19. Juli in Kanada, Mexiko und den USA stattfindet, stellt deutsche Fans und Betriebe vor eine logistische Herausforderung: die Zeitverschiebung. Viele Spiele werden hierzulande mitten in der Nacht angepfiffen. Wer im Handwerksbetrieb trotzdem ein gemeinsames Fußballfest mit dem Team oder Geschäftspartnern feiern möchte, muss beim Public Viewing WM 2026 einige neue rechtliche Rahmenbedingungen beachten.

Neue Lärmschutz-Ausnahmen für das Public Viewing WM 2026

Normalerweise ist in Deutschland um 22 Uhr Schluss mit lauten Feiern im Freien. Dann beginnt die gesetzliche Nachtruhe mit strengen Lärmgrenzen von 35 bis 65 Dezibel. Da bei der WM 2026 jedoch ein extrem hoher Anteil der Spiele in die hiesige Nachtzeit fällt – 19 Spiele beginnen um 21 Uhr, zehn um 22 Uhr, neun um Mitternacht und zwölf sogar erst um 3 Uhr morgens –, hat die Bundesregierung reagiert.

Das Bundeskabinett hat am 25. März 2026 eine spezielle Public-Viewing-Verordnung beschlossen. Diese sieht Ausnahmen vom Lärmschutz nach 22 Uhr über alle 39 Turniertage hinweg vor. Allerdings müssen die Bundesländer der Verordnung im Bundesrat noch zustimmen. Zudem ist dies kein Freifahrtschein für laute Partys. Städte und Gemeinden prüfen jeden Antrag einzeln. Ob ein Public Viewing WM 2026 genehmigt wird, hängt stark vom Veranstaltungsort ab. Handwerkschefs, die ein größeres Event planen, sollten sich also frühzeitig an ihre Kommune wenden.

Wann spielt Deutschland bei der WM 2026?

Für die Planung von Betriebsfeiern sind die Spiele der deutschen Nationalmannschaft besonders wichtig. Inzwischen stehen die genauen Daten, Gegner und Anstoßzeiten (mitteleuropäische Zeit) für die Vorrunde in der Gruppe E fest:

  • 14. Juni, 19:00 Uhr: Deutschland – Curaçao

  • 20. Juni, 22:00 Uhr: Elfenbeinküste – Deutschland

  • 25. Juni, 22:00 Uhr: Ecuador – Deutschland

Sollte das deutsche Team weiterkommen, wird es ebenfalls spät: Das Halbfinale, das Spiel um Platz 3 und das Finale beginnen laut Bundesumweltministerium um 21 beziehungsweise 23 Uhr deutscher Zeit.

Lizenzen, GEMA und GEZ: Wer darf was zeigen?

Grundsätzlich gilt beim Public Viewing WM 2026 die Unterscheidung zwischen kommerziellen und nicht-kommerziellen Events. Ein kommerzieller Gedanke liegt vor, wenn Sie Eintritt verlangen, Sponsoren einbinden oder das Event stark bewerben. In diesem Fall ist zwingend eine Lizenz der FIFA erforderlich. Ein rein betriebsinternes Grillfest mit dem Team gilt in der Regel als nicht-kommerziell.

Achtung bei der Technik: Nutzen Sie einen TV-Bildschirm mit über 42 Zoll (106 Zentimeter) Bilddiagonale, werden GEMA-Gebühren für die urheberrechtlich geschützte Musik und die Reporterkommentare fällig. Die GEMA bietet für solche Turniere meist Sondertarife an. Gute Nachrichten gibt es bei den Rundfunkgebühren: Da der Rundfunkbeitrag nach der Anzahl der Beschäftigten und nicht nach Geräten berechnet wird, fallen hier für Betriebe keine zusätzlichen Kosten an.

Arbeitsrecht und Arbeitsschutz: Wenn die Nacht zum Tag wird

Die späten Anstoßzeiten bringen ein weiteres Problem mit sich: Übermüdete Mitarbeiter. Wenn Spiele um 0 Uhr oder 3 Uhr nachts laufen, ist Schlafmangel vorprogrammiert. Chefs sollten hier im Vorfeld klare Ansagen machen. Wer am nächsten Tag an Maschinen arbeitet oder auf dem Gerüst steht, darf kein Sicherheitsrisiko darstellen.

Für Spiele, die ausnahmsweise noch in die reguläre Arbeitszeit fallen, bleibt die Grundregel bestehen: Der Arbeitgeber muss nicht dulden, dass während der Arbeit Fußball geschaut oder der Liveticker am Handy verfolgt wird. Regeln Sie im Vorfeld eindeutig, ob Ausnahmen gemacht werden oder Mitarbeiter früher in den Feierabend starten dürfen.

Steuern und Mitarbeitermotivation bei der WM 2026

Nutzen Sie das Turnier als Teambuilding-Maßnahme. Ein betriebsinternes Tippspiel mit kleinen Preisen sorgt für gute Stimmung. Wenn Sie ein Public Viewing WM 2026 mit Grillfest veranstalten, denkt das Finanzamt mit. Damit Sie die Ausgaben steuerlich als Betriebsveranstaltung geltend machen können, muss der Teilnehmerkreis überwiegend aus Betriebsangehörigen bestehen.

Die Kosten sind dann pro Mitarbeiter bis zu einem Freibetrag von 110 Euro brutto lohnsteuer- und sozialabgabenfrei, zudem ist der Vorsteuerabzug zulässig. Denken Sie aber daran: Dieser Freibetrag gilt nur für maximal zwei Veranstaltungen im Jahr. Wer zur WM feiert, hat eventuell keinen Freibetrag mehr für die Weihnachtsfeier übrig.

Zuletzt noch ein wichtiger Hinweis für Ihr Marketing: Verzichten Sie bei Werbeaktionen auf offizielle Grafiken, Logos oder geschützte Begriffe der FIFA. Nutzen Sie stattdessen allgemeine Formulierungen wie "Fußball-WM" oder "Fußballfest", um teure Abmahnungen zu vermeiden.

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