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Ladeeinrichtungen für Transporter, Pritsche und Pick-ups Fahrzeugeinrichtung 2020: Technik und Trends im Corona-Jahr

Längst ist aus dem profanen Handwerker-Transporter oder -Pick-up das professionelle Servicefahrzeug geworden – mit entsprechender Ladeeinrichtung. Doch im Jahr der Covid-19-Pandemie beschränkten sich die Neuentwicklungen auf ein Minimum. handwerk magazin stellt die wenigen Innovationen vor.

Topic channels: TS Fahrzeugeinrichtung, TS Fuhrpark und TS Coronavirus

Alle zwei Jahre stellen die Hersteller von Fahrzeugeinrichtungen auf der Nutzfahrzeug-IAA in Hannover ihre neuesten Konzepte vor: Das Portfolio spannt sich dabei von variablen Basismodulen über Ladesicherungs-Komponenten bis zu kompletten Einbaupaketen. Doch 2020 war bekanntlich alles anders: Aufgrund der Pandemie fiel nicht nur der Branchentreff aus. Auch die Auftragslage und Geschäftstätigkeit des Handwerks verzeichnete aufgrund des Lockdowns mitunter deutliche Einbußen. Die Folge: Manch ein Betrieb reduzierte seine Investitionen, die Hersteller der Ladesysteme mussten ihre Neuentwicklungen größtenteils auf Eis legen. So war vor allem Modellpflege vorhandener Systeme angesagt.

Bott: „vario3“ variabel erweitert

Als rege-kreativer Regalspezialist und Systemanbieter hat bott sich der Erweiterung und Optimierung seiner bewährten „vario3“-Fahrzeugeinrichtung gewidmet. Für viele Handwerkssparten ist vor allem das neue, voll kompatible „Systainer3“-Koffersystem interessant. Es wurde zusammen mit dem Firmen Festool und Tanos entwickelt und auf den Platz für Maschinen, Werkzeugen sowie Verbrauchsmaterial zugeschnitten. Zu dieser Produktfamilie gehört auch ein neuer Kleinteilekoffer namens „Organizer“ mit transparentem Deckel, der mit entsprechenden bott-Boxen bestückt werden kann. Dieser ist in zwei Breiten verfügbar und läuft – ebenso wie alle anderen „Systainer3“-Koffer – auf integrierten Auszugsschienen. Als Zusatzausstattungen des „vario3“ bietet bott unter anderem mobile oder integrierte Werkbänke an, letztere inklusive Stromversorgung.
bott.de

LogicLine: Ungebremste Kreativität

LogicLine Fahrzeugeirichtung

Die Pandemie-Pause hat das österreichische Unternehmen nicht in seiner Kreativität gelähmt: „Wir haben täglich neue Anregungen und Ideen von Kunden erhalten,“ erläutert der technische Geschäftsführer Thomas Frühstück die neuesten Modifikationen seiner branchenspezifischen Transportlösungen für Pritschen-Lkw und Pick-ups. Jüngste Innovation ist die Pick-up-Box PB-400 mit einem großen Ladevolumen für Werkzeug und einem praktischen Zugang von zwei Seiten. Das Allroundtalent lässt sich mit einer breiten Zubehörpalette – unter anderem Fachteiler, Einhängefächer oder Standfüße – für viele handwerksbetriebliche Einsätze rüsten. Passende Neuentwicklungen sind Racks mit einer Tragkraft von 125 Kilogramm sowie Lastenträger für den Schräg- und Horizontal-Transport. Der adaptierte Schwerlastauszug wurde um Optionen wie eine Reling und integrierte Auszugsladen ergänzt.

Als Erweiterung für die Palette der Unterflurboxen gibt es die UB-100 mit einem Meter Breite, einem Zwischenboden sowie einer Auszugslade. Der Alu-Kasten zur Montage unter der Ladefläche ist vor allem für Werkzeug und Kleinmaterial konzipiert. Als boxeninneres Ordnungssystem bieten sich Werkzeug- und Dosenhalterungen zum Einpassen in den Boxen an.

Weiter im Standardprogramm von LogicLine sind Transportboxen mit Schnellmontage-System für die Pick-up-Ladefläche, Lastenträger für Langgut und Planenaufbauten.
 logicline.eu

Sortimo: Einlagen online konzipieren

sortimo Fahrzeugeirichtung

Der Fahrzeugeeinrichtungsspezialist aus Zusmarshausen hat sein „ mySortimo“-Online-Programm um das Tool „inlay“ erweitert. Der Name lässt es schon erahnen: Handwerksbetriebe können sich damit beispielsweise die Schaumstoffeinlagen zur Aufbewahrung von Werkzeugen und sensiblen Geräten online passgenau für Koffer, Boxen und Schubladen konfigurieren. Die Planung der Einlagen ist auf dem Konfigurator mySortimo.de rund um die Uhr möglich, sie erfolgt in vier übersichtlichen Schritten bis zum Bestellvorgang. Ein weiteres Novum in diesem Jahr ist eine Variante im Bereich „Jumbo-Unit“: Die Großraum-Schublade gibt es nun für alle gängigen Transporterklassen in zusätzlichen Breiten und Systemtiefen. Erstere beträgt 612,5 Millimeter, die Tiefen liegen bei 1.409,4 sowie 1.617,4 Millimeter. Zudem steht eine neue Korpushöhe mit 21 Rastern zur Verfügung. Alle Großraumschubladen können sowohl längs als auch quer im Laderaum installiert werden. Extrem starke Teleskopschienen (Belastbarkeit: 100 Kilogramm) mit einem weiten Auszug sollen gewährleisten, dass die Mitarbeiter selbst schwere Gerätschaften seitlich oder hinten ergonomisch gut be- und entladen können. Die Jumbo-Unit lässt sich bei Bedarf auch unterflur montieren und durch einen Sortimo-Boden abdecken, so dass sie eine zusätzliche Ebene im Laderaum bildet. Wer mehr Stauraum benötigt, kann die Units zudem übereinander installieren. Entsprechend der neuen Abmessungen wurde auch das Zubehörprogramm – unter anderem Abdeckwannen, Platten, Werkzeugmatten sowie Trennbleche – angepasst.

Überarbeitet wurde zudem der Schwerlastauszug, der nun 250 Kilogramm verkraftet und sich nun auf zwei Drittel der Gesamtlänge ausziehen lässt. Ein relevantes neues Sicherheitsfeature, vor allem auf abschüssigem Gelände, ist die stufenlose Bremsfunktion: Die aktiviert sich, sobald man den Betätigungsgriff loslässt. Weitere Neuheiten im Sortimo-Programm 2020 sind ein klappbarer Schraubstock als Erweiterung für die SR5- oder Globelyst4-Ladeeinrichtung sowie die universelle, eimerähnliche Transportbox „C-Boxx“ mit einem Stauvolumen von 17 Litern und einer Traglast von 20 Kilogramm.

mysortimo.de

Modul-System: Selber wiegen

On-Board-Wiegesystem

Die Spezialisten aus Schweden können nicht nur Einrichtung, sondern auch Connect-Systeme. Aktuell bieten sie ein neues On-Board-Wiegesystem an, mit dem sich das Gewicht des eigenen Fahrzeugs in Echtzeit messen und überwachen lässt. Dazu sind Sensoren in der Federung von Vorder- und Hinterachse installiert, die ihre Daten mit einer Präzision von +/- 2,5 Prozent in Bezug auf das Gesamtgewicht ermitteln. Sie werden dann via Bluetooth auf eine Cockpitanzeige, ein Handy oder ein Tablet übertragen. Das On-Board-Wiegesystem ist Teil des Modul-Connect-Sytems, in dem alle digitalen bzw. elektrischen Geräte des Fahrzeugs in einer eigenen, fahrzeugunabhängigen Plattform integriert sind und per App gesteuert werden können.

modul-system.com

   

Ford: Corona-Schutz im Fahrerhaus

Ford: Corona-Schutz im Fahrerhaus

Mitarbeiter von Handwerksbetrieben fahren nun virengeschützt in den Ford-Custom-Modellen von Tourneo und Transit sowie den Nutzfahrzeug-Varianten des Transit: Der Kölner Hersteller bietet dazu durchsichtige, biegsame Schutzschilde aus PVC-Kunststoff als Abstand-Sicherung an. Sie lassen sich relativ einfach, schnell und ohne bauliche Veränderung mit Riemen sowie Clips unfallsicher befestigen. Es gibt Versionen für die Montage zwischen Fahrer- und Beifahrersitz sowie zum Bereich hinter den Vordersitzen. Die Funktionen der relevanten Airbags – Seite, Kopf und Schulter – werden laut Herstellerangaben dadurch nicht beeinträchtigt.

ford.de

 

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  • Fahrzeugeinrichtungen: Ordnung im Auto (PDF, 71 kB)

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