Flexible Beschäftigung: Alles über Befristung ohne Sachgrund, Zeitarbeit und Leiharbeit

Noch haben die Betriebe genügend Aufträge, doch die Konjunktur schwächt sich ab. Chefs sollten deshalb verstärkt auf flexible Mitarbeiter setzen. Geschäftsführer Ralf Engels nutzt die arbeitsrechtlichen Möglichkeiten, weiß aber auch um die Fallen beim Einsatz von Mitarbeitern auf Zeit.

Themenseite: Befristeter Arbeitsvertrag

Ralf Engels, Geschäftsführer des Autohauses Herbert Engels GmbH in Viersen am Niederrhein, hält viel von flexibel eingesetzten Mitarbeitern. Der gelernte Kfz-Mechaniker und Diplom-Betriebswirt beschäftigt bis zu zwei seiner zehn Mitarbeiter auf zwei Jahre per befristetem Arbeitsvertrag. „Aber auch unbefristet Beschäftigte bekommen zunächst einen auf sechs Monate befristeten Probearbeitsvertrag“, so Engels. „Stellt sich in dieser Zeit heraus, dass der oder die Neue nicht zu uns passt, endet der Arbeitsvertrag nach Ablauf dieser Zeit.“

Wie Engels, so nutzen viele Betriebe flexible Beschäftigungsmodelle. Laut Statistischem Bundesamts sind 5,2 Millionen Mitarbeiter befristet beschäftigt. „Zusammen mit Leiharbeit, Zeitarbeit und Kollegenhilfe nutzen viele Handwerksbetriebe diese arbeitsrechtlichen Modelle, um flexibel zu bleiben“, weiß Timo Torz, Leiter der Kreishandwerkerschaft Niederrhein, Geschäftsstelle Viersen. „Doch hier gibt es einige Regeln zu beachten, die Unternehmer kennen sollten.“

Arbeitsrechtlicher Hintergrund ist das Kündigungsschutzgesetz. „Ich lese ja immer wieder, dass Betriebe nicht bei Auftragsmangel Mitarbeiter nur gegen hohe Abfindungen entlassen können“, so Ralf Engels. „Selbst von unwilligen oder unfähigen Mitarbeitern kann sich der Chef oft nur teuer trennen.“ Er befristet deshalb nicht nur, sondern bleibt bei seiner Mitarbeiterzahl zurzeit bei maximal zehn, damit das Kündigungsschutzgesetz erst gar nicht greift. Engels: „Mit befristeten Verträgen lässt sich das sensibel steuern“. Allerdings, so der Händler der Marken Seat, MG und Landrover, gebe es auch bei ihm Grenzen. „Nämlich da, wo unsere Mitarbeiter zum Beispiel die von den Autoherstellern verlangten umfangreichen Kompetenzen vorweisen müssen, die sie durch Fachkenntnisse beim Eintritt und laufende Schulungen erwerben.“

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