BAuA-Studie Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM): Nicht einmal die Hälfte der betroffenen Mitarbeiter erhält ein Angebot

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Arbeitsschutz und Gesundheit

War ein Mitarbeiter länger als sechs Wochen arbeitsunfähig, muss sein Arbeitgeber ihm eine Wiedereingliederung anbieten. Wie eine Analyse der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) zeigt, erhalten jedoch gerade mal 40 Prozent der betroffenen Mitarbeiter ein entsprechendes Angebot.

Wiedereingliederung nach Krankheit
War ein Mitarbeiter länger als sechs Wochen arbeitsunfähig, muss sein Arbeitgeber ihm eine Wiedereingliederung anbieten. – © ?????? ???????? – stock.adobe.com

Seit 2004 verpflichtet das Sozialgesetzbuch IX Arbeitgeber dazu, ihren Beschäftigten, die innerhalb eines Jahres länger als sechs Wochen ununterbrochen oder wiederholt arbeitsunfähig waren, ein betriebliches Eingliederungsmanagement anzubieten. Damit soll weiterer Arbeitsunfähigkeit vorgebeugt und der Arbeitsplatz erhalten werden. In der repräsentativen Erwerbstätigenbefragung hat die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BauA) erstmals nachgefragt, ob ein betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) angeboten und in Anspruch genommen wurde.

Zwei Drittel wollen Wiedereingliederung nutzen

Wie die Analyse der BauA zeigt, waren rund acht Prozent der befragten Mitarbeiter überhaupt von länger als sechs Wochen dauernden Ausfallzeiten betroffen. Von diesen potenziell Berechtigten erhielten jedoch nur vier vom zehn Betroffenen ein Angebot für eine betriebliche Wiedereingliederungsmaßnahme. Immerhin 68 Prozent der Berechtigten nahmen das BEM-Angebot an. Ein nach Angaben der BauA-Experten klares Indiz für den hohen Bedarf der Beschäftigten.

Eine Frage der Kultur – Defizite in Kleinbetrieben

Während die Hälfte der Betriebe mit mindestens 250 Beschäftigten betroffenen Mitarbeitern eine BEM-Maßnahme anbietet, liegt die Quote bei den kleineren Betrieben nur bei 36 Prozent. Neben der Größe spielt auch die Unternehmenskultur beim Einsatz von BEM eine wichtige Rolle: Betriebe, die sich auch anderweitig für die Gesundheit der Mitarbeiter engagieren und einen wertschätzenden Führungsstil praktizieren bieten Langzeiterkrankten auch häufiger BEM-Maßnahmen an.