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Mindestausbildungsvergütung im Koalitionsvertrag Das sind die Folgen des geplanten Azubi-Mindestlohns

Laut Koalitonsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD soll im Rahmen der Novellierung des Berufsausbildungsgesetzes eine "Mindestausbildungsvergütung" verankert werden und zum 1. Januar 2020 in Kraft treten. Wir erklären die möglichen Auswirkungen.

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Die wortwörtliche Formulierung des Azubi-Mindestlohns im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD lautet: "Im Rahmen der Novelle des Berufsbildungsgesetzes werden wir eine Mindestausbildungsvergütung im Berufsbildungsgesetz verankern." Dazu kommen weitere geplante Maßnahmen wie die Berufsorientierung in den Schulen, das Aufzeigen der Vorteile einer dualen Ausbildung auch an Gymnasien und der Ausbau der Hilfen sowohl für schwächere als auch leistungsstarke Azubis. Das würde die Vereinbarung für Handwerksunternehmer in der Praxis bedeuten:

So viel Geld fordern die Gewerkschaften für Azubis:

Die Gewerkschaften haben sich zum Ziel gesetzt, auch für Azubis ein "Mindestmaß an Absicherung" herauszuholen. In einem Vorstandsbeschluss des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) heißt es daher, dass Azubis in Zukunft 80 Prozent der durchschnittlichen Tarifvergütung aller Berufe bekommen sollten. In der Praxis wären das:

  1. Lehrjahr: 635 Euro
  2. Lehrjahr: 696 Euro
  3. Lehrjahr: 768 Euro
  4. Lehrjahr: 796 Euro

Höhere Vergütung soll Abbrecherquote senken

Das Hauptargument der Gewerkschaften, um eine Mindestausbildungsvergütung auch für Arbeitgeber schmackhaft zu machen, ist die Senkung der Abbrecherquote: Im Schnitt liegt diese bei 24 Prozent, bei schlecht bezahlten Berufen allerdings bei etwa 30 Prozent. "Dort wo die Vergütung besonders niedrig ist, sind die Abbrecherquoten extrem hoch", sagte Elke Hannack, stellvertretende DGB-Vorsitzende, gegenüber Spiegel Online.

Im Handwerk ist das besonders bei den Friseuren zu spüren: Von gut 10.000 Jugendlichen, die jährlich ihre Ausbildung beginnen, halten nur gut 5.000 Azubis bis zur Prüfung durch. Die durchschnittliche Monatsvergütung von Friseur-Azubis liegt laut Zahlen des Bundesinstituts für Berufsbildung im 1. Lehrjahr aktuell bei 406 Euro. Fleischer-Auszubildende (Ost) verdienen sogar nur 310 Euro, Schornsteinfeger-Azubis 450 Euro.

Zentralverband der Bäcker sieht Ausbildung im Handwerk in Gefahr

Während die Gewerkschaften also die Vereinbarungen im Koalitionsvertrag begrüßen, stößt das Vorhaben im Handwerk auf Kritik: "Wir sehen die Gefahr, dass einige Betriebe dann nicht mehr ausbilden", sagt Michael Wippler, Präsident des Zentralverbands des Bäckerhandwerks. Die Festlegung der Ausbildungsvergütung solle wie bisher Sache der Sozialpartner sein.

Für das handwerksnahe Ludwig-Fröhler-Institut (LFI) in München sind ohnehin andere Aspekte wichtiger als die Vergütung: "Hauptpunkte sind immer das Betriebsklima, eine gute und breit aufgestellte Ausbildung sowie rechtzeitig unterbreitete Übernahme- und Karrieremöglichkeiten", sagte LFI-Bildungsexpertin Andrea Greilinger. Das LFI hat sich eingehend damit beschäftigt, wie Handwerksbetriebe Auszubildende finden und halten können.

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H.undD.ME@t-online.de

Azubi-Mindestlohn

Es ist zum Verzweifeln. Natürlich ist es immer gut wenn Bezüge erhöht werden und
damit die berufliche Arbeit gewürdigt wird.
Aber hier geht es um Auszubildende die auf Kosten des Arbeitgebers eine Qualifizierung
für einen bestimmten Beruf erhalten. Im Mittelmußten noch die Azubi für eine
Lehre bezahlen. Natürlich haben wir uns weiterentwickelt. Gut so.
Aber die Ausbildung so zu verteuern ist geradezu fatal.
Kein Azubi bricht die Lehre wegen der Bezüge ab. Ich bin Koordinator der ehren-
amtlichen Initiative VerA (Verhinderung von Ausbildungsabbrüchen) in der Region
Stuttgart, wir haben seit Mitte 2010 bis jetzt ca. 750 Anforderung für eine Begleitung
in der Ausbildung erhalten und ca. 200 Senioren/innen kümmern sich darum.
Die Probleme die zum Abbruch führen sind nicht die Bezüge, so einfach ist es nicht.
Dass wir trotzdem eine Erfolgsquote von über 80 % haben, liegt an der Kommunikation mit den jungen Menschen und um persönliche Unterstützung und Rat.
Nicht am Geld. Die Erhöhung der Ausbildungsvergütung führt nur zu weniger
Lehrstellen, gerade im Handwerk.
Das ganz kurz zu diesem Thema. Wie weit ist die Politik vom realen Leben entfernt?
Viele Grüße
H.D.Mechler
Rohrer Höhe 37
70565 Stuttgart