Kopfschutz: Der Weg zum richtigen Helm

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Die ungeliebte gelbe Plastikschale hat ausgedient: Moderne Helme sind komfortable Hightech-Schutzartikel, die sich auf jeder Baustelle sehen lassen können. Wie Sie den richtigen Kopfschutz für Ihr Team auswählen.

Ein geeigneter Kopfschutz kann Leben retten. – © Woodsy, Fotolia.com

Kopfverletzungen gehören zu den in ihren Auswirkungen gravierendsten Arbeitsunfällen: Fallende Gegenstände, Stöße oder Strahlungswärme können schwere Folgen haben. Wo Gefahr lauert, sollte deshalb Kopfschutz selbstverständlich sein.

Welche Kategorien es gibt

Die Hersteller bieten für nahezu jedes Tätigkeitsprofil passenden Kopfschutz an. Unterschieden wird in folgende Kategorien:

Kopfschutz Norm* Eigenschaften/Anwendung
Anstoßkappe EN 812 Leichter Kopfschutz für Bereiche, in denen ein Schutz sinnvoll, aber nicht vorgeschrieben ist, etwa bei der Arbeit in engen Räumen (Lager etc.)
Industrieschutzhelm DIN EN 397 Klassischer Schutzhelm für Bau und produzierendes Gewerbe, der Grundanforderungen an Stoßdämpfung, Durchdringungsfestigkeit und Brennverhalten des Helmmaterials erfüllt
Hochleistungsindustrieschutzhelm DIN EN 14052 Erhöhte Anforderung an Stoßdämpfungseigenschaft und Durchdringfestigkeit des Helms
Helm für Höhenarbeiten (Bergsteigerhelm) DIN EN 12492 Leichte und trotzdem industrienormgerechte Helme mit optimierter Befestigung am Kopf für Einsätze in der Höhe

*Norm, die für alle Helme dieser Kategorie gilt, dazu können Zusatzanforderungen kommen

Vor der Auswahl und der Benutzung von Kopfschutz muss eine Gefährdungsbeurteilung durchgeführt werden. Neben Gefährdungen durch herabfallende Objekte sind insbesondere auch mögliche Gefahren durch Anstoßen an Gegenstände sowie pendelnde, umfallende oder wegfliegende Gegenstände zu berücksichtigen. Kommt es auf eine besonders hohe Seitenstabilität oder elektrisch isolierende Eigenschaften an? Oder wird der Helm bei Heißarbeiten eingesetzt? Außerdem …

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    © Protos
    Der Protos Integral Industry setzt in Sachen Tragekomfort und Sicherheit neue Maßstäbe. Mit integraler, modularer Befestigung von Kinngurt, Visier, Nacken- und Gehörschutz.
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    © Scott
    Protector Style 300: Leichter (310g) Schutzhelm von Scott mit Acht-Punkt-Innenausstattung aus Terylen oder Kunststoff. Gesichtsschutz und Gehörschutz lassen sich leicht befestigen.
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    © Scott
    Der Protector Style 600 von Scott ist mit Kapselgehörschützern, Augenschutz, Visieren, Atemschutz oder Lampen kompatibel.
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    © Scott
    Scott Zero Hoods: Kälteschutz, der sich im Helminneren mit einem Klettband befestigen lässt.
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    © Uvex
    Leichter Helm mit drei variablen Ventilationsöffnungen sowie Adaptersystem für Visiere, Helmkapseln und Helmlampen.
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    © Uvex
    Für Höhenarbeiten: Der Pheos Alpine von Uvex kombiniert die Eigenschaften des Industrieschutzhelms nach EN397 mit den Anforderungen eines Kletterhelms.
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    © Uvex
    Modisch wie ein Basecap: Uvex U-Cap Sport ist eine Anstoßkappe nach Norm EN 812 mit integrierter ergonomisch geformter Hartschale und Dämpfungselementen.

… darf sich durch die Benutzung des Kopfschutzes das allgemeine Gefährdungsrisiko nicht erhöhen (zum Beispiel durch schlechte Sicht, Verständigung etc.). Es dürfen nur Industrieschutzhelme bzw. Industrie-Anstoßkappen ausgewählt werden, welche die erforderliche CE-Kennzeichnung tragen und für die eine Konformitätserklärung vorliegt.

Ausführliche Hinweise zur Gefährdungsanalyse, Auswahl und Verwendung von Kopfschutz gibt die BGR 193: http://publikationen.dguv.de/dguv/pdf/10002/bgr193.pdf

Was beim Kauf wichtig ist

Für die meisten Einsatzbedingungen sind Industrieschutzhelme die richtige Wahl. Bei der Auswahl des Modells ist das individuelle Tätigkeitsprofil entscheidend: Angeboten werden etwa Helmschalen mit breitem umlaufenden Rand, mit Regenrinne, mit Schirm oder mit heruntergezogenem Nackenteil. Je nach Ausführung sind Belüftungsöffnungen und Stecktaschen oder Adaptersysteme zur Befestigung von Zubehör wie Gehörschutz oder Visiere integriert.

Auch die Innenausstattung ist wichtig: Sie sorgt dafür, dass der Helm sich dem Kopf perfekt anpasst – sowohl in Umfang als auch in Tragehöhe. Idealerweise lässt sich der Helm vorne und hinten unterschiedlich hoch justieren und der Kopfumfang über einen Drehknopf regulieren. Viele Helme werden in verschiedenen Größen angeboten, wobei Kopfumfänge von 51 bis 64 Zentimetern berücksichtigt werden. Für den Tragekomfort – und die Trageakzeptanz – ist zudem das Gewicht entscheidend. Leichte Helme wiegen nur rund 350 Gramm und sind auf dem Kopf kaum spürbar.

Beim Kauf sollte außerdem das Herstellungsdatum erfragt werden, da als PSA verwendete Helme nach acht (Helmschale aus Duroplasten) oder vier (Helmschale aus Thermoplasten) Jahren ausgewechselt werden müssen.