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Fotovoltaik 100 Prozent Eigenversorgung durch die Strom-Cloud

Die Daten-Cloud kennt jeder, sie ist fester Bestandteil der digitalen Welt. Doch jetzt bieten immer mehr Energielieferanten eine Strom-Cloud an, bei der eigenproduzierter Sonnenstrom gespeichert werden kann. Damit soll eine 100-prozentige Eigenversorgung möglich werden.

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Der im Sommer durch die Fotovoltaikanlage überschüssig produzierte Strom kann auf einem virtuellen Konto beim Energieversorger gespeichert werden und im Herbst oder Winter, wenn wetterbedingt weniger Strom durch die Fotovoltaik-Anlage produziert wird, abgerufen werden. So kann der Eigenheimbesitzer bis zu 100 Prozent des erzeugten Stroms nutzen. Dadurch spart er den teuren Zukauf von Strom für zurzeit circa 25 Cent/kWh und muss den selbst erzeugten Strom nicht für nur 11 Cent/kWh ins Netz einspeisen.

SENEC.Cloud 2.0

So hat SENEC, einer der weltweit führenden Hersteller von Energiespeichern, seine im vergangenen Jahr eingeführte Strom-Cloud weiterentwickelt. Neben der Öffnung des Tarifs für alle Besitzer eines SENEC-Speichers oder einer PV-Bestandsanlage wurden zudem Wärmepumpen in die SENEC.Cloud 2.0 aufgenommen.

Nach dem Motto „Strom im Sommer einfrieren und im Winter wieder auftauen“ schließt die SENEC.Cloud 2.0 die Lücke, die dem Solaranlangen- und Stromspeicher-Besitzer zum Energieselbstversorger fehlt: Die im Sommer selbst erzeugte und überschüssige Energie, die sonst verloren gegangen wäre, wird automatisch in eine virtuelle Energiewolke geladen und kann bei Bedarf jederzeit in sonnenarmen Zeiten wieder abgerufen werden.

Durch die Nutzung von bereits vorhandenen Stromzählern und Wechselrichtern entstehen keinerlei Mehrkosten für den Endkunden. Ein Risiko einer möglichen Rückzahlung oder Verlustes der Einspeisevergütung besteht nicht, da die Energielösung nicht auf Regelenergie, sondern auf der 20 Jahre garantierten EEG-Einspeisevergütung basiert.

Die SENEC.Cloud-Basispakete bewegen sich preislich zwischen monatlich 14,95 Euro und jährlich 1.000 kWh kostenfreier Rückliefermenge und 92,95 Euro inklusive 10.000 kWh. Die optional zu buchbaren Wärmepakete sind ab fünf Euro monatlich erhältlich.

Infos: www.senec-ies.com/

EON SolarCloud

EON startete im April mit seiner SolarCloud und verspricht Kunden, ihre produzierte Sonnenenergie flexibel auf einem persönlichen, virtuellen Stromkonto speichern und rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr wieder abrufen zu können. Die Entwicklung des angesparten Strom-Guthabens lässt sich über einen Energiemanager per App und individuellem Zugang über Smartphone oder Laptop jederzeit nachvollziehen.

In Abhängigkeit vom individuellen Jahresstromverbrauch stehen verschiedene Pakete zur Auswahl. Premium-Varianten enthalten darüber hinaus noch eine Allgefahren-versicherung, eine Sonnenscheingarantie sowie einen Effizienzcheck der eigenen Anlage. Erhältlich ist das Produkt zum Monatspreis ab 21,99 Euro.

Infos: www.eon-solar.de

SonnenCommunity

Etwas anders funktioniert das Modell der SonnenCommunity. Übersteigt zum Beispiel der Energiebedarf eines Mitglieds im regnerischen Flensburg seine eigene Reserve, hilft die sonnenCommunity automatisch mit Energie aus dem sonnigen München aus. Weil die Mitglieder nicht benötigte Energie online miteinander teilen, entsteht Unabhängigkeit vom Stromversorger.

Wer selbst produzierte Stromüberschüsse an andere Mitglieder der sonnenCommunity abgibt, erzielt dafür sogar bessere Preise, als beim Verkauf an große Stromkonzerne. Mitglieder, die Strom aus der sonnenCommunity beziehen, zahlen für den Community-Strom ebenfalls durchschnittlich niedrigere Preise - denn die Gewinnmarge der Energiekonzerne entfällt.

Über eine zentrale Software wird zu jedem Zeitpunkt genau überwacht, wie viel Community-Strom gerade produziert und wie viel verbraucht wird. Damit können Angebot und Nachfrage im Gleichgewicht gehalten werden. So wird sichergestellt, dass immer genügend Energie für die Mitglieder der sonnenCommunity vorhanden ist.

Infos: www.sonnenbatterie.de

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