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Privates und berufliches Netzwerk Kommentar: Unternehmer sollten ihren Bekannten- und Freundeskreis ausmisten

Unseren Bekanntenkreis sollten wir ab und zu "ausmisten" – wie unseren Kleiderschrank, findet Unternehmens- und Persönlichkeitsberaterin Sabine Prohaska. Wir sollten überprüfen: Mit wem will ich weiterhin Kontakt haben? Und mit wem sollte ich den Kontakt reduzieren, weil er mir primär Verdruss bereitet? So funktioniert's.

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Kennen Sie das? Ihr Kleiderschrank ist so voll, dass Sie kaum noch etwas finden. Deshalb beschließen Sie: Ich „miste“ ihn aus. Sie nehmen also jedes Kleidungsstück in die Hand und überlegen sich: Passt es noch? Ist es noch „in“? Will ich es noch tragen? Und danach beschließen Sie: Dieses Teil wandert in den Altkleidersack, und jenes lege ich zurück in den Schrank.

Haben Sie diese Prozedur schon häufiger vollzogen? Wenn ja, dann kennen Sie das erleichterte Gefühl, das sich einstellt, wenn man sich von „alten Klamotten“ getrennt hat; außerdem den Stolz, der einen überkommt, wenn sich in dem aufgeräumten Schrank nur noch geliebte Kleidungsstücke befinden.

"Negativdenker" aus dem Freundes- und Bekanntenkreis aussortieren

„Ausmisten“ sollten wir ab und zu auch unseren Freundes- und Bekanntenkreis. Denn nicht alle Menschen tun uns gut. Im Gegenteil! Manche beeinflussen, durch ihr Verhalten und die miese Laune, die sie stets verbreiten, unser Wohlbefinden negativ. Vereinfacht formuliert lassen sich unsere Freunde und Bekannte in zwei Kategorien einteilen:

  1. Die "Negativdenker": Sie gehören dem „Alles-ist-so-schrecklich-Club“ an. Das sind Menschen, die ständig von Problemen reden und permanent Katastrophen voraussehen. Den Kontakt zu solchen „Negativdenkern“ sollten Sie meiden. Denn ihre pessimistische Grundhaltung wirkt ansteckend. Sie raubt Ihnen Energie und Lebensfreude.
  2. Die "Möglichkeitsdenker": Sie verlieren auch in schwierigen Situationen nicht ihre Zuversicht. Denn sie sind überzeugt: Es gibt für fast alles eine Lösung. Und wenn nicht? Dann muss ich eben damit leben. Zu den „Möglichkeitsdenkern“ in Ihrem Freundes- und Bekanntenkreis sollten Sie den Kontakt pflegen. Denn sie motivieren und inspirieren Sie.

Eine regelmäßige "Inventur" der Freunde und Bekannten durchführen

Überprüfen Sie zu welcher Kategorie Menschen Ihre Freunde und Bekannte zählen. Fragen Sie sich: Tut mir mein Freund x und meine Bekannte y gut? Und achten Sie darauf, wie Sie sich nach Gesprächen mit ihnen fühlen – frustriert oder inspiriert? Beim „Aussortieren“ hilft eine schriftliche „Inventur“. Notieren Sie auf einem Zettel die Menschen, mit denen Sie den meisten Kontakt haben – getrennt nach den Lebensbereichen „beruflich“ und „privat“. Bewerten Sie dann, wie sehr Sie der Kontakt zu diesen Menschen aufbaut oder frustriert. Notieren Sie zum Beispiel ein „+ +“ oder „+“ hinter den Kontakten, die Ihr Wohlbefinden steigern. Und ein „- - “ oder „-“ hinter den Namen der Personen, die Sie regelmäßig in schlechte Laune versetzen. Und eine „0″ schreiben Sie hinter die Männer und Frauen, bei denen sich die negativen und positiven Impulse weitgehend in Balance halten.

Zu den Personen, hinter deren Name ein „-“ oder „- -“ steht, sollten Sie den Kontakt so weit möglich reduzieren. Versuchen Sie stattdessen mehr Zeit mit den Männern und Frauen zu verbringen, die ein „+“ oder „+ +“ ziert.

Tipps für die Zusammenarbeit mit "Negativdenkern"

Im Privatleben ist es recht einfach, sein Wohlbefinden so zu steuern. Denn hier entscheiden Sie, mit wem Sie etwas unternehmen. Im Berufsleben ist dies schwieriger. Hier können nur wenige Menschen ganz frei entscheiden, mit wem sie ihre Zeit verbringen. Doch auch für Angestellte gilt: Sie können mitbeeinflussen, wie viel Zeit sie mit „Negativdenkern“ verbringen. Niemand zwingt Sie beispielsweise dazu, mit einem „Miesepeter“ Mittag zu essen. Und in der alltäglichen Zusammenarbeit helfen folgende Tipps weiter:

  • Distanzieren Sie sich geistig von den „Negativdenkern“: Denken Sie einmal darüber nach: Was genau stört mich am Kollegen bzw. Mitarbeiter x? Und überlegen Sie sich dann: Unter welchen Voraussetzungen könnte ich damit „leben“?. Vielleicht genügt es, den Kollegen etwas mehr auf Distanz zu halten und das Gespräch rein auf die Arbeit zu beschränken.
  • Klären Sie Konfliktpunkte: Sie sollten ein klärendes Gespräch mit dem Kollegen oder Mitarbeiter führen. Schildern Sie ihm, was Sie stört. Tun Sie dies jedoch in der Ich-Form: „Mich belastet, dass...“ „Ich wünsche mir, dass...“. Vermeiden Sie Aussagen in der Du-Form. Also zum Beispiel „Immer machst Du ....“ Oder: „Du bist so negativ ...“. Denn diese erlebt Ihr Gegenüber meist als Angriff. Also startet er einen Gegenangriff. Und denken Sie daran: Sie müssen keine Freunde werden. Sie müssen nur soweit miteinander kooperieren, wie dies für die Arbeit nötig ist.
  • Innerlich "Dampf ablassen": Wenn Sie die obigen Tipps erfolglos ausprobiert haben, dann versuchen Sie Folgendes: Schimpfen Sie innerlich, wenn Sie Ihr Mitarbeiter oder Kollege mal wieder ärgert: „Du ....“ Oder begeben Sie sich an einen ungestörten Ort und verschaffen Sie dort Ihrem Ärger laut Luft. Das entlastet und entspannt.
  • Gönnen Sie sich eine Kleinigkeit: Wie man auf nervige Kollegen und Mitarbeiter reagiert, sagt auch etwas über das eigene Befinden aus. Wer gut drauf ist, steckt nervige Situationen leichter weg. Tun Sie sich also, wenn Sie schlecht drauf sind, etwas Gutes. Gehen Sie zum Beispiel zum Fenster und gönnen Sie sich einen anderen Anblick. Oder holen Sie sich eine frische Tasse Kaffee. Oder gönnen Sie sich ein Stück Schokolade oder ein nettes Telefonat. Auch das hilft, alles relaxter und mit einer gewissen Distanz und Gelassenheit zu sehen.
*Über Autorin Sabine Prohaska

Sabine Prohaska ist Inhaberin des Beratungsunternehmens seminar consult prohaska in Wien, das unter anderem Trainer und Coaches ausbildet. E-Mail: prohaska@seminarconsult.at .

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