Finanzen -

Geldanlage Plötzlich reich, was ist jetzt zu tun?

Nach einem erfolgreichen Unternehmensverkauf oder einer beträchtlichen Erbschaft stellt sich für Handwerker die Frage, wie sie mit dem neu erworbenen Privatbesitz umgehen. Da sich der Alltag stark verändert, ist es wichtig, nichts dem Zufall zu überlassen und auch Experten für die strategische Planung der Zukunft ins Boot zu holen.

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Der Verkauf des eigenen Unternehmens oder eine Erbschaft in beträchtlicher Höhe führen oft dazu, dass sich Handwerker quasi über Nacht mit einem großen Privatvermögen auf dem Konto wiederfinden. Beim Betriebsverkauf oder einer Erbschaft handelt es sich oft nicht nur um Barvermögen, sondern auch um andere Vermögenswerte wie Immobilien – die Strukturen sind häufig komplex.

Um sein Leben als vermögender Privatier bestmöglich planen zu können und den Besitz langfristig abzusichern, sollte man nicht einfach ins Blaue hinein leben, sondern zu gegebenem Zeitpunkt die richtigen Überlegungen anstellen. handwerk magazin hat dazu mit der Zürcher Kantonalbank Österreich AG, die als Privatbank in solchen Fällen zu Rate gezogen wird, wichtige Punkte zusammgestellt, die plötzlich Vermögenden das Leben mit Hilfe vier wichtiger Schritte erleichtert.

Wenn viel Geld im Spiel ist, auf Sicherheit und Diskretion achten

Große Vermögenswerte sind ein sensibles Thema und Informationen darüber nicht für Jeden bestimmt. Gerade bei Unternehmensverkäufen sind oft hohe Beträge im Spiel. Das ruft nicht selten Interessenten auf den Plan, die sich bei dem Vermögenden melden, weil sie sich Investments versprechen oder Sonstiges anzubieten haben. „Es ist von Anfang an wichtig, eine Struktur aufzubauen und die für den Vermögensinhaber unangenehmen Anfragen auszulagern“, so Wonnebauer, Vorstandsmitglied der Zürcher Kantonalbank Österreich AG.

Auch das Thema Sicherheit spielt eine große Rolle. Gerade wenn es um hohe Summen geht, darf es kein Risiko geben. Hier ist die Diskretion der involvierten Bankinstitute und unabhängiger Experten besonders gefragt.

Finanzexperten bewusst auswählen und eigene Ziele definieren

Ein Firmenverkauf hat viele Facetten und man sollte sich rechtzeitig darüber im Klaren sein, welche Experten einzubinden sind und wem man hier die sensiblen Vermögensfragen anvertraut. Denn sonst sitzen Steuerberatungskanzleien, Wirtschaftsprüfer und Anwälte am Tisch und danach ist der Unternehmer nicht klüger als vorher.

„Es geht bereits im Vorfeld darum, Strukturen zu schaffen und sich von den richtigen Experten beraten zu lassen“, meint Wonnebauer. Entscheidend ist, welche Ziele definiert werden. Es gilt auch abzuklären, ob das Firmenkapital zu Privatgeld wird oder, ob man den Weg in eine Stiftung wählt.

Die Planung sollte aber über die sachliche Entscheidungsfindung, wie man mit den vorhandenen Vermögenswerten verfahren möchte, hinausgehen. Vermögende Privatpersonen sollten die neuen Lebensrealitäten auch auf emotionaler Ebene zu verarbeiten. Hier können Gespräche oder auch die Zusammenarbeit mit einem professionellen Coach hilfreich sein.

Mit Geld ändert sich auch der Alltag

Wer zu viel Geld kommt, dessen Alltag ändert sich oft massiv. Das beginnt schon damit, dass man als ehemaliger Firmeneigentümer plötzlich nicht mehr der Chef im Unternehmen ist und gleichzeitig auch viel mehr Tagesfreizeit als bisher hat.

Auch Personen, die von einer großen Erbschaft profitieren oder sich über einen hohen Lotteriegewinn freuen dürfen, treten danach beruflich häufig kürzer. Es kann hier also durchaus einen sprichwörtlichen „Pensionsschock“ geben.

„Wie auch im Geschäftsleben üblich, sollte man auch im privaten Bereich einen 5-Jahres-Plan machen und Ziele und Ambitionen definieren, die man erreichen möchte“, rät Wonnebauer vermögenden Personen. Auch das geballte Freizeitleben sollte gut durchgeplant werden.

Geldanlage prüfen und weiter Controlling betreiben

Hat man einen bestimmten Weg für die Verwaltung der Vermögensstruktur eingeschlagen, geht es darum, laufend zu überprüfen oder überprüfen zu lassen, ob die angestrebten Ziele auch erreicht werden. Denn im Idealfall sollte das vorhandene Kapital für den vermögenden Privatier arbeiten und um das zu gewährleisten, ist die regelmäßige Prüfung der involvierten Partner unerlässlich.

Generell stellt sich bei der Anlage des Vermögens die Frage, wie viel man selbst entscheiden möchte und mit welcher Handlungskompetenz man Profis ausstattet. Auch eine Aufteilung des Vermögens kann sich anbieten: Ein Großteil wird von Profis verwaltet - und etwas "Spielgeld" kann der Privatier selbst anlegen.

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