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Marktübersicht 3,5-Tonner Groß-Transporter: Die neuen Modelle sind sauber

Immer restriktivere Abgasvorschriften und drohende Fahrverbote in Innenstädten fordern schadstoffarme Motoren – auch bei den Transportern der 3,5-Tonnen-Klasse. Hier ein Überblick, wie die Hersteller diese Herausforderungen meistern.

Topic channels: TS Transporter und TS Fuhrpark

Im Herbst 2019 hat der Gesetzgeber die Abgas-Grenzwerte für Autos wieder einmal verschärft: Seit dem 1. September müssen nun auch die bei Handwerkern beliebten Transporter der 3,5-Tonnen-Klasse die Abgasnorm Euro 6d-TEMP erfüllen, wenn sie als Neuwagen erstmals zugelassen werden. Diese Norm erfordert zusätzlich zum WLTP-Prüfverfahren, das bereits seit dem 1.9.2018 gilt, auch die Ermittlung der Emissionswerte unter realen Verkehrsbedingungen (RDE). Auf die neuen Vorgaben haben die Nutzfahrzeug-Hersteller reagiert und ihre Transporter für die Euro 6d-TEMP-Norm gerüstet.

Die Übersicht von handwerk magazin stellt die Fahrzeugklasse vor.

Fiat Ducato/Peugeot Boxer/ Citroën Jumper

Trio mit Motorenvielfalt

Fiat Ducato/Peugeot Boxer/ Citroën Jumper

Fiat schickt den Ducato mit neuen Euro 6d-TEMP-Motoren und einer optionalen Neun-Gang-Wandlerautomatik ins Modelljahr 2020. Die 2,3 Liter großen Vierzylinder-Diesel mit Common-Rail-Direkteinspritzung der „Multijet II“-Motorengeneration decken ein Leistungsspektrum von 88 kW (120 PS) über 103 kW (140 PS) und 118 kW (160 PS) bis hin zu 134 kW (180 PS) ab. Bei den Schwestermodellen von Peugeot und Citroën wird dagegen der 2,2 Liter große Hdi-Diesel verbaut, der ebenfalls die Abgasnorm Euro 6d-TEMP erfüllt und in den Leistungsstufen 88 kW (120 PS), 103 kW (140 PS) und 121 kW (165 PS) verfügbar ist.

Als alternative Antriebsquelle installiert Fiat den bekannten Natural-Power-Einstoff-Methangasmotor, der aus drei Liter Hubraum 101 kW (136 PS) Leistung und 350 Nm Drehmoment generiert. Neu ist dagegen ein rein batterieelektrischer Antrieb mit einer Leistung von 90 kW und einer Reichweite von 220 bis 360 Kilometern – je nach verbautem Akku-Pack. Zur Erhöhung der Fahrsicherheit haben ein Totwinkel- und ein Spurhalte-Assistent, ein Fernlichtsensor, ein Erkennungsprogramm für Querbewegungen und Verkehrszeichen, eine Notbremsautomatik und eine Reifendrucküberwachung Einzug in das Transporter-Trio gehalten.

Ford Transit

Mild-Hybrid-Variante im Angebot

Ford Transit
Ford Transit

Die größte der vier europäischen Nutzfahrzeug-Baureihen von Ford rollt in überarbeiteter Form zu den Händlern – unter anderem mit integrierter Konnektivität und modifizierten Motoren, die nun um bis zu sieben Prozent sparsamer sind als die bisherigen Triebwerke. Das Motorenangebot des neuen Transit deckt die Leistungsstufen 77 kW (105 PS), 95 kW (130 PS) und 125 kW (170 PS) ab, neu ist das Top-Modell mit 136 kW (185 PS).

Hinzu kommt erstmals der Transit „mHEV“ (mild Hybrid Electric Vehicle), also eine Mild-Hybrid-Dieselvariante des Transporters. Sie ermöglicht – speziell im Start-Stopp-Betrieb beim innerstädtischen Einsatz – eine Kraftstoffersparnis von weiteren acht Prozent. Eine Plug-in-Hybridvariante, also ein Fahrzeug, das auch rein elektrisch fahren kann, bietet Ford beim kleineren Custom an.

Neben dem 6-Gang-Schaltgetriebe bringt Ford im Frühjahr 2020 für den Transit mit Heckantrieb eine 10-Gang-Automatik. Ford bietet darüber hinaus für den Transit erstmals das FordPass-Connect-Modem an, das Flottenbetreibern in Echtzeit den Zugriff auf Fahrzeugdaten und Dienstleistungen ermöglicht. Dank des MyKey-Systems können Fuhrpark-Verantwortliche zudem festlegen, dass der Firmenwagen beim Gebrauch bestimmter Fahrzeugschlüssel eine definierte Höchstgeschwindigkeit nicht überschreitet, die Lautstärke der Audioanlage begrenzt bleibt und aktive Sicherheitssysteme sich nicht deaktivieren lassen.

Volkswagen Crafter/MAN TGE

E-Variante mit viel Platz

VW Crafter
VW Crafter MAN TGE

Der Kastenwagen von VW Nutzfahrzeuge und sein Schwestermodell von MAN sind in den drei Längen 5.986 mm, 6.836 mm und 7.391 mm erhältlich. In der Frontantriebsvariante hat der Transporter ein Ladevolumen von bis zu 18,4 m³ und eine maximale Laderaumhöhe von 2.196 mm, bei einem zulässigen Gesamtgewicht von 3,0 bis 4,0 Tonnen. Dabei bietet er eine Durchladebreite zwischen den Radkästen von 1.380 mm und eine maximale Laderaumlänge von 4.855 mm. Beim Crafter/TGE mit Heckantrieb reicht das zulässige Gesamtgewicht von 3,5 bis 5,5 Tonnen. Den Antrieb übernimmt stets ein Zweiliter-TDI-Motor, der alternativ 75 kW (102 PS), 103 kW (140 PS) oder als BiTurbo-TDI 130 kW (177 PS) leistet. Optional verfügt der Crafter über den 4MOTION- Allradantrieb oder eine Neun-Gang-Wandlerautomatik anstelle des serienmäßigen Sechs-Gang-Schaltgetriebes.

Mit dem e-Crafter hat VW Nutzfahrzeuge auch eine elektrifizierte Version im Programm, die bei MAN auf die Bezeichnung eTGE hört. Mit einer maximalen Reichweite von 160 km ist der 100 kW (136 PS) starke e-Crafter für Tagesfahrleistungen ausgelegt. Da die Lithium-Ionen-Batterie (35,8 kWh Energiegehalt) komplett im Unterboden integriert ist, ergeben sich keine Einschränkungen bei Ladevolumen und Durchladebreite. Dadurch kann das volle Ladevolumen von 10,7 m³ im 2.590 mm hohen Hochdach-Kastenwagen genutzt werden. Gleiches gilt für weitere wichtige Maße wie die Durchladebreite (1.380 mm) oder die Laderaumhöhe (1.861 mm).

Iveco Daily

Mit Heck- und Allradantrieb

Iveco Daily
Iveco Daily

Auch der italienische Nutzfahrzeugkonzern hat seine Transporter-Baureihe fit für die strengere Abgasnorm gemacht und dazu neue Vierzylinder-Diesel mit 2,3 bzw. 3,0 Liter Hubraum entwickelt, die ein Leistungsspektrum von 85 bis 150 kW (116 bis 205 PS) abdecken. Der Daily verfügt über Heck- oder Allradantrieb, optional können die meisten Motorenversionen auch mit einer 8-Gang-Wandlerautomatik kombiniert werden.

Darüber hinaus hat Iveco noch zwei besonders emissionsarme Antriebsversionen im Portfolio: Den 136 PS starken Daily Natural Power, der auf komprimiertes Erdgas setzt und dank seines sauberen, leisen Betriebs gerade in Innenstädten mit eingeschränktem Verkehr Vorteile bietet: Er erfüllt die Euro VI/D-Norm mit 76 Prozent weniger Feinstaub-Emissionen und wesentlich geringerem NOx-Ausstoß gegenüber dem Diesel. Der Daily Electric kommt dagegen komplett ohne Geräusch- und Abgasemissionen aus und ermöglicht unter städtischen Einsatzbedingungen eine Reichweite von bis zu 200 km.

Mercedes Sprinter

Komfort mit Neun-Gang-Automatik

Mercedes Sprinter
Mercedes Sprinter

Erstmals gibt es den Transporter zusätzlich zum Heck- und Allradantrieb nun auch mit Frontantrieb. Dadurch wächst das Ladevolumen um 0,5 Kubikmeter, die Nutzlast steigt um 50 Kilogramm und die Ladekante fällt 80 Millimeter niedriger aus.

In Kombination mit dem Heckantrieb deckt der neue Sprinter ein Spektrum von 3,0 bis 5,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht ab. An den jeweiligen Einsatzzweck lässt sich auch der Radstand (von 3.250 bis 4.325 Millimeter) anpassen.

Als Antriebsquellen stehen Vierzylinder-Diesel mit einer Leistung von 84 kW (114 PS) bis 130 kW (177 PS) sowie ein Sechszylinder mit 140 kW (190 PS) zur Wahl. Der eSprinter mit Elektroantrieb ist als Kastenwagen mit Hochdach und einem zulässigen Gesamtgewicht von 3.500 Kilogramm erhältlich. Sein maximales Ladevolumen beträgt 10,5 m³ und ist damit identisch mit dem des Sprinter mit Verbrennungsmotor. Die Batteriekapazität von 55 kWh sorgt für eine Reichweite von rund 150 Kilometer bei einer maximalen Zuladung von 900 Kilogramm.
Zu den weiteren Neuerungen der Sprinter-Baureihe zählt eine Neun-Gang-Wandlerautomatik.

Renault Master/Opel Movano/Nissan NV 400

Design modernisiert

Renault Master/Opel Movano/Nissan NV 400
Renault Master/Opel Movano/Nissan NV 400

Das Trio von Renault, Opel und Nissan wurde 2019 überarbeitet: Im Mittelpunkt der Modifikationen der Transporterbaureihe in der Klasse von 2,8 bis 4,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht standen ein aufgefrischtes Design, neue Assistenzsysteme sowie schadstoffarme Motoren. Diese sind nun alle 2.3-dCi- Turbodiesel mit Twin-Turbo-Technik und decken ein Leistungsspektrum von 96 bis 132 kW (131 bis 180 PS) ab. Dank Abgasreinigung per SCR-Katalysator erfüllen sie in den Frontantriebsversionen die Abgasnorm Euro 6d-TEMP und in den Heckantriebsvarianten sowie im Fahrgestell mit Frontantrieb die Schadstoffklasse Euro 6d für Lkw. Den Renault Master und den Opel Movano gibt es auch mit Elektroantrieb.

Die Liste der Neuheiten für Master & Co. beinhaltet Fahrerassistenzsysteme wie den Toter-Winkel-Warner und den Rear View Assist sowie eine Seitenwindstabilisierung und die Anhängerstabilitätskontrolle. Darüber hinaus sind ein Spurhalte-Warner und ein Notbremsassistent erhältlich.

Das Trio ist weiterhin in drei Radständen von 3,18 bis 4,33 Meter und vier Längen von 508 bis 688 Zentimeter erhältlich. Hinzu kommen drei Laderaumhöhen von 1,7 bis 2,14 Meter. Als weitere Varianten sind der Kofferaufbau und das Plattform-Fahrgestell lieferbar, hinzu kommen Fahrgestell, 3-Seiten-Kipper und Pritsche, jeweils mit Einzel- oder Doppelkabine. Der Combi mit bis zu neun Plätzen für den gemischten Güter-/Personentransport und der Bus mit 17 Plätzen komplettieren das Modellprogramm. Insgesamt besteht ab Werk die Wahl zwischen mehr als 300 Varianten.

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  • Transporter mit 3,5 Tonnen Gesamtgewicht (PDF, 91 kB)

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