Gabriele Wildgruber und Claudia Beil Hochzeit der Handwerkerfamilien: Zwei UFH-Mitglieder verkuppeln erfolgreich ihren Nachwuchs

Ein Spaß, eine schlaflose Nacht und der Bund fürs Leben: Wie eine Vorstandssitzung der UnternehmerFrauen im Handwerk Bayern zwei Handwerkerfamilien vereinte – am 10. Mai 2025 feiern die Beils und die Wildgrubers die Hochzeit ihrer Sprösslinge.

Die Mütter Claudia Beil (2. v. l.) und Gabriele Wildgruber (li.) haben den Kontakt zwischen Veronika (re.) und Simon hergestellt. Die kirchliche Hochzeit der beiden ist am 10. Mai 2025. - © Elisabeth Hörterer

Der Countdown auf dem Smartphone von Veronika Beil läuft. Nur noch wenige Tage, dann wird sie in ihr Brautkleid schlüpfen, mit ihrem Mann Simon vorm Altar stehen und den Worten des Diakons August Bauer lauschen. Mit bayerischem Zungenschlag, versteht sich. Draußen vor der Kirche wird dann im historischen VW Käfer ihr Vater und Handwerksmeister Jürgen Beil warten, der bei der Trauung mit seiner Frau Claudia übrigens im selben Hochzeitsauto saß – nur damals eben nicht am Steuer. Die rund 125 geladenen Gäste werden das Brautpaar hochleben lassen, der 10. Mai 2025 soll schließlich ein unvergesslicher Tag sein.

Damit diese Lovestory nicht ins Kitschige abrutscht, bekommt sie einen besonderen Twist. Veronika und Simon Beil, die Ende September 2024 ihre standesamtliche Hochzeit feierten, stammen beide aus Handwerksbetrieben, spüren eine starke Verbundenheit mit der Region und kommen aus demselben oberbayerischen Landkreis – aber ohne die UnternehmerFrauen im Handwerk Bayern (UFH) hätte es diese romantische Geschichte nicht gegeben. Die jungen Eheleute schauen sich immer wieder während des Gesprächs tief in die Augen, halten Händchen. Denn was als Spaß oder besser Gaudi ihrer Mütter auf einer Vorstandssitzung der UFH Bayern 2019 begann, hat sich nun zu einer richtig großen Familie entwickelt.

Einfädelung der Kontaktaufnahme führt bis zur Hochzeit

Doch ob das wirklich so lustig war, als die beiden Mütter Claudia Beil und Gabriele Wildgruber in Amors Fußstapfen traten und die erste Kontaktaufnahme einfädelten? Ob man das eher als übergriffig oder total süß einordnen kann? „Mama, das ist jetzt nicht dein Ernst!“, erinnert sich ­Veronika Beil an ihre Reaktion. „Das ist ja nur ein Vorschlag“, so die trockene Antwort ihrer Mutter, die nicht nur den ­Familienbetrieb managt, sondern sich als Landesvorsitzende der UFH Bayern auch stark ehrenamtlich engagiert.

Offenbar war der Vorschlag kein so schlechter. Veronika und Simon Beil, geborener Wildgruber, wohnen heute in Erding-Eichenkofen, im ersten Stock des Beil-Hauses, nur wenige Schritte von ­Veronikas Eltern und dem acht Mitar­beiter großen Malerbetrieb entfernt. Ein Wirtschaftszweig und eine Unternehmensgröße, die Simon Beil von klein auf kennt. Der SHK-Betrieb seiner Eltern, der heute elf Mitarbeiter beschäftigt, befindet sich nur 25 Autominuten entfernt in Finsing. Dass da plötzlich Kunden am Sonntag vor der Tür stehen, weil sie ein Ersatzteil oder Ähnliches benötigen, oder schnell der Schnee aus der Einfahrt geräumt werden muss, damit die Transporter zu den vornehmlich privaten Kunden rausfahren können – geschenkt. „Dass wir beide Kinder von Selbstständigen sind, hat während der Kennenlernphase sofort eine Verbundenheit geschaffen“, sagt ­Simon Beil. „Ich habe mich als Unternehmerkind gleich verstanden gefühlt“, erinnert sich Veronika Beil.

Und das, obwohl sich beide beruflich für einen anderen Karriereweg entschieden haben: Sie arbeitet in der Marketing- und Verkehrsentwicklungsabteilung des Münchener Flughafens, er als studierter Energie- und Gebäudetechnologe bei einem Immobilienunternehmen.

Ehrenamt bei den UFH, gemeinsame Urlaube und jetzt noch Familienfeiern

"Wir waren schon immer sehr privat miteinander."

Gabriele Wildgruber, Partnerin/Gesellschafterin und Prokuristin der Wildgruber GmbH in Finsing.

Auch die Mütter, die sich seit dem Jahr 2000 kennen und schätzen, wirken in der Stube der Beils sehr entspannt – und freuen sich auf die kirchliche Trauung. Hat sich etwas in ihrer Beziehung zueinander geändert? „Nein!“, Gabriele Wildgruber schüttelt den Kopf. „Das macht für uns keinen Unterschied“, sagt Claudia Beil. „Wir sind eine große Familie.“ Und Gabriele Wildgruber ergänzt: „Wir waren schon immer sehr privat miteinander.“ Ehrenamt bei den UFH, gemeinsame Urlaube und jetzt halt noch die eine oder andere Familienfeier. Auch die Männer respektive Väter Jürgen Beil und Hans Wildgruber kannten sich schon, bevor die Kinder ihre eigene Familie gründeten, und unterstützen die Arbeit der UFH.

Unternehmertum und Familie schließen sich nicht aus

"Ich bin stolz darauf, meinen Kindern zu zeigen, dass man mit Mut, Fleiß und Leidenschaft eigene Wege gehen kann."

Claudia Beil, Landesvorsitzende der UnternehmerFrauen im Handwerk Bayern.

Apropos Familie. Sowohl Claudia Beil als auch Gabriele Wildgruber vertreten den Standpunkt, dass sich Unternehmertum und Familie nicht ausschließen, sondern sich gegenseitig bereichern. „Als Unternehmerin und Mutter bin ich besonders stolz darauf, beides mit vollem Herzen und Engagement zu leben. Mein beruf­licher Alltag verlangt unternehmerisches Denken, Entscheidungsstärke und Führungsverantwortung – mein Familien­alltag genauso viel Liebe, Geduld und ­Organisationstalent“, beschreibt Claudia Beil ihre verschiedenen Rollen. Klar, es sei nicht immer einfach, diese zu verbinden. „Aber es ist genau das, was mich ausmacht. Ich bin stolz darauf, meinen Kindern zu zeigen, dass man mit Mut, Fleiß und Leidenschaft eigene Wege gehen kann. Und ich bin stolz darauf, ein Unternehmen zu führen, das für Qualität, ­Werte und Zukunft steht.“

Selbstbewusst und mit "Hausverstand" zur Hochzeit

© Elisabeth Hörterer

Und worauf ist Gabriele Wildgruber als Unternehmerin und Mutter besonders stolz? „Als Unternehmerin bin ich stolz darauf, wie wir alle Höhen und Tiefen, die der Betrieb für mich in 45 Jahren so mit sich gebracht hat, erfolgreich gemeistert haben. Dazu hat auf alle Fälle der Wissensvorsprung, welchen ich durch das UFH-Netzwerk habe, maßgeblich beigetragen“, erklärt die Prokuristin. „Und als Mutter bin ich stolz darauf, dass dank und trotz der Herausforderungen, welche mit der Selbstständigkeit einhergehen, ­unsere vier Kinder gelernt haben, selbstbewusst, eigenverantwortlich und mit ‚Hausverstand‘ ihr Leben zu gestalten.“

Interessant: Oftmals bleibt bei den Gesprächen zwischen Claudia Beil und Gabriele Wildgruber kaum Zeit für familiäre Themen. Zu viel steht aktuell an. Beispielsweise die neue „UFH App“, die der Landesverband Bayern Mitte März auf der Zukunft Handwerk vorgestellt hat. „Ich bin von unserer App total begeistert“, erklärt Claudia Beil. Ein modernes Kommunikations- und Info-Tool, das auch auf dem Kongressparkett in München für beachtliches Interesse gesorgt hat. „Die Resonanz war groß, das Feedback sehr gut“, freut sich Gabriele Wildgruber, die viele Besucher der Zukunft Handwerk gleich ermuntert hat, die App aus dem jeweiligen Store herunterzuladen. Aber auch aktuelle Themen treiben die Freundinnen um, etwa die unsichere politische Lage, die Betriebsnachfolge oder auch Dauerbrenner wie die E-Rechnung, der Personalmangel und die ­Cybersicherheit.

Keine Zeit für schlaflose Nächte

Die beiden Unternehmerinnen sind dafür bekannt, hier pragmatisch und lösungsorientiert vorzugehen. Keine Zeit also für eine schlaflose Nacht. Die hatte Gabriele Wildgruber übrigens, als sie auf der Landesvorstandssitzung ihren Sohn im Spaß verkuppelte. „Da habe ich mich aber richtig reingeritten“, war ihr erster Gedanke. Sohn und Schwiegertochter sind ihr bis heute dankbar dafür.

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