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Neuheiten Transporter fürs Handwerk von der IAA 2018

Auf der Automobilmesse IAA Nutzfahrzeuge im September 2018 in Hannover kündigten die Hersteller eine Elektro-Offensive auch bei Transportern an. handwerk magazin fasst die wichtigsten Neuheiten für den Handwerks-Fuhrpark zusammen.

Themenseiten: TS Fuhrpark, TS Transporter und TS Elektromobilität

Die Trends auf der 67. Internationalen Automobilausstellung (IAA) Nutzfahrzeuge vom 20. bis 27. September 2018 in Hannover sind schnell ausgemacht. Die nach eigenen Angaben weltweit wichtigste Leitmesse für Mobilität hat in diesem Jahr das Motto „Driving tomorrow“. Im Mittelpunkt steht der Transporter 4.0. Er ist voll digitalisiert, entlastet durch neue Assistenzsysteme den Fahrer und bringt mehr Sicherheit ins Fahrerhaus. Aber auch Neuheiten auf der Antriebsseite stehen in Hannover im Mittelpunkt. So geht beim Transporter der Trend klar in Richtung Elektroantrieb. Hier die wichtigsten Neuheiten bei Transportern.

Mercedes-Benz eSprinter

Der neue Mercedes-Benz eSprinter wird im kommenden Jahr als Kastenwagen mit Hochdach und einem zulässigen Gesamtgewicht von 3.500 Kilogramm auf den Markt kommen. Sein maximales Ladevolumen beträgt 10,5 m3 und ist damit identisch mit dem des Sprinter mit Verbrennungsmotor. Die Batteriekapazität von 55 kWh sorgt für eine Reichweite von rund 150 Kilometern bei einer maximalen Zuladung von 900 Kilogramm. Optional ermöglichen leichtere Akkus mit einer Kapazität von 41 kWh eine Reichweite von rund 115 Kilometern. Im Gegenzug steigt dafür die maximale Zuladung um rund 140 Kilogramm. Der Elektroantrieb im eSprinter leistet 84 kW und 300 Newtonmeter.

Der Concept Sprinter F-CELL zeigt in Hannover am Beispiel eines teilintegrierten Reisemobils die Vorteile einer Brennstoffzelle – von der hohen Reichweite bis zur lokal emissionsfreien Mobilität. Eigenschaften, die auch andere Einsatzzwecke wie beispielsweise längere Kurierfahrten ermöglichen.

Mercedes-Benz eVITO

Mercedes-Benz eVITO

Bereits direkt nach der IAA Nutzfahrzeuge soll der Mercedes-Benz eVito bei den Händlern stehen – und mittelfristig zusätzlich um eine Modellversion mit Brennstoffzelle ergänzt werden. Die Batteriekapazität des eVito beträgt 41 kWh, was für eine Reichweite von rund 150 Kilometern sorgt, selbst bei ungünstigen Bedingungen sollen es nach Angaben von Mercedes noch 100 Kilometer sein. Der Elektroantrieb leistet 84 kW und erreicht ein Drehmoment von 300 Newtonmetern. Da die Energiespeicher unter dem Fahrzeug angebracht sind, schränken sie das Laderaumvolumen nicht ein.

Der eVito kann mit zwei unterschiedlichen Radständen geordert werden: Die Basisversion mit einer Gesamtlänge von 5.140 Millimetern verfügt über eine maximale Zuladung von 1.073 Kilogramm und liegt damit auf dem Niveau des Vito mit klassischem Antrieb. Die extralange Version kommt auf 5.370 Millimeter und hat eine Zuladung von 1.048 Kilogramm, das maximal zulässige Gesamtgewicht beträgt 3.200 Kilogramm.

VW e-Crafter

VW e-Crafter

Noch in diesem Jahr will VW Nutzfahrzeuge seinen elektrifizierten Volswagen Crafter zu den Händlern bringen. Mit einer maximalen Reichweite von 160 km ist der 100 kW starke e-Crafter zugeschnitten auf Tagesfahrleistungen von 70 bis 100 Kilometern, die zu 85 Prozent in der Stadt erfolgen. Aus diesem Grund ist die Höchstgeschwindigkeit auf 90 km/h begrenzt. Da die Lithium-Ionen-Batterie (35,8 kWh Energiegehalt) komplett im Unterboden integriert ist, ergeben sich keine Einschränkungen bei Ladevolumen und Durchladebreite.

Das Aufladen der Batterie auf 80 Prozent der Kapazität dauert an einer Schnellladestation mit 40 kW Gleichstrom nur 45 Minuten. An einer AC-Wallbox mit 7,2 kW Wechselstrom ist der Energiespeicher des e-Crafter in rund fünfeinhalb Stunden wieder voll aufgeladen. Serienmäßig ist der e-Crafter unter anderem mit Klimaautomatik, Komfortsitzen, Sitzheizung, LED-Scheinwerfern und modernsten Assistenzsystemen ausgestattet.

MAN TGE

MAN TGE

Auf der letzten IAA Nutzfahrzeuge hat MAN mit dem TGE seine Modellpalette nach unten abgerundet. In diesem Jahr wird die TGE-Baureihe erweitert. Am Messestand steht mit dem MAN TGE Intercity eine Busvariante mit 15 Fahrgastsitzen sowie die Elektrovariante eTGE . Der Minibus misst 7,4 Meter in der Länge und verfügt über zahlreiche Assistenzsysteme wie den Notbremsassistenten EBA, den abstandsgeregelten Tempomat ACC, einen Seitenwindassistenten und einen aktiven Spurhalteassistent. Unter der Motorhaube arbeitet ein 2-l-Motor mit 177 PS (130 kW).

Der eTGE ist die batterie-elektrische Variante des neuen MAN-Transporters und vervollständigt damit das E-Portfolio von MAN als einer der ersten Hersteller von vollelektrischen Lösungen für den gesamten Bereich der City-Logistik zwischen drei und 26 Tonnen.

Opel e-Vivaro

Opel e-Vivaro

Im hessischen Offenbach elektrifiziert die Firma I SEE Electric Trucks GmbH zukünftig Nutzfahrzeuge und beginnt mit den Opel-Modellen Vivaro und Movano. Der e-Vivaro und der e-Movano werden in 22 Modellvarianten erhältlich sein, verfügen alternativ über zwei Batteriegrößen mit 40 kWh und 60 kWh und erzielen laut Hersteller „eine reale Reichweite von über 200 km“. Die Opel-Werksgarantie von zwei Jahren bleibt auch nach der Elektrifizierung bestehen und wird durch eine ebenso lange I-SEE-Garantie ergänzt. Der Motor und das Batteriepack erhalten sogar eine Garantie über sieben Jahre (maximal 250.000 km bzw. 1.500 Vollladezyklen).

Darüber hinaus wird I SEE – nach eigenen Angaben – mit seinen elektrischen Nutzfahrzeugen in allen wichtigen Förderlisten der Bundesregierung geführt.

Ford Transit Custom PHEV

Ford Transit Custom PHEV

Die Kölner haben den Ford Transit Custom PHEV im Messegepäck, der mit seinem Plug-in-Hybridantrieb eine emissionsfreie Fahrt von mehr als 50 Kilometern erlaubt. Als Range-Extender kommt ein 1,0-Liter-Benzinmotor zum Einsatz, der die Fahrzeugbatterie auflädt. Diese Kombination bietet ein hohes Maß an Flexibilität, wenn längere Wegstrecken zwischen den Ladevorgängen erforderlich sind. Das Akkupack besteht aus einer kompakten, flüssigkeitsgekühlten Lithium-Ionen-Batterie, die sich unter der Ladefläche des Transporters befindet.

Der Start der Serienproduktion des Ford Transit Custom Plug-In Hybrid (PHEV) ist für das Jahr 2019 vorgesehen.


Ford Transit

Ford Transit

Für den Transit hat Ford ein Tiefrahmenfahrgestell entwickelt, dessen Rahmenhöhe im Vergleich zu den konventionellen Versionen um zehn Zentimeter niedriger liegt. Mit einer Gewichtsersparnis von bis zu 200 Kilogramm bietet es darüber hinaus einen deutlichen Nutzlastvorteil. Das neue Transit-Fahrgestell ist auf Basis des Transit 350 mit Frontantrieb in drei Radständen (L2, L3 und L4) verfügbar. Zur Wahl stehen zwei Versionen des Euro 6 EcoBlue-Dieselmotors mit 2.0 Litern Hubraum – entweder mit 96 kW (130 PS) oder 125 kW (170 PS). Serienmäßig ist ein 6-Gang-Schaltgetriebe, optional ist auch eine 6-Stufen-Automatik lieferbar. Die Netto-Preise des Transit mit dem neuen Tiefrahmen-Fahrgestell beginnen bei 28.950 Euro.

Ford Transit Connect und Ford Transit Courier kommen mit neuen Motoren. Der Ford Transit Connect ist jetzt als 1,5-Liter-EcoBlue-Diesel und als 1,0-Liter-EcoBoost-Dreizylinder-Benziner mit intelligenter Zylindersteuerung verfügbar.

Opel Combo

Opel Combo

Die fünfte Generation des kompakten Opel Combo feiert in Hannover Weltpremiere und kann auch gleich bestellt werden. Das deutsche Schwestermodell des Franzosen-Pärchens Citroën Berlingo und Peugeot Partner ist sowohl als 4,40 Meter messende Kurzversion wie auch als Langversion mit 4,75 Meter erhältlich – beide mit zwei- oder dreisitzigen Cockpits sowie als Doppelkabine mit bis zu fünf Sitzplätzen. Die Ladefläche ist zwischen den Radhäusern breit genug für Europaletten, sodass selbst bei der kurzen Karosserieversion zwei Paletten in das Ladeabteil passen.

Für Sicherheit beim Transport sorgt eine Überladungsanzeige, die den Fahrer auf Knopfdruck informiert, ob das Fahrzeug überladen ist oder noch zusätzliche Lasten verträgt. Optional kann der neue Combo mit bis zu 19 Assistenzsystemen ausgestattet werden.

Peugeot Partner

Peugeot Partner

Auch der neue Peugeot Partner basiert auf der EMP2-Plattform (Efficient Modular Platform) des PSA-Konzerns – weist also die gleiche technische Basis auf, wie seine Schwestermodelle von Citroën und Opel. Zusätzlich zu den üblichen Ausstattungslinien wird der neue Peugeot Partner in zwei Spezialversionen angeboten. Das Grip-Modell richtet sich an Gewerbekunden, die oft auf schlechten Wegen fahren, und verfügt deshalb über mehr Bodenfreiheit, größere Mud & Snow-Räder und die Traktionskontrolle Advanced Grip Control sowie drei Sitze in der ersten Reihe.

Die Asphalt-Version ist dagegen auf die Bedürfnisse von Vielfahrern zugeschnitten – unter anderem mit besserer Geräuschdämmung, Komfortsitzen, Tempomat, Klimaanlage und einem 8-Zoll-Touchscreen mit vernetztem Radio.

Citroën Berlingo

Citroën Berlingo

Mit dem neuen Citroën Berlingo Kastenwagen kommt Ende 2018 die d ritte Generation des seit 1996 rund 1,5 Millionen Mal produzierten Transporters auf den Markt. Er basiert auf einer neuen Plattform, die nicht nur einen großen Laderaum, einen leichten Zugang sowie einen vielseitigen Innenraum bietet, sondern auch mehr Wendigkeit, Komfort und Sicherheit als das Vorgängermodell verspricht.

Der neue Berlingo wird in zwei verschiedenen Längen − M (4,4 Meter) sowie XL (4,75 Meter) − und in den Versionen „Worker“ und „Driver“ angeboten, die sich im Hinblick auf Bodenfreiheit, Unterfahrschutz und Ausstattung unterscheiden. Das Ladevolumen variiert von 3,3 m3 in der Standardlänge bis 4,6 m3 in der Länge XL.

Die Nutzlast beträgt je nach Größe 650 bis 1.000 Kilogramm. Als Antriebsvarianten stehen ein 1,2-Liter-Benziner mit 110 oder 130 PS und der 1,5 Liter große Diesel (mit 75, 100 oder 130 PS) zur Wahl, alle erfüllen die Abgasnorm Euro-6d-TEMP.

Weitere Downloads zu diesem Artikel
  • Transporter mit Erdgasantrieb (PDF, 87 kB)

    Bei den Nutzfahrzeugen mit 2,8 bis 3,5 Tonnen Gesamtgewicht gibt es wenig Alternativen für Handwerker. Einziges Modell mit bivalenter Technik (zusätzlicher großer Benzintank) ist der Mercedes-Benz Sprinter, mehr...

  • Elektrotransporter im Überblick (PDF, 97 kB)

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