Wie Handwerksbetriebe von Clustern profitieren

Viele Handwerksbetriebe einer Branche finden sich in derselben Region. Brauer in Franken, Maschinenbauer in Baden-Württemberg oder Schiffsbauer im Emsland. handwerk magazin hat in seiner neuen Februar-Ausgabe untersucht, wo sich welche dieser so genannten Cluster befinden und welche Vorteile sie dem Handwerk bringen.

regionale Konzentration von Handwerksbetrieben – © Peter Diehl

Der größte Vorteil der Betriebe, die in einem Cluster arbeiten, liegt im gemeinsamen
„Clustermarketing“. Dies ist insbesondere dann vorteilhaft, wenn es gelingt
eine gemeinsame Marke zu schaffen. Ein Beispiel dafür ist das „Bierland Oberfranken“,
ein Zusammenschluss von 160 handwerklichen Bierbrauern oder „die
Meister des Stuhlbaus“ in der sächsischen Schweiz. Alle Betriebe, die ihren Sitz
in dieser Region haben, profitieren dann von diesem Qualitätssiegel. Als weiteren
Vorteil für die Betriebe eines Clusters nennt das Volkswirtschaftliche Institut für
Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen (ifh), die eine Studie zum
Thema „Cluster im Handwerk“ aufgelegt hat, die Zusammenarbeit mit Forschungs-
und Bildungseinrichtungen der jeweiligen Branche in der Region. Gemeinsam
ist es leichter, Forschungsaufträge zu bündeln und umzusetzen. Auch
die Kooperation mit der Industrie sei vor allem für handwerkliche Zulieferer deutlich
einfacher, wenn sich die Unternehmen in einem Cluster befinden. Und
schließlich sind Cluster weniger vom Thema Nachwuchs- oder Fachkräftemangel
betroffen.
Kein Wunder also, dass sich weit über ein Duzend dieser Firmenzusammenballungen
von einzelnen Branchen über ganz Deutschland verteilt finden. Der Schwerpunkt
der handwerklichen Cluster liegt aber klar im Süden Deutschlands. Entstanden
sind meisten aus historischen Gründen. Entweder weil es dort bestimmte
Rohstoffe gab oder weil Kirchen und Regierungen die Ansiedlung bestimmter Gewerke
gezielt gefördert hat.