Förderprogramme Digitalisierung ohne Geldsorgen: In 4 Schritten zur digitalen Finanzspritze

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Die wenigsten Betriebe wissen, wie sie Förderprogramme für die eigene Digitaltransformation einsetzen können. Jürgen Dauk, Vice President beim Software-Hersteller Quadient, erklärt wie sich digitale Potenziale im Betrieb entdecken und die geeigneten Finanzspritze dazu finden lassen.

Jürgen Dauk, Vice President Sales and Operations AR & AP SaaS Solutions DACH & Italy bei Quadient in München. – © Quadient

Der Wille ist da, doch fehlt noch der konkrete Weg: Viele Handwerksbetriebe wollen ihre Abläufe zwar digitalisieren, doch wissen sie nicht wie – und wer ihnen dabei helfen könnte. Auch finanziell, denn die Umstellung von analog und digital erfordert viel Budget. „Der vermeintlich tiefe Griff in die eigene Tasche lohnt sich jedoch in mehrfacher Hinsicht“, sagt Jürgen Dauk, Vice President beim Software-Hersteller Quadient in München.

Für handwerk magazin zeigt Dauk auf, wie Betriebe Förderprogrammen zur Digitalisierung für sich nutzen können und dabei bis zu 50 Prozent der Digitalisierungsinvestitionen einsparen können.

Schritt 1: Digitalisierungsbedarf erkennen

Bevor Sie einen Förderantrag stellen, gilt es natürlich zunächst herauszufinden, wofür Sie die Gelder am sinnvollsten in Anspruch nehmen sollten. Analysieren Sie dafür Ihren Betrieb anhand der Arbeitsabläufe und fragen Sie Kolleginnen und Kollegen in den Abteilungen, welche Schritte dort am meisten Zeit und Geld in Anspruch nehmen und wo eine eventuelle Digitalisierung am nötigsten wäre. Um das möglichst einfach zu machen, eignet sich eine Digitalisierungs-Checkliste, in die Sie Ihre Analyseergebnisse priorisiert eintragen können.

Haben Sie dabei keine Berühungsängste vor einer externen Beratung: Viele Förderprogramme sind speziell auf Beratungsleistungen im Digitalisierungsbereich angelegt oder schließen diese ein.

Schritt 2: Passende Projekte zur digitalen Transformation wählen

Sie haben genügend Anregungen zu ineffizienten Prozessen in Ihrem Betrieb gesammelt? Sehr gut. Da Sie aber nicht alles auf einmal digitalisieren können, sollten Sie nun filtern. Am Ende dieses Schrittes sollten die drei Digitalisierungsprojekte stehen, die Ihrem Betrieb am meisten nutzen.

Um die Top 3 zu identifizieren, können Sie sich beispielsweise fragen:

• welche Prozesse störende Engstellen und Probleme beinhalten, die eine Automatisierung beseitigen würde.


• in welchen Bereichen eine digitale Transformation schlicht und einfach am meisten Zeit und Geld einsparen würde.

Schritt 3: Geeignete Förderprogramme identifizieren

Nun kommt der entscheidende Punkt. Denn um Ihre finanzielle Last möglichst gering zu halten, sollten Sie das beste – und vor allem passendste – Förderprogramm für Ihre individuellen Ansprüche herausarbeiten. Das klingt jedoch einfacher als es ist. Denn allein in Deutschland müssen Sie sich dafür durch einen regelrechten Förderprogramm-Dschungel kämpfen. Aus dem dann womöglich nur wenige Unterstützungsleistungen wirklich Ihren Zwecken dienen.

Doch glücklicherweise führen auch in diesem Fall gleich mehrere Wege zum Ziel – je nachdem, was Ihnen persönlich besser liegt: Eine strukturierte Google-Recherche ist zu Beginn ein guter Ansatz. Die meisten Förderungen sind auf ein bestimmtes Bundesland beschränkt. Daher kann es sich lohnen, zunächst all diejenigen Programme auszuschließen, die schon deshalb nicht in Frage kommen. Was übrig bleibt, lässt sich dann deutlich einfacher mit bundesweiten Digitalisierungs-Förderungen vergleichen. Wichtig: Vergessen Sie bei aller Regionalität auch nicht, zumindest einen kurzen Blick auf die aktuell verfügbaren EU-Fördertöpfe zu werfen.

Wer es sich als Unternehmens- oder IT-Entscheider einfach machen will, kann auch eine der zahlreichen Förderprogramm-Übersichten nutzen. Achten Sie aber hierbei unbedingt auf Vollständigkeit und Aktualität der Informationsmaterialien.

Schritt 4: Einen guten Förderantrag stellen

Wie bei einer Bewerbung um eine gute Arbeitsstelle müssen Sie sich auch beim Antrag auf eine Förderung gegen Mitbewerber und andere Konkurrenten durchsetzen. Versuchen Sie also, so gut es geht aus der Masse herauszustechen.

Mit diesen Tipps hat Ihr Förderantrag noch bessere Erfolgsaussichten:

• Förderrichtlinien lesen: Achten Sie auf Inhalt und Ziel des Förderprogramms. Halten Sie auch eventuelle Vorgaben und Formalia für den Antrag ein.


• Antrag auf Förderzweck ausrichten: Versuchen Sie, Ihre Digitalisierungsziele auf die im Programm formulierten Inhalte abzustimmen. Damit zeigen Sie, dass Ihr Projekt das beste für diese Förderung ist.


Der rote Faden: Bringen Sie Ausgangssituation, Digitalisierungsmaßnahmen und Optimierungsziele in ein stimmiges Verhältnis. So untermauern Sie Ihren Anspruch, die Förderung bestmöglich zu investieren.


• In der Kürze liegt die Würze: Halten Sie den Antrag kurz und prägnant – und integrieren Sie trotzdem alle wichtigen Informationen klar und deutlich. So bleiben Sie den Prüfenden im Kopf.


• Transparente Finanzplanung: Listen Sie alle für Ihr Projekt anfallenden Aufwände übersichtlich auf. Dabei muss erkennbar sein, welche Kosten Sie selbst tragen wollen und für welche Sie die Förderung in Anspruch nehmen möchten.

Zur Person:

Jürgen Dauk ist Vice President Sales and Operations AR & AP SaaS Solutions DACH & Italy bei Quadient in München. Der internationale Salesprofi kennt sich nicht nur mit Vertriebsmanagement und digitalem Workflow bestens aus – er weiß auch, welches Unternehmen wo passgenauen Förderungsbedarf abrufen kann.