Influencer-Gipfel auf der IHM Bloggerfrühschoppen: So geht bloggen im Handwerk!

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Erlebnismarketing, Onlinemarketing und Social Media

Mit dem Smartphone filmen, fotografieren und Spaß ­haben. Diese Sicht auf Blogger ist weit verbreitet. Social Media ist aber für viele Handwerker mehr als nur ein Zeitvertreib. Das zeigt der Bloggerfrühschoppen auf der IHM.

IHM Bloggerfrühschoppen
Bloggen ist nicht nur für junge Handwerker ein tolles Marketinginstrument – das beweist der diesjährige Bloggerfrühschoppen auf der IHM. – © Andreas Matthes

Internationale Handwerksmesse (IHM) 2019 in München: Der 3D-Schokoladen-Drucker von Chocolate³ schreibt Schicht für Schicht das Wort „Love“ mit flüssiger Schokolade. Mindestens 20 Blogger halten ihr Handy auf die Szenerie und filmen das Ganze. Jeder versucht das beste Bild zu bekommen – der richtige Blickwinkel ist wichtig, damit das perfekte Video für Instagram und Co. entsteht.


Wer sich jetzt eine Gruppe Zwanzigjähriger vorstellt, täuscht sich. Nicht alle Teilnehmer beim Bloggerfrühschoppen der Handwerkskammer für München und Oberbayern gehören zur Generation der „Digital Natives“, die mit Internet, Smartphone und Social Media aufgewachsen sind. Die ältesten Teilnehmer sind schon länger nicht mehr in der Lehre. Bloggen ist nicht nur für die Jungen. Auch gestandene Handwerksmeister und Unternehmer wie das Maler-Ehepaar Claudia und Jürgen Beil aus Erding oder Augenoptikermeisterin Karola Lorek aus Regensburg sind mit dabei.

Was bringt Bloggen im Handwerk?


Bloggen ist für die Handwerker aber kein Hobby, sondern ein Marketinginstrument. „Wenn man bekannter werden will, kommt es bei der Werbung auf Streuung an, und die kann man mit Social Media auf jeden Fall erreichen“, sagt Jürgen Beil. Ein Onlineauftritt bietet einen Mehrwert für Kunden, steigert aber auch den eigenen Bekanntheitsgrad. Viele Kunden informieren sich vorab bei Facebook oder Instagram und machen sich ein Bild vom Unternehmen. Das bestätigen auch die Brauer Sandra und Paolo Franz von Franzbräu. „Man kann sich und sein Produkt bekannter machen. Das sind eben neue Wege, um Kunden, aber auch Mitarbeiter anzusprechen.“

In einer aktuellen Umfrage der ARAG-Versicherung gaben zwei Drittel der Befragten Verbraucher an, Social Media mindestens einmal täglich zu nutzen. Und knapp die Hälfte aller Befragten vertraut – zumindest bei kleineren Anschaffungen – den Empfehlungen von Influencern. Dass die Werbung über Instagram, Facebook und Co. funktioniert, bestätigen fast alle Teilnehmer des Bloggerfrühschoppen. „Viele Kunden folgen mir schon eine Weile auf meinen Social-Media-Kanälen und kommen dann in den Laden, weil sie eine tolle Brille entdeckt haben“, sagt Eva Trummer, Optikermeisterin aus Erlangen. Negative Erfahrungen mit Social Media hat bis jetzt keiner der Blogger gemacht. Die meisten begreifen es als Chance, sich und die eigenen Waren zu präsentieren.

Bloggerfrühschoppen 2019: Handwerksblogger verraten ihre Tricks

© handwerk magazin/frank baumer (B3 Mediagroup Bewegtbildkommunikation)

Das ist der Bloggerfrühschoppen

Bereits zum dritten Mal organisierte die Handwerkskammer München und Oberbayern den Bloggerfrühschoppen auf der Internationalen Handwerksmesse (IHM) in München. Bei der Veranstaltung treffen sich erfolgreiche Handwerkerinnen und Handwerker, die stark auf den Social-Media-Kanälen unterwegs sind. Vom Friseur bis zum Estrichleger, von der Augenoptikerin bis zum Zimmerer sind die unterschiedlichsten Gewerke vertreten. Bei einem geführten Messerundgang und anschließendem Frühschoppen haben die Teilnehmer die Möglichkeit sich auszutauschen.

Wie werde ich überhaupt Blogger?

Bloggen ist so individuell wie das Handwerk. Jeder muss seinen Kanal finden. Wichtig ist, dass man sich nicht verbiegt und sich selbst treu bleibt. „Und nicht aufgeben. Meine ersten Posts hatten auch nur ein paar Klicks. Mit der Zeit findet man heraus, was funktioniert und was nicht“, sagt Eva Trummer.

Das gilt auch für Handwerker, die schon länger im Geschäft sind: „Ältere Mitarbeiter können sogar mehr Erfahrung und Fachwissen einbringen“, erklärt Maler Phillip Zenglein. Das Wichtigste dabei ist, sich selbst keinen Druck zu machen und den Spaß an der Sache nicht zu verlieren. Dann kann Bloggen eine tolle Chance sein, die eigene Marke voranzubringen.


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    Steffen Schütze
    © Andreas Matthes

    Steffen Schütze

    Der Metzgermeister postet mit viel Humor und Provokation rund um sein Handwerk. Das kommt nicht immer an, aber seine witzige Azubi-Anwerbung hatte in der Vergangenheit Erfolg.

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    Paul Robben
    © Andreas Matthes

    Paul Robben alias Nerdy Timber

    Der Zimmerermeister baut Gegenstände aus TV, Film und Videospiel nach und möchte so fürs Handwerk begeistern.

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    Marco Meyer
    © Andreas Matthes

    Marco Meyer

    Marco gibt seinen Einblick in den Alltag eines Estrichlegers und zeigt die fertigen Arbeiten, die im Familienbetrieb entstanden sind.

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    Philipp Zenglein
    © Andreas Matthes

    Philipp Zenglein

    Phillipp ist für den Online-Auftritt des Familien-Malerbetriebs zuständig und präsentiert dort fertige Arbeiten in kurzen Clips und Bildern.

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    Sandra und Paolo Franz
    © Andreas Matthes

    Sandra und Paolo Franz

    Paolo Franz belebt zusammen mit seiner Frau Sandra die Familienbrauerei neu und nimmt die Fans und Abonnenten virtuell mit zu Events und zeigen ihre Braukunst live.

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    Madita Brauer
    © Andreas Matthes

    Madita Brauer

    Madita möchte mit ihrem Social-Media-Auftritt vor allem junge Frauen nachhaltig für das Handwerk begeistern. Sie zeigt, wie ihre Arbeit als Anlagenmechanikern auf der Baustelle aussieht. Siehe auch: handwerk-magazin.de/besseralsmaenner

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    Claudia und Jürgen Beil
    © Andreas Matthes

    Claudia und Jürgen Beil

    Der Malermeister und seine Frau geben im Blog auf der Firmenwebsite Tipps rund um ihr Gewerk und bieten einen Einblick in den Handwerkeralltag

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    Eva Trummer
    © Andreas Matthes

    Eva Trummer

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    © Andreas Matthes

    Karola Lorek, Augenoptikermeisterins

    Die Augenoptikermeisterin präsentiert Kunden mit ihren neuen Brillen.

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    © Andreas Matthes

    Friseur Haarem

    Laura und Jule vom Friseurstudio Haarem Studios, sind nicht nur top Firseure, sondern auch echte Social-Media-Experten. Auf ihrern Social-Media-Kanälen teilen sie Vorher-Nacher-Bilder oder zeigen ausgefallene Färbetechniken.

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    GipserFelix
    © Andreas Matthes

    GipserFelix

    Felix ist mittlerweile eine feste Größe in der Community der Handwerksblogger. Mit seinen Followern teilt er Clips und Bilder zum Arbeitsalltag, sowie Social-Media-Tipps. Siehe auch: handwerk-magazin.de/gipserfelix

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    Tanja Bauert
    © Andreas Matthes

    Tanja Bauert

    Als Azubi zur Schreinerin nimmt Tanja auf Instagram ihre Follower mit in die Schule und zeigt, wie ihr Alltag aussieht und was sie lernt. Sie liebt ihr Handwerk und möchte deswegen auch andere Jugendliche – besonders andere Mädchen – von einer Ausbildung überzeugen.

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    Michael Moser
    © Christian Schranner

    Michael Moser

    Der Metzgermeister aus Landsberg entwickelt kreative Ideen rund um seine Metzgerei und teilt diese mit seinen Followern. Am Valentinstag überrascht er schon mal mit einer Salami in Herzform oder veranstaltet einen Azubi-Day für seine Lehrlinge.

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    Thomas Schmitt
    © Andreas Matthes

    Tom the baker

    Tom liebt seinen Beruf als Bäcker und will zeigen, will cool das Handwerk ist. Unter dem Motto „Jeder hat ein Recht auf gutes Brot“ berichtet er über alternative Getreidesorten, Hefeteig, seine neuesten Brotkreationen oder verrät seine leckersten Rezepte.

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    Ulrike Hahn alias Schreinermädchen
    © Andreas Matthes

    Ulrike Hahn

    Als Schreinermädchen zeigt Ulrike alles was sie selbst an ihrem Berufsalltag begeistert.

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    Andreas Muschler
    © Andreas Matthes

    Andreas Muschler

    Andreas präsentiert auf Social Media die Kreationen aus seiner Chocolaterie in Freising.

16 Blogger – 16 Tipps

Im Rahmen des „Bloggerfrühschoppen“ haben wir uns die Gelegenheit natürlich nicht nehmen lassen und die Blogger gleich einmal gefragt, welche Tipps sie für Neulinge haben. Die 16 besten Ratschläge haben wir hier:

1. Firmenwebsite:

Eine eigene Website ist unerlässlich, denn sie ist die digitale Visitenkarte des Unternehmens. Sie steht am Anfang eines erfolgreichen Onlineauftritts. Wichtig ist, dass diese professionell gestaltet ist und regelmäßig aktualisiert wird.

2. Durchhalten:

Am Anfang ist das Bloggen oft hart, und man braucht einen langen Atem. Dranbleiben lohnt sich! Also nicht gleich aufgeben, wenn es anfangs dauert, bis die Follower- oder Likezahlen zunehmen.

3. Ehrlich bleiben:

Wenn man sich verstellt, merken das auch die Follower. Man sollte sich für Klicks nicht verbiegen. Es gilt: Authentisch bleiben und das eigene Verhalten regelmäßig selbst reflektieren.

4. Realität rules:

Es muss nicht immer das Hochglanzfoto sein. Realität kommt gut an! Wenn man schlechte Laune hat, etwas schiefgeht oder man nur ein Foto vom Aufräumen gemacht hat, dann darf man das ruhig zeigen.

5. Auf Qualität achten:

Bei aller Ehrlichkeit sollte die Qualität der Beiträge nicht vernachlässigt werden – Stichwort Rechtschreibung und Grammatik. Denn viele Kunden schließen vom Social-Media-Auftritt auch auf das Unternehmen und dessen Arbeitsweise.

6. Regelmäßiger Input:

Es müssen nicht jeden Tag drei neue Bilder hochgeladen werden, aber Social-Media-Kanäle sollten im Rahmen der eigenen Möglichkeiten regelmäßig bespielt werden – ein- bis zweimal die Woche kann schon reichen.

7. Humor zeigen:

Die Sozialen Medien dienen vor allem auch der Unterhaltung, deshalb darf es dort auch mal nicht ganz so ernst zugehen.

8. Die Konkurrenz respektieren:

Was im Alltag gilt, gilt auch für das Bloggen. Lästern kommt bei Followern und Kunden nicht gut an. Lieber die eigenen Vorzüge hervorheben und durch gute Leistung die anderen übertrumpfen.

9. Privates und Geschäftliches trennen:

Wer gerne Urlaubsfotos teilt, sollte das besser über den privaten als den geschäftlichen Account machen – postet man viel durcheinander, wirkt das schnell chaotisch. Ein Konzept für den eigenen Onlineauftritt, passend zum Unternehmen, hilft.

10. Vernetzen:

Bloggen lebt von der Interaktion mit den Followern. Wer auch mal eine Frage stellt und aktiv mit der Gemeinschaft diskutiert, wirkt gleich sympathischer. So stärkt man die Kundenbindung und profiliert sich als Handwerker.

11. Banales bringt’s:

Auch wenn eine Tätigkeit als Handwerker zunächst banal erscheint, kann sie für den Kunden interessant sein. Egal ob beim Friseur oder bei der neuen Wand, Vorher-nachher-Bilder funktionieren immer. Die Leute wollen einfach wissen, wie die Dinge funktionieren.

12. Vorsicht bei Bildrechten:

Nicht erst seit der DSGVO sollten die Bildrechte überprüft werden. Auf keinen Fall einfach Bilder aus dem Internet posten! Abgebildeten Personen und Kunden immer um Erlaubnis fragen, bevor man Bilder von ihnen oder ihren Wohnräumen teilt.

13. Facebook first:

Auf jeden Fall eine eigene Facebookseite einrichten. Es reicht dann auch, wenn man dort nur mit einem Link auf die eigene Website verweist. Ohne Facebook-Auftritt kann es passieren, dass Facebook eine Seite über den Betrieb automatisch erstellt und man nicht auf Kundenbewertungen reagieren kann.

14. Themenspezialisierung:

Zu jedem Bild gehört auch ein Text. Hier immer auf ein Thema beschränken und nicht zu viel in einen Post packen. Dann darf der Text auch gerne etwas länger sein. Ein guter Start für eine Diskussion!

15. Demütig bleiben:

Auch online sollte man seiner Branche gegen über demütig sein – immerhin vertritt man das Handwerk öffentlich nach außen.

16. Teure Technik oft unnötig:

Gerade am Anfang kann man sich das Geld für teure Technik sparen. Es muss nicht das teuerste Foto- oder Videoequipment sein, ein Smartphone reicht oftmals aus.

Hier gibt es die ersten fünf kompletten Videos mit den Antworten der Teilnehmer des Bloggerfrühschoppens. Alle Teilnehmer beantworten, wie sie ihre Themen finden, was bei einer Kreativ-Blockade hilft und welche Wünsche Sie für ihren Blog in der Zukunft haben. Hier gibt es die restlichen Videos.

3 Fragen an Marco Meyer

3 Fragen an Tom the Baker

3 Fragen an Eva Trummer

3 Fragen an Laura und Jule von Friseur Haarem

3 Fragen an Madita Brauer