Bundesverband Factoring für den Mittelstand (BFM) Factoring-Studie: Mehr Nutzer, weniger Unsicherheit

Zugehörige Themenseiten:
Außenstände, Factoring und Liquiditätsmanagement

Factoring gewinnt in Deutschland an Bedeutung. Der Anteil des Factorings am Bruttoinlandsprodukt lag laut Research-Institut Statista 2019 bei 8 Prozent. Ein Jahr zuvor waren es noch 7,1 Prozent. Der Bundesverband Factoring für den Mittelstand (BFM) hat seine jährliche Studie zur Nutzung des Factorings veröffentlicht. Hier sind die Ergebnisse.

Factoring: Akzeptanz steigt.
Eine Studie des Bundesverbands Factoring für den Mittelstand (BFM) zeigt: Die Akzeptanz dieser alternativen Finanzierung steigt. – © Coloures-Pic-stock.adobe.com

Factoring gewinnt in Deutschland an Bedeutung. So lag der Anteil des Factorings am Bruttoinlandsprodukt laut Research-Institut Statista 2019 bei 8 Prozent. Ein Jahr zuvor waren es noch 7,1 Prozent. Genutzt wird diese Art des Forderungsmanagements vor allem von klein- und mittelständischen Unternehmen (KMU): „Knapp 91 Prozent der Nutzer haben einen Jahresumsatz von unter zehn Millionen Euro“, informiert Michael Ritter, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Factoring für den Mittelstand (BFM). „Dennoch fühlen sich viele klein- und mittelständische Unternehmer nicht ausreichend informiert“, so der Verbandschef.

Die Studien-Ergebnisse

Im Zuge seiner Factoring-Studie 2021 hat der Bundesverband bei 1.685 kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland verschiedene Aspekte der Unternehmensfinanzierung abgefragt. Hier sind die Ergebnisse.

  1. Knapp jeder zweite Unternehmer (49 %) wünscht sich mehr Unabhängigkeit von seiner Hausbank.
  2. Coronabedingt haben 14% der Befragten neue Finanzierungsinstrumente geprüft. Dazu gehört auch das Factoring.
  3. Bei Betrieben mit Umsatz zwischen 2,5 bis 50 Millionen Euro war fast jeder Vierte (23%) durch die Krise mit Finanzierungsalternativen befasst. Der Blick auf die Branchen: Im- und Export (24%), Handel (19%) und Bau (19%). Gut 53 % der Befragten mit Unternehmen dieser Größe zeigten sich offen für neue Wege der Finanzierung.
  4. Vier von zehn Befragten halten es für sinnvoll, sich bei der Liquiditätsbeschaffung breiter aufzustellen.
  5. Gut 42 % der Befragten sagten, eine ausgewogene Finanzierung umfasst neben Eigen- und Fremdkapital auch Beteiligungen, Factoring und Leasing .
  6. Unabhängig von den Instrumenten: Einen persönlichen Kontakt zu den Finanzpartnern findet die große Mehrheit (92%) der Entscheider wichtig.
  7. Rund 62% der Entscheider sagen, sie wüssten zu wenig über Factoring, um es in ihrem Unternehmen anzuwenden.

Bewertung durch den BFM

„Vor vier Jahren waren es noch 75% der Befragten, die sich nicht ausreichend informiert fühlten. Die Unsicherheit geht also deutlich zurück“ , meint Michael Ritter, Vorstandsvorsitzender des BFM. „Wer schon Erfahrung mit Factoring hat, setzt es heute gezielter ein, um krisenrelevante Vorteile zu nutzen. Das sind zum einen die schnellen Mittelzuflüsse und der regresslose Schutz bei Zahlungsausfall, der mit dem Abtreten von Forderungen verbunden ist. Zum anderen können Factoring-Anwender ihren Kunden oftmals längere Zahlungsziele einräumen – ein Vorteil im Wettbewerb, gerade auch in der aktuellen Lage“, wirbt Ritter für seine Branche.

Tatsächlich halten laut Studie 45% der Befragten die Sicherheitsfunktion für einen zentralen Vorteil von Factoring. Am stärksten wird der Ausfallschutz in den Branchen Bau (56%) und Dienstleistung (52%) geschätzt.

Factoring und Digitalisierung

Digitalisierte Prozesse wie die Sofortauszahlung beim Factoring prägen auch immer stärker das Rechnungswesen. 39% der KMU planen die Nutzung von digitalen Rechnungsformaten, ermittelte der BFM. Bei Betrieben mit Umsatz zwischen 2,5 und 50 Millionen Euro sind es 62%, bei Unternehmen bis 2,5 Mio. Euro Umsatz immerhin noch 37%.

So sehen Entscheider die Finanzierungslandschaft in Deutschland
So sehen Entscheider die Finanzierungslandschaft in Deutschland. – © BFM