Körperschutz: Sichere Kleidung für jeden Tag

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Arbeitsschutz und Gesundheit

Gewerksspezifische Berufs- und Schutzkleidung hat im Handwerk Tradition. Doch Gefährdungen können sich ändern, etwa wenn neue Arbeitsmittel oder innovative Technologien wie Laser zum Einsatz kommen. Eine regelmäßige Überprüfung hilft, Unfälle zu vermeiden. Worauf Sie bei der Auswahl achten sollten.

Farbe sorgt auch im Beruf für Spaß: dieTricolor-Linie von DBL. – © DBL

Arbeitskleidung ergänzt oder ersetzt Privatkleidung und erfüllt keine spezifische Schutzfunktion gegen schädigende Einflüsse. Schutzkleidung ist dagegen eine persönliche Schutzausrüstung (PSA), die Rumpf, Arme und Beine vor schädlichen Einwirkungen bei der Arbeit schützen soll. Die verschiedenen Ausführungen der Schutzkleidung können dabei gegen eine oder mehrere Gefährdungen schützen.

Was Schutzkleidung leisten muss

Risiken durch Maschinen, Arbeitsmaterial oder extreme Umgebungstemperaturen gehören in vielen Branchen zum Arbeitsalltag und können sich durch neue Arbeitsmittel oder -prozesse jederzeit ändern.  Ein regelmäßiger Check ist hier wichtig: Denn nur Schutzkleidung, deren Eigenschaften die konkret vorliegende Gefährdung mindern, bewahrt Mitarbeiter vor gesundheitlichen Schäden.

Überblick über Anforderungen und Eigenschaften von Schutzkleidung

Schutzanforderungen/Gefährdungen   Eigenschaften der Schutzkleidung Normen*
Mechanische Einwirkungen (Schnitte, Risse, Scheuern, Erfasstwerden durch drehende Teile)   Widerstand gegen Durchdringungen, Durchstich- und Schnittfestigkeit, Polsterung DIN EN 510, DIN EN 863, DIN 32765 u.a.
Thermische Einwirkungen (Wärme, Kälte, Flammenwirkung, Funken oder Flüssigmetallspritzer) Wärme- bzw. Kälteisolierung, Einhaltung der Schutzfunktion, Schwerentflammbarkeit, Beständigkeit gegenüber Strahlung und Spritzern schmelzenden Metalls DIN EN 533, DIN EN 342, DIN EN 367, DIN EN ISO11612, DIN EN 61482 u.a.
Chemische Einwirkungen (Stäube, Säuren, Basen, Lösemittel, Öle u.a.)       Dichtheit und Beständigkeit gegen chemische Einflüsse DIN EN 13034 u.a.
Elektrizität (elektrische Spannung, elektrostatische Aufladung)   Elektrische Isolierung  DIN EN 1149 u.a.
Einwirkung durch Feuchte und Witterung (Verwendung überwiegend im Freien ganzjährig, im Freien im Winter)   Wasserundurchlässigkeit, Kälteschutz EN 343
Nichterkennbarkeit (Arbeit im Straßen- oder Verkehrsraum)   Warnfarbe, Reflektieren von Licht EN ISO 20471

*Die Grundanforderungen, die für Schutzkleidung allgemein gelten, sind in der EN 340 festgelegt.

Der Weg zur richtigen Schutzkleidung

Grundlage ist eine Gefährdungsbeurteilung, die für jeden Arbeitsplatz individuell erstellt werden muss. Besondere Schutzkleidung ist unter anderem erforderlich bei der

1. Arbeit an Maschinen

2. Verwendung von Stoffen, die zu Hautverletzungen führen oder durch die Haut in den menschlichen Körper eindringen können

3. bei Gefahr von Verbrennungen, Verätzungen, Verbrühungen, Unterkühlungen, elektrischen Durchströmungen, Stich- oder Schnittverletzungen

4. Arbeit in Verkehrsräumen.

Je nach Arbeitseinsatz kommen vor allem Maschinenschutzkleidung, etwa mit enganliegenden Arm- und Beinabschlüssen sowie innenliegenden Taschen, schwer entflammbare Schutzkleidung, Säure- und Laugenschutzkleidung, Hitze- oder Kälteschutzkleidung, Winterschutzbekleidung, Schutzschürzen, elektrisch isolierende Kleidung oder Warnkleidung in Betracht.

Ausführliche Hinweise zur Gefährdungsanalyse, Materialien und Benutzung von Schutzkleidung gibt die BGR 189: http://publikationen.dguv.de/dguv/pdf/10002/bgr189.pdf

Was beim Kauf wichtig ist

In erster Linie müssen die Eigenschaften der Schutzkleidung maximale Sicherheit bei der auszuübenden Tätigkeit gewährleisten. Dazu gehört, dass Schutzkleidung nicht selbst Ursache eines Unfalles werden darf: Sie sollte zum Beispiel – bei ausreichender Bewegungsfreiheit – möglichst eng

am Körper anliegen, womit ein Hängenbleiben verhindert wird. Darüber hinaus ist auf gute Passform, angenehmes Tragegefühl und allgemein hohen Tragekomfort zu achten: Je wohler sich Mitarbeiter in der Kleidung fühlen, desto höher ist die Trageakzeptanz.

Immer häufiger wird auch sogenannte Multinorm-Bekleidung angeboten. Diese erfüllt die Kriterien verschiedener Normen in einem Kleidungsstück. Was aber nicht bedeutet, dass sie in dem speziellen Anwendungsfall wirklich die geeignetste Kleidung ist. Denn je breiter das angebotene Schutzspektrum ist, desto schwieriger lassen sich oft in den Einzelanforderungen optimale Werte erreichen. So sagt zum Beispiel die Zertifizierung nach EN 13034 nichts darüber aus, ob die Kleidung wirklich ausreichenden Schutz gegen die im Betrieb verwendeten Chemikalien bietet, da für die Prüfung nur die Beständigkeit gegen eine von vier Chemikalien vorhanden sein muss. Die Analyse der eigenen Risiken sollte daher sehr detailliert erfolgen, worauf gemeinsam mit dem Fachhandel das geeignetste Material ausgewählt werden kann.